Schach: Schachfeld.de Schach: Schachfeld.de

Moderne Errungenschaften

Diskutiere Moderne Errungenschaften im Schachgeschichte Bereich; Das Schachspiel nahm eine lange evolutionäre Entwicklung, bis es so geworden ist wie heute. Die Italiener um Greco demonstrierten im 16. Jahrhundert den Wert einer ...

Zurück   Schach: Schachfeld.de > Rund ums Thema Schach > Schachgeflüster > Schachgeschichte


Moderne Errungenschaften


 

Alt 09.10.2008, 15:17   #1
Moderne Errungenschaften

Das Schachspiel nahm eine lange evolutionäre Entwicklung, bis es so geworden ist wie heute. Die Italiener um Greco demonstrierten im 16. Jahrhundert den Wert einer schnellen Entwicklung und der Angriffe auf den König. Phillidor lehrte uns die Entwicklung der Bauern ("Die Bauern sind die Seele des Schachspiels") und Morphy veranschaulichte den Wert der Geschwindigkeit. Um die vorletzte Jahrhundertwende herum bekam Schach durch die Lehren von Steinitz und Tarrasch einen wissenschaftlichen Ansatz. Das Spiel wurde so lehr- und lernbar für die Massen und popularisierte zusehends. Die Lehren der Modernen wurden in den 20er Jahren von den Hypermodernen wirkungsvoll ergänzt, und seit dem Duell zwischen den beiden kongenialen Genies Aljechin und Capablanke weiß man den Wert von der Relativität und Pluralität der Stile im Schach zu schätzen. Stil und Stärke wurden zu voneinander abgetrennten Größen im Schach. Lasker war es, der das psychologische Element in die Schule des Schachs einführte.

Doch seit etwa dem Ende des Zweiten Weltkriegs kommt es mir so vor, als wenn schachlich schon mehr oder weniger alles gesagt worden wäre. Höchstens die Universalität, die heute von jedem Spitzenspieler gefordert wird, fällt mir noch als neuere Errungenschaft ein. Oder auch die Lehre von Tal, daß eine Kombination nicht perfekt sein muß, sondern nur schwierig genug, daß der Gegner nicht in der Lage ist, die praktische Widerlegung am Brett zu finden.

Fallen euch noch Errungenschaften von Meistern ein, die seit dem Zweiten Weltkrieg Einzug in die moderne Schachlehre fanden?
 
Alt 09.10.2008, 15:50   #2
Moderne Errungenschaften

Zitat:
Zitat von Kiffing Beitrag anzeigen
Doch seit etwa dem Ende des Zweiten Weltkriegs kommt es mir so vor, als wenn schachlich schon mehr oder weniger alles gesagt worden wäre. [...]
Fallen euch noch Errungenschaften von Meistern ein, die seit dem Zweiten Weltkrieg Einzug in die moderne Schachlehre fanden?
Schach hat sich in den letzten 60 Jahren wohl deutlich schneller entwickelt, als zu irgend einer anderen Zeit!

Das Spiel ist deutlich facettenreicher geworden:
a) Viele Eröffnungen haben sich, entgegen Vorhersagen der 20er und 30er Jahre als besser erwiesen (Modernes Benoni, Königsindisch, Moderne Verteidigung, Sizilianisch), als sie damals gemacht wurden.
b)Das Konzept der Dynamik hat (auch dank der Computer) im Schach Einzug gehalten und macht das Spiel interessanter und bewundernswerter, als es je war.
c)Um beim Thema Dynamik zu bleiben: Wer hätte sich zu Zeiten Tarraschs,Lasker oder sogar Aljechin getraut, z.B. rückständige Bauern wie z.B. im Boleslawski oder Sveshnikov-Sizilianer, freiwillig herbeizuführen? Viele Positionsmerkmale haben heute eine andere Bewertung (z.B. auch Doppelbauern, deren positive Aspekte früher schlichtweg zu heufig ignoriert wurden)
d) Positionelle Qualitätsopfer gab es selbst zu Aljechins Zeit noch nicht wirklich, heute wissen sogar Amateure, wie wirksam das mitunter sein kann.

usw.
 
Alt 09.10.2008, 16:23   #3
Moderne Errungenschaften

Richtig ist:
Zitat:
Zitat von Kiffing Beitrag anzeigen

Lasker war es, der das psychologische Element in die Schule des Schachs einführte.

Fallen euch noch Errungenschaften von Meistern ein, die seit dem Zweiten Weltkrieg Einzug in die moderne Schachlehre fanden?
Richtig ist aber auch: Vollständig aber richtig ausgebaut haben dieses psychologische Element erst druch die Meister und Schachlehrer in den letzten 30 jahren (Bobby Fischer-Spasski, Karpov-Kortschnoi, Garri Kasparow, Morosewitsch, Kramnik-Topolow, etc.)

Ich weiß nicht, ob Emanuell Lasker es sich vorstellen konnte, dass der Schachkampf zweier Menschen zu einem System-Wettkampf (WM 1972)
hochstilisiert wird, oder dass bei einer WM um den Gebrauch von Joghurtbechern, mit dem Spielen mit Sonnenbrillen, um den Zugang zur Toiletten etc. gekämpf wird.
 
 

Zurück  Schach: Schachfeld.de > Rund ums Thema Schach > Schachgeflüster > Schachgeschichte

Themen-Optionen Thema durchsuchen
Thema durchsuchen:

Erweiterte Suche
Ansicht


Ähnliche Themen zu Moderne Errungenschaften

Thema
Tarrasch: Die moderne Schachpartie
Tarrasch: Die moderne Schachpartie: Ich habe noch keinen Thread zu diesem Buch...
Moderne oder ältere Schachbücher?
Moderne oder ältere Schachbücher?: Lernt ihr lieber aus Schachbüchern alter Meister...
Konzept gegen Moderne
Konzept gegen Moderne: Hi, spiele nächste Woche gegen einen guten...
Robin Smith - Moderne Schachanalyse
Robin Smith - Moderne Schachanalyse: Hallo, hat jemand diese Buch gelesen...
Moderne Verteidigung
Moderne Verteidigung: Kennt jemand vielleicht ein gutes Buch über die...

Listinus Toplisten
Jetzt für Schachfeld.de voten!


Verlinke Schachfeld.de



Copyright © 2009 Schachfeld.de, Alle Rechte vorbehalten. SEO by vBSEO ©2009, Crawlability, Inc.