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| Elo-Zahl Das Elo-System ist ein objektives Wertungssystem, das es erlaubt, die Spielstärke von Go- und Schachspielern durch eine Wertungszahl (kurz: Elo-Zahl) zu beschreiben. Es wurde von Arpad Elo in den sechziger Jahren entwickelt und auf dem FIDE-Kongress in Siegen 1970 eingeführt. Übersicht Nach der Wertungszahl kann man Schachspieler folgenden Kategorien zuordnen:
Die typische Kaffeehausspielstärke liegt etwa zwischen 1.400 und 1.700, Spielstärken über 1.800 werden von Nicht-Vereinsspielern selten erreicht. Der Umfang einer Klasse beträgt 200 Elo-Punkte. Das System ist so geeicht, dass ein Unterschied von 200 Punkten einer Siegwahrscheinlichkeit des stärkeren Spielers von 75% entspricht, 400 Punkte entsprechen knapp 94% Siegwahrscheinlichkeit. Der Vergleich beruht auf statistischen Verfahren. Schon bei 600 Punkten Unterschied gewinnt der stärkere Spieler praktisch-statistisch immer, und zwar obwohl die Spielstärke bei Menschen natürlich von der Tagesform und Motivation abhängt. Die Verteilung ist bei Computern nicht nur per 200-Punkte-Definition gleich, sondern auch vom Kurvenverhalten her darüberhinaus sehr ähnlich, allerdings gibt es bei ähnlichstarken Maschinen eine weitere Spielstärkenspreizung in den verschiedenen Partiephasen. Schach Die Berechnung der Zahl Elo wird durchgeführt durch den Vergleich von Schachspielern, die gegeneinander spielen. Das Elo-System teilt die Schachspieler mit Hilfe einer Wertungszahl in neun Klassen ein, wobei die untere Grenze der obersten Klasse bei 2.600 und die obere Grenze der untersten Klasse bei 1.200 liegt. Die Wertungszahlen eines einzelnen Spielers sind intervallskaliert und normalverteilt; sie schwanken mit einer Standardabweichung von 200 um einen mittleren Wert. Es gibt viele Spieler mit Spielstärken unter 1.200, das ELO-System ist auf diesem Spielniveau in der Vorhersagesicherheit aber nur eingeschränkt gültig. Wichtig ist insbesondere auf Hobbyspielerniveau, dass ein Spieler seine Zahl auch gegen stärkere Gegner verteidigen kann, sich also nicht auf besondere Eigenschaften wie unbewusste psychische Schwächen oder schlechtes Zeitmanagement von Neulingen konzentriert. Wenige Niederlagen des Spielers korrigieren Utopiewerte schnell, exakt und zuverlässig. Die recht stabile ELO-Zahl wird mit verschiedenen Verfahren ermittelt. Manche gehen von wenigen Spielen aus oder von ähnlich starken Turnierteilnehmern, nach vielen Partien erreichen alle sehr ähnliche Gleichgewichte. Grundlage der Berechnung ist die Hypothese, die Verteilung der Spielstärke in der Gesamtheit der Spieler entspreche mathematisch der Normalverteilung (Gaußsche Glockenkurve). Ausgehend von dieser Hypothese lässt sich für zwei Gegner statistisch voraussagen, mit welcher Wahrscheinlichkeit der eine Spieler gewinnen wird. Im Sonderfall der identischen Wertungszahl sind die Wahrscheinlichkeiten gleich hoch. Bei einem Turnier lässt sich anhand der Wertungszahl eines Spieler und des Durchschnitts der Wertungszahlen seiner Gegner voraussagen, welche Punktzahl er wahrscheinlich erzielen wird. Nach Abschluss des Turniers wird das tatsächliche Ergebnis mit dem statistisch vorausgesagten Ergebnis verglichen und aus der Abweichung die neue Wertungszahl des Spielers errechnet. Spielstärken ausgewählter Schachspieler Der ehemalige Schachweltmeister Garri Kasparow erreichte 1999 eine ELO-Zahl von 2.851 Punkten. Großmeister kommen normalerweise auf eine ELO-Zahl von mindestens 2.500, ab 2.600 Punkten kann man von der erweiterten Weltspitze sprechen. Dies waren nach FIDE-Auswertung die Top 15 (Juli 2005): Rang Name Titel Land ELO 1 Garri Kasparow g RUS 2812 2 Viswanathan Anand g IND 2788 2 Wesselin Topalow g BUL 2788 4 Péter Lékó g HUN 2763 5 Wassyl Iwantschuk g UKR 2752 6 Wladimir Kramnik g RUS 2744 7 Pjotr Swidler g RUS 2738 8 Judit Polgár g HUN 2735 9 Étienne Bacrot g FRA 2729 10 Lewon Aronjan g ARM 2724 10 Boris Gelfand g ISR 2724 12 Alexander Grischtschuk g RUS 2720 13 Michael Adams g ENG 2719 14 Alexander Morosewitsch g RUS 2707 15 Alexei Schirow g ESP 2705 15 Wladimir Akopjan g ARM 2705 … 65 Robert Hübner g DEU 2636 (g=Großmeister) Historische Elo-Zahl im Schach Hierzu ein eigenständiger Artikel: Historische Elo-Zahl Rangliste ausgewählter Computerprogramme Stand Juni 2005 (Quelle: Vorgängerartikel & Heise.de): Rang Name Punkte 1 Hydra 3000 2 Shredder 8.0 2818 3 Shredder 7.04 2809 4 Deep Fritz 8.0 2790 5 Junior 8.0 2782 6 Shredder 7.0 2772 7 Deep Fritz 7.0 2769 8 Fritz 8.0 2759 9 Deep Junior 8.0 2749 10 Hiarcs 9.0 2747 Go Bei Go wird die Spielstärke traditionell in Kyu- (Schüler) und Dan-Graden (Meister) angegeben. Die Ermittlung dieser Spielstärke basiert innerhalb der European Go Federation und bei vielen Go-Servern im Internet auf einem von Elo abgeleiteten System, welches Kyu und Dan Grade wie folgt abbildet: kyu / dan Elo Spielstärke und -erfahrung 30k Regeln verstanden, aber noch keine Partie gespielt 29k - 28k einige Partien gespielt 27k - 25k einige Partien gegen Anfänger gewonnen 24k - 22k einige Partien gegen Nicht-Anfänger gewonnen 21k - 18k 0 - 349 Hobby-Spieler 17k - 14k 350 - 749 regelmäßiger Hobby-Spieler 13k - 10k 750 - 1149 Club-Spieler 9k - 5k 1150 - 1649 regelmäßiger Club-Spieler 4k - 1k 1650 - 2049 guter Club-Spieler 1d - 3d 2050 - 2349 sehr guter Club-Spieler 4d - 6d 2350 - 2649 einer der besten Spieler seines Landes 1p - 7p 2650 - 2999 professioneller Go-Spieler (aus Japan, Korea oder China), der stärker als ein Amateur-6dan spielt Berechnung der Elo-Zahl Jemand, der zum Beispiel gerade in den Schachklub eingetreten ist, hat noch keine Elo-Zahl. Nach einer Reihe von Partien gegen verschiedene Spieler wird seine Elo-Zahl zunächst eingeschätzt. Nach dieser Phase werden die tatsächlichen Ergebnisse der Partien für den Elo-Punktestand gewertet. Für die jeweilige Berechnung des neuen Elo-Stands ist die Wahrscheinlichkeit wichtig, mit welcher Spieler A gegen Spieler B gewinnt. Dies wird im erwarteten Punktestand berücksichtigt. EA: Erwarteter Punktestand für Spieler A. Bei einer Serie von 5 Spielen kann man auch EA mit 5 multiplizieren.RA: bisherige Elo-Zahl von Spieler ARB: bisherige Elo-Zahl von Spieler B Die Wahrscheinlichkeit beträgt nun EA · 100 %, dass Spieler A gewinnt. K: K ist üblicherweise 15, bei Top-Spielern (Elo >2400) 10, bei weniger als 30 gewerteten Partien 25SA: tatsächlich gespielter Punktestand (1 für jeden Sieg, 0,5 für jedes Unentschieden, 0 für jede Niederlage)R'A: Neue Elo-Zahl von Spieler A Ein (erfundenes) Beispiel: der derzeitige weltbeste Schachspieler Garry Kasparov (Elo: 2806) verliert gegen die derzeit beste weibliche Schachspielerin, Zsuzsa Polgar (Elo: 2577). Gemäß der ersten Formel erwartet man, dass Kasparov (im Beispiel der Spieler A) gegen Polgar EA = 0,788887 spielt: Das heißt, Kasparov sollte rein theoretisch 78,8% der Spiele gegen Polgar gewinnen.Und nun verliert Kasparov: SA ist also 0. Nun berechnen wir seinen neuen Elo-Punktestand: Kasparov hätte 8 Elo-Punkte eingebüßt.In Österreich gibt ein eigenes Elo-System, dass bei der Berechnung des Faktors ein wenig von dem der FIDE abweicht. Der Faktor wird in Österreich nach folgender Formel errechnet : (3400-eigene Elo)²/100 000. Somit sinkt der Faktor wenn die Zahl steigt. Nahezu jeder österreichische Spieler hat neben der FIDE Zahl auch eine nationale Zahl. Diese ist wesentlich aussagekräftiger als die internationale Zahl da viele Turniere nur national ausgewertet werden. Differenzen zwischen den Systemen gibt es ansonsten aber nicht. Elo 2400 international entspricht 2400 national. | |
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| AW: Elo-Zahl Hart. | |
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