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Lesen am Brett

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Lesen am Brett


 

Alt 20.10.2008, 11:07   #1
Lesen am Brett

Wir hatten gestern einen Mannschaftskampf. Dabei hat einer meiner Mannschaftskameraden gegen einen jüngeren Gegner gespielt, der während der Partie, und das am Brett, in irgendwelchen Schul/Studiumsunterlagen am lesen war.

Meine Frage wäre: Findet Ihr das in Ordnung? Mich würde es sehr stören, was würde ein Schiedsrichter hier in einer höheren Liga machen bzw. würde er überhaupt einschreiten oder nur, wenn der Gegner darauf verweist, das er sich gestört fühlt? Ich denke, es ist eine Unsportlichkeit.
 
Alt 20.10.2008, 11:15   #2
***********
Lesen am Brett

Zitat:
Zitat von marrion69 Beitrag anzeigen
Wir hatten gestern einen Mannschaftskampf. Dabei hat einer meiner Mannschaftskameraden gegen einen jüngeren Gegner gespielt, der während der Partie, und das am Brett, in irgendwelchen Schul/Studiumsunterlagen am lesen war.

Meine Frage wäre: Findet Ihr das in Ordnung? Mich würde es sehr stören, was würde ein Schiedsrichter hier in einer höheren Liga machen bzw. würde er überhaupt einschreiten oder nur, wenn der Gegner darauf verweist, das er sich gestört fühlt? Ich denke, es ist eine Unsportlichkeit.
Also ich kenne ein paar Spieler, die sich während dem Mannschaftskampf die "BILD am Sonntag" zu Gemüte ziehen und beim Ziehen recht überheblich mal schnell an der Zeitung vorbei blicken und anschließend genervt einen Zug ausführen. Ich glaube, dass das Lesen von irgendwelchen Sachen während einer Partie nicht erlaubt ist. Könnte ja auch mißbraucht werden.
 
Alt 20.10.2008, 11:15   #3
Lesen am Brett

wieso stört dich das? ob der Gegner nun dasitzt und aufs Brett schaut oder dasitzt und in ein Buch schaut, ist doch total egal
 
Alt 20.10.2008, 11:20   #4
Lesen am Brett

Ich denke einfach, es ist eine Provokation. Motto: Ich interessiere mich nur zu 50 Prozent für das, was ich hier gerade mache, ich gewinne gegen Dich auch, wenn ich mich nicht zu 100 Prozent auf das konzentriere, was ich hier mache. Eine Mißachtung eben!
 
Alt 20.10.2008, 11:24   #5
Lesen am Brett

na dann sollte es doch zu einer Extra-Motivation bei euch kommen: "Dem arroganten Sack werde ich es zeigen!"
 
Alt 20.10.2008, 11:30   #6
Gast3047
Lesen am Brett

Ich habe das auch einmal bei einem Turnier erlebt. Allerdings las mein Gegner nicht nur irgendeine Zeitung, sondern die Rochade...
 
Alt 20.10.2008, 11:37   #7
Lesen am Brett

Zitat:
Zitat von Patzerbezwinger Beitrag anzeigen
Ich habe das auch einmal bei einem Turnier erlebt. Allerdings las mein Gegner nicht nur irgendeine Zeitung, sondern die Rochade...

Sicher hatte er auch noch ein paar Eröffnungsbücher in der Tasche...
 
Alt 20.10.2008, 11:39   #8
Lesen am Brett

Die Möglichkeit eines Betrugversuches sollte Grund genug sein, dass "Zeitunglesen" während einer Partie nicht erlaubt sein kann;
abgesehen von der (vielleicht auch ungewollten) Unsportlichkeit dieses Verhaltens.
 
Alt 20.10.2008, 11:42   #9
Lesen am Brett

Ich hatte mal bei einem Mannschaftskampf ein Buch während der Partie gelesen weil ich das bis zum nächsten Tag fertig haben musste. Danach wurde ich aber auch von einem Mannschaftskollegen angesprochen das das unhöflich wäre was mir vorher nicht bewusst war. Seit dem habe ich es auch nicht mehr gemacht.
 
Alt 20.10.2008, 11:57   #10
Lesen am Brett

Zitat:
Zitat von marrion69 Beitrag anzeigen
Meine Frage wäre: Findet Ihr das in Ordnung? Mich würde es sehr stören... Ich denke, es ist eine Unsportlichkeit.
Es dürfte nicht regelgerecht sein und würde mich auch stören (unhöflich), insbesondere bei

Zitat:
Zitat von *********.de Beitrag anzeigen
Spieler, die sich während dem Mannschaftskampf die "BILD am Sonntag" zu Gemüte ziehen und beim Ziehen recht überheblich mal schnell an der Zeitung vorbei blicken und anschließend genervt einen Zug ausführen.
übrigens auch bei anderen Zeitungen und Zeitschriften (sogar Schachzeitschriften...).
Das Gehabe krönt dann ja eine Unsportlichkeit.

Einem Schüler oder Studenten, der seine Fachbücher studiert oder für die Führerschein-, Segel- und Flugprüfung lernt, würde ich aber innerlich verzeihen und darauf hoffen ihm/ihr zu zeigen, daß es eben wichtigere Dinge als diese Prüfungen usw. gibt.

Zitat:
Zitat von Nightwish Beitrag anzeigen
na dann sollte es doch zu einer Extra-Motivation bei euch kommen: "Dem arroganten Sack werde ich es zeigen!"
Die Extramotivation kommt beim Bildleser am Brett auch ohne Gehabe bestimmt. Aber, ob das immer hilft? Keep!
 
Alt 20.10.2008, 11:58   #11
Lesen am Brett

Also direkt am Brett lasse ich das als Schiedsrichter nicht zu. Da warte ich nicht mal darauf, daß der Gegner das reklamiert - er tut es ja möglicherweise aus Höflichkeit nicht, obwohl es ihn (mit Sicherheit) stört.
Wenn der Spieler woanders liest, dann schaue ich auch mal, was er da so treibt, aber wahrscheinlich würde ich es laufen lassen.

Ein Mannschaftskamerad von mir hat das auch mal im aufstiegsentscheidenden Kampf gemacht, ich hatte schnell gewonnen - er verlor, der Kampf ging 3,5 verloren, der Aufstieg war weg. Und ich auch, rauchend vor Zorn! Ich habe dann nicht mehr in der Mannschaft gespielt.
 
Alt 20.10.2008, 12:17   #12
Gast3047
Lesen am Brett

Zitat:
Zitat von marrion69 Beitrag anzeigen
Sicher hatte er auch noch ein paar Eröffnungsbücher in der Tasche...
Das ist kein Witz, er las wirklich unbeeindruckt durch mein Kopfschütteln die Rochade und hörte erst auf, als ich es reklamiert habe.
 
Alt 20.10.2008, 12:22   #13
Lesen am Brett

Zitat:
Zitat von marrion69 Beitrag anzeigen

Meine Frage wäre: Findet Ihr das in Ordnung?
Eigentlich nicht. In dem Buch könnte ja ein Spickzettel mit Eröffnungszügen oder sogar Eröffnungszüge in einem Geheimcode sein. Ob es dazu eine Unterlassungsregel gibt, was ich aber nicht.
 
Alt 20.10.2008, 12:27   #14
Gast3047
Lesen am Brett

Naja, laut FIDE ist jede Störung des Gegners untersagt, somit hat man eigentlich genug Grund zur Reklamation. Im Übrigen ist auch alles untersagt "was dem Ansehen des Schachspiels schadet".
 
Alt 20.10.2008, 12:33   #15
Lesen am Brett

Zitat:
Zitat von Patzerbezwinger Beitrag anzeigen
Naja, laut FIDE ist jede Störung des Gegners untersagt, somit hat man eigentlich genug Grund zur Reklamation. Im Übrigen ist auch alles untersagt "was dem Ansehen des Schachspiels schadet".
Z.B. ungewaschen ans Brett zu kommen ?

Zitat:
Zitat von G.W. Pabst Beitrag anzeigen
Eigentlich nicht. In dem Buch könnte ja ein Spickzettel mit Eröffnungszügen oder sogar Eröffnungszüge in einem Geheimcode sein. Ob es dazu eine Unterlassungsregel gibt, was ich aber nicht.
Die könntest du dir auch überall hin schreiben.
 
Alt 20.10.2008, 12:40   #16
Gast3047
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Zitat:
Zitat von e2-e4 Beitrag anzeigen
Z.B. ungewaschen ans Brett zu kommen ?
Ja, nach meiner Auffassung ist das eine Beleidigung für das Spiel und den Gegner. Reklamieren kann man das natürlich kaum, das ist uns klar, aber es ist eine unverschämte Respektlosigkeit, das steht außer Frage.
 
Alt 20.10.2008, 13:14   #17
Lesen am Brett

Zitat:
Zitat von e2-e4 Beitrag anzeigen
Die könntest du dir auch überall hin schreiben.
In einem Buch fallen sie aber nicht auf. Dazu müsste man schon das ganze Buch durchblättern. Vielleicht sollte die FIDE darüber nachdenken, dies analog dem Handyverbot zu regeln.
 
Alt 20.10.2008, 13:22   #18
***********
Lesen am Brett

Zitat:
Zitat von Patzerbezwinger Beitrag anzeigen
Ja, nach meiner Auffassung ist das eine Beleidigung für das Spiel und den Gegner. Reklamieren kann man das natürlich kaum, das ist uns klar, aber es ist eine unverschämte Respektlosigkeit, das steht außer Frage.
Wir waren übers Wochenende Sponsor des OIS-Open in München. Mit 200 Teilnehmern war dieses Open gut besetzt. Mir persönlich ist aufgefallen, dass bei diesem 9 Runden und Tage dauerndem Turnier der Gestank im Analyseraum und in der Spielhalle mit jeder Runde zunahm. Auch konnte man sich an einige Schachspieler auch am Ende noch sehr gut erinnern, da sie 9 Runden lang keine Klamotten gewechselt haben. Ich hätte nicht gedacht, dass Menschen einen so in der Nase beisenden Geruch ausdünsten können.

Ich glaube auch nicht, dass man als Spieler sowas ertragen muss und unterstelle einem stinkendem Gegner deshalb auch die Absicht, damit die Partie zu stören.

Am besten immer ein Deospray vor Partiebeginn einstecken.
 
Alt 20.10.2008, 13:24   #19
Lesen am Brett

Zitat:
Zitat von marrion69 Beitrag anzeigen
Ich denke einfach, es ist eine Provokation. Motto: Ich interessiere mich nur zu 50 Prozent für das, was ich hier gerade mache, ich gewinne gegen Dich auch, wenn ich mich nicht zu 100 Prozent auf das konzentriere, was ich hier mache. Eine Mißachtung eben!
Ist das nicht eine Art Überinterpretation? Vielleicht interessiert ihn nur einfach das Buch und er findet es langweilig, untätig dazusitzen, während der Gegner am nächsten Zug überlegt. Also mir wäre so ein Verhalten wirklich egal. Denn was der Gegner während des Spiels macht, ist alleine seine Sache, solange er sich nicht irgendwelcher schachrelevanter Informationen bedient, was bei Schul- oder Studiumsunterlagen nicht der Fall sein dürfte. Da würde ich mich lieber auf mein Spiel konzentrieren, als sich über so etwas irrelevantes zu ärgern.

Freu Dich doch lieber darüber, daß sein Gegner sich durch seine Konzentrationsablenkung selber schwächt.
 
Alt 20.10.2008, 13:45   #20
Lesen am Brett

Ich verweise hierzuf auf die BTO 6.2 (Verhalten der Spieler (g))

6.2 "Jeder Spieler hat auch den Anschein eines Verstoßes gegen Artikel 6.1 zu vermeiden."

Jetzt muss ich natürlich auch noch 6.1 zitieren:

6.1 "Kein Spieler darf sich während des Spiel geschriebener oder gedruckter Aufzeichnungen oder sonstiger Hilfsmittel bedienen (...).

Des Weiteren weise ich auf die Fide-Regeln Artikel 12 (Das Verhalten der Spieler) hin:

12.1 "Ein Schachspieler unternimmt nichts, was dem Ansehen des Schachspiels abträglich sein könnte"

Beispiel: Als Zuschauer eines Opens fände ich es nicht gerade toll, wenn alle Spieler die Bild am Sonntag lesen und alle paar Minuten gelangweillt einen Zug ausführen.
 
 

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