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Wer ist der Dalai Lama?

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Alt 28.09.2007, 15:09   #1
Kiffing
Wer ist der Dalai Lama?

Der Besuch des Dalai Lamas in Deutschland, dessen Gespräch mit Angela Merkel im Bundeskanzleramt und seine damit verbundene Aufwertung hat hohe Wellen geschlagen und China - immerhin bereits jetzt eine der mächtigsten Volkswirtschaften der Welt mit exzellenten Wachstumsdaten - brüskiert. Denn der Dalai Lama ist ein erklärter Feind Chinas, der für die Unabhängigkeit Tibets und dessen Abspaltung vom chinesischen Mutterland kämpft. Pekings Erklärung ließ von daher auch nicht lange auf sich warten. In einer offiziellen Erklärung am Dienstag verurteilte die Volksrepublik das bilaterale Gespräch Merkels mit dem Dalai Lama als "schwere Einmischung in [Chinas] innere Angelegenheiten", welche die Beziehungen der beiden Länder "untergraben" habe.

Aus Angst vor einem schwerwiegenden Schaden in den wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und China versuchen deutsche Politiker und führende Wirtschaftsleute zu beschwichtigen und verlassen sich offiziell darauf, daß die Wirtschaftsbeziehungen zwischen den USA und China ja auch nicht gelitten hätten. Denn sowohl mit Clinton als auch mit Bush durfte der Dalai Lama bereits in einem offiziellen Rahmen sprechen. Doch diese Beschwichtigungen erinnern an das Pfeifen im Walde. Denn die USA haben durch ihre globale Führungsrolle gewisse Privilegien, die andere Nationen nicht haben. Daß Macht Privilegien verschafft, ist in unzähligen Exempla nachgewiesen. Um nur ein Beispiel zu nennen, so wurde einst die Hallstein-Doktrin später explizit nicht mehr auf die Sowjetunion angewandt, weil die BRD nicht an vernünftigen Beziehungen mit dem Koloß im Osten vorbeikam.

Deutschland ist aber nicht die USA. Seine Druckmittel sind nicht die gleichen. Tatsächlich ist Deutschland nach den USA das erste Land, das es gewagt hat, das Reich der Mitte mit einem offiziellen Empfang für den Dalai Lama zu brüskieren. Wenn die chinesische Regierung verhindern will, daß nun die gesamte EU nachzieht und die Diskussion über Tibet und Chinas nationale Souveranität internationalisiert wird, ist China um seiner selbst willen geradezu dazu genötigt, ein abschreckendes Exempel zu statuieren. Rainer Rupp: "Das wäre ohne größere Schäden für China machbar, denn nur wenige deutsche Produkte sind konkurrenzlos. Folge: ´Made in Germany´ könnte in China schon bald zum negativen Verkaufsargument werden." (Junge Welt, 26.9.2007, S. 8)

Nun stellt sich für einen kritischen Zeitgenossen natürlich die Frage, ob dieses offensichtlich wenig pragmatische und folgenschwere deutsche Verhalten einen derart großen ideellen Wert besitzt, wie von deutscher Seite behauptet, der diese Folgen aus moralisch-ethischen Gründen rechtfertigen würde. Es soll nun versucht werden, dieser Frage nachzugehen. Dazu unerläßlich ist es, die Person des Dalai Lamas näher zu untersuchen. Was für ein Mensch verbirgt sich also hinter der Fassade dieses dauergrinsenden Heilsbringers?

Tatsächlich herrschten in Tibet unter den Dalai-Lama-Dynastien absolut theokratische, willkürliche, brutale, feudalistische und absolutistische Zustände, die selbst das europäische Mittelalter stark in den Schatten stellten. Ein ungeheures Lächeln - "Dalai Lama - Fall eines Gottkönigs" von Colin Goldner merkt an:

Zitat:
Es wird auch aus Unwissenheit oder mit Absicht übersehen, daß die Geschichte des lamaistischen Buddhismus in Tibet keineswegs so friedfertig und einheitsselig verlief, wie die westlichen Tibetfreunde sich das zusammenphantasieren. Ganz im Gegenteil trieft sie von Blut. Sie ist eine endlose Abfolge von Grabenkämpfen zwischen Sekten, die einander buchstäblich bis aufs Messer verfeindet waren (und sind!), von Palastrevolten und Thronintrigen, und sie ist vor allem die Geschichte eines namenlos ausgebeuteten und unterdrückten Volkes.
In Tibet waren unter den Dalai-Lama-Dynastien Folter, Unterdrückung und Ausbeutung an der Tagesordnung. Es herrschten Leibeigenschaft und Sklaverei. Allein die Familie des derzeitigen Dalai Lamas Tenzin Gyatso besaß 3000 Sklaven (Junge Welt, 24.9.2007, S. 3). Das Volk war verelendet und unwissend. Das Bildungsprivileg war nur einer kleinen religiösen Kaste vorbehalten. Fast das gesamte tibetanische Volk rekrutierte sich aus Analphabeten, das aber gerade deshalb für die oktroyierte religiöse Durchdringung der Gesellschaft so empfänglich und ihr so hilflos ausgeliefert war. Die o. a. Quelle schreibt zu den Lebensbedingungen:

Zitat:
Als der tibetische Buddhismus in Tibet unumschänkt herrschte, waren die Lebensbedingungen der Tibeter entsetzlich. Die überwiegende Mehrzahl der Menschen war sterbensarm, sie lebten das Leben von unterdrückten Dreckfressern. Unnachgiebig wurden sie von den Mönchen ausgebeutet, die ihre Machtansprüche durchaus mit brutaler Gewalt durchsetzen konnte, unter anderem mithilfe zweier Institutionen, von denen die westlichen Tibetfreunde nichts wissen, oder über die sie lieber schweigen: der Mönchspolizei (Zimzag) und den Mönchssoldaten (Dob-Dobs). Außerhalb der Klostermauern konnte niemand lesen, ein Sozial- oder Gesundheitswesen für die breite Masse der Bevölkerung existierte nicht. Währenddessen schwamm die Mönchselite in Geld- und Sachwerten und brauchte auf keinen Luxus zu verzichten.
Ein ehemals Tibetbegeisterter berichtete von seinen Tibeterfahrungen in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts:

Zitat:
">So erstickt Phari förmlich im eigenen Auswurf, und nur die Härte des Klimas scheint seine Bewohner notdürftig gegen Pocken, Pest und Cholera zu schützen. In Unrat geschlagene Treppen führen zu den Eingangstüren der stallähnlichen Behausungen hinab, wo sich Menschen und Tiere in trauriger Gemeinschaft gegen die Unbilden der Witterung zu schützen suchen. Ich habe lange genug in Asien gelebt, um gegen Schmutz recht unempfindlich geworden zu sein. In Phari aber kostet es mich doch einige Überwindung, in eine der lichtlosen, entsetzlich riechenden Behausungen hinabzukriechen, die gleichzeitig als Wohnraum, Schlafraum, Küche und Stall dient. Fenster existieren nicht, der Boden besteht aus festgetretenen Kuhfladen, und die Wände glitzern von Ruß und Reif.<"
Doch während das Volk darbte, schwelgte die obere Herrschaftskaste im Luxux. Der ehemals Tibetbegeisterter fand diese krassen Gegensätze in der Hauptstadt Lhasa vor:

Zitat:
"Im Gegensatz zu derlei menschenunwürdigen Lebensumständen erwartete Schäfer zivilisiertere Verhältnisse in der Hauptstadt Lhasa, dem Regierungssitz des tibetischen Gottkönigs. In der Tat fand er in der „Heiligen Stadt“ – zusammen mit seine Reisegefährten war er persönlicher Gast des seinerzeitigen Regenten Reting Rinpoche – mit nachgerade obszöner Pracht ausgestattete Klöster, Tempel, Paläste und Gärten vor (allein der Potala, Winterresidenz des Dalai Lama, verfügte über mehr als 1000 Prunkräume, die etwas außerhalb Lhasas gelegene Sommerresidenz von Norbulingka über 500 Räume samt einer mehr als vierzig Hektar großen Parkanlage); jenseits der Tempel- und Palastbezirke zeigten sich ihm indes die gleichen elenden Lebensbedingungen, wie er sie überall in Tibet gesehen hatte: Die >heilige Stadt<, wie er schreibt, sei nichts als ein >häßliches Gewirr kleiner und winkliger Gassen und Gäßchen<, in dem die >Unhygiene keine Grenzen< finde (...)" (S. 29)
Zu den Folterpraktiken im vorrevolutionärem Tibet schreibt die o. a. Quelle, die sich auf den Bericht eines anderen Tibetbegeisterten stützt:

Zitat:
>Es gibt keine Polizei in unserem Sinn, doch werden Übeltäter immer öffentlich abgeurteilt. Die Strafen sind ziemlich drastisch, aber in ihrer Art das einzig Richtige bei der Mentalität der Bevölkerung.< Einem Mann, der eine Butterlampe aus einem Tempel gestohlen hatte, wurden >öffentlich die Hände abgehackt und sein verstümmelter Körper in eine nasse Yakhaut eingenäht. Dann ließ man die Haut trocknen und warf ihn in die tiefste Schlucht
Weiter berichtet die Quelle über dieses Thema:

Zitat:
So geht es Kapitel um Kapitel in der entsprechenden Literatur weiter. Der tibetische Buddhismus hat für den Gläubigen, der gesündigt hat, ein nicht endenwollendes Arsenal von Folterungen in petto: Köpfe werden abgerissen, Zungen werden aus dem Mund gezogen und mit Dolchen durchstoßen, die armen Seelen versinken in Seen aus Exkrementen und werden von Insekten, die in diesen Seen leben zerfressen und zerpickt. Die schlimmste aller Verfehlungen für einen tibetischen Buddhisten ist bezeichnenderweise das Aufbegehren gegen ein Mitglied des lamaistischen Klerus, und das beste, was er tun kann, ist, allen Mitgliedern dieses Klerus blind zu gehorchen. Im „alten Tibet“ hatte er ohnehin keine Wahl, denn die gesamte religiöse und weltliche Macht, die justizielle und polizeiliche eingeschlossen, lag bei eben den Leuten, die ihm für den Fall der Unbotmäßigkeit ewige Höllenqualen androhten.
Auch die Verbindungen des derzeitigen Dalai Lamas zu zwielichtigen Sektenführern, Klerikalfaschisten und Altnazis passen nicht in sein Bild des Heilsbringers, das der Westen in regelrechten Propagandaoffensiven gegenüber der Weltöffentlichkeit verbreitet. Vor allem seine Freundschaft zu der Aum-Sekte, die in den 90er Jahren in Japan mit sinnlosen Mordanschlägen die Bevölkerung terrorisierte, ist bemerkenswert. Die o. a. Quelle schreibt:

Zitat:
"Zu einer klaren Verurteilung Shoko Asharas und seiner Mörderbande konnte der Dalai Lama sich bis heute nicht durchringen. Noch Wochen nach den Tokioter Terroranschlägen ergriff er ausdrücklich Partei für seinen spirituellen Freund, den er zuvor als „kompetenten religiösen Lehrer“ hochgelobt hatte. Auch auf der Berliner Friedensuniversität im Spätsommer 1995, der er als Schirmherr vorstand, ließ er verlauten, er sehe in Asahara einen „Freund, wenngleich nicht unbedingt einen vollkommenen (not necessarily a perfect one)“. Die Frage von Autor Goldner nach den Opfern seines Terroristenfreundes quittierte er mit jenem dämlichen Grinsen, das seine AnhängerInnen und VerehrerInnen so zauberhaft an ihm finden." (S. 235 f.)
Doch während die westliche Öffentlichkeit, manipuliert durch ihre Politiker und Medien, die Exiltibeter gerne als monolithischen Block begreift, ist das Lager der Exiltibeter in Wirklichkeit gespalten und durchzogen von einer Welle der Gewalt, hervorgerufen durch den Konflikt diverser Sektengurus, zu denen selbstverständlich der derzeitige Dalai Lama zählt. Rainer Rupp schreibt dazu: (Junge Welt, 24. 9. 2007, S. 3)

Zitat:
Zitat von Rainer Rupp
Inzwischen kämpft der Dalai Lama mit rabiater Intoleranz gegen eine Gruppe innerhalb der Exil-Tibeter, die sich dem Orakel-Gott "Schugden" zuwenden und ihm opfern, von dem sich aber der Dalai Lama persönlich bedroht fühlt. Die Schugden-Anhänger wurden zu "Volksfeinden" erklärt, Listen mit Namen und Fotos der "Volksfeinde" und ihrer Kinder [sic!] wurden aufgehängt. Die Hexenjagd innerhalb der Exilgemeinde gegen die Schugden-Anhänger soll sogar Todesdrohungen beinhaltet haben
Welche Monstrositäten aus dieser voraufgeklärten und rückschrittlichen Geisteshaltung resultieren, darüber schreibt die o. a. Quelle:

Zitat:
Am 4. Februar 1997 erschütterte ein Ritualmord den Exil-Regierungssitz des Dalai Lama: Drei Mönche aus dem innersten Zirkel um „Seine Heiligkeit“, darunter der 70jährige Abt Geshe Lobsang Gyatso, waren in der Nacht auf grausige Weise abgeschlachtet worden; man hatte sie mit zahlreichen Messerstichen niederstreckt [Druckfehler im Original, M.H.] und ihnen wie Tieren beim Metzger die Haut angezogen. Weitere hochrangige Mönche, auch der Dalai Lama selbst, erhielten entsprechende Drohungen. Die Attentäter, so die für Buddhismus- und Dalai Lama-Fans in aller Welt schockierende Erkenntnis, kamen aus den Reihen der Exiltibeter selbst: aus den Reihen der Anhänger eines tibetischen Schutzpatrons, den der Dalai Lama ein gutes halbes Jahr zuvor mit Bann belegt hatte.
Seine Kumpanei mit dem Faschismus (vor allem Heinrich Himmler hatte sich sehr für den Buddhismus begeistert) erklärt sich neben spirituellen Übereinstimmungen mit dem Rassismus, den beide Ideologien in sich tragen. Zu dem Rassismus äußert sich die o. a. Quelle:

Zitat:
Besondere Erwähnung verdienen in diesem Zusammenhang die Verbindungen des Dalai Lama zur internationalen Theosophen-Szene. Die Theosophie ist ein absurdes Gebräu aus krass rassistischen, antirationalen und esoterischen Ideologieversatzstücken, das Ende des 19. Jhdts. von der russischen Spiritistin Helena Blavatsky zusammengekocht wurde. Die Blavatsky faselte von sogenannten „Wurzelrassen“, aus denen die heutigen „Menschenrassen“ samt und sonders entstanden seien, und in den Tibetern sah sie die letzten Vertreter der Wurzelrasse der „Atlantier“ (den Abkömmlingen von Atlantis). Zum Entzücken aller Antisemiten konnte sie die Juden in ihren fünf Wurzelrassen nicht unterbringen, und verurteilte sie deswegen kurzerhand zum Aussterben, genauso wie die „Rothäute, Eskimos, Papuas, Australier, Polynesier usw.“, deren Zeit sie im Zeichen der spirituellen Vervollkommnung der Menschheit abgelaufen sah: Weg mit ihnen. Sie behauptete, derlei Weisheiten seien ihr 1888 in Form ihres Werks „Die Geheimlehre“ aus der Hand erleuchteter Tibeter zuteil geworden. (Natürlich sind die angeblichen Aufenthalte der Blavatsky in Tibet nicht belegt). Als kleines Detail am Rande sollte vielleicht erwähnt werden, daß diese Frau zusammen mit ihrem Gefährten Henry Steve Olcott zu den ersten Europäern gehörte, die offiziell zum Buddhismus übertraten (1880).
Der derzeitige Dalai Lama bläst ins selbe Horn seiner Ahnen. Rainer Rupp beschreibt und kommentiert diesen Umstand folgendermaßen (Junge Welt, 24. 9. 2007, S. 3)

Zitat:
Zitat von Rainer Rupp
Der Dalai Lama ist jedoch nicht nur ein intoleranter, gewaltbereiter Hasardeur, sondern auch ein Rassist. Als solcher hatte er sich vor Jahren auf seiner Webside im Internet geoutet, auf der seine Landsleute in Tibet vor der rassistischen Durchmischung mit den zugezogenen Han-Chinesen gewarnt wurden. Offensichtlich soll die tibetanische Rasse rein bleiben. Als solche Forderungen von den weißen Rassisten in Südafrika gestellt wurden, erhob sich weltweit ein Aufschrei der Empörung. Beim tibetischen Gott-König sieht man geflissentlich darüber hinweg
Desweiteren ist der tibetanische Buddhismus hochgradig frauenfeindlich. Die o. a. Quelle schreibt zu dieser Problematik:

Zitat:
Die Frauenfeindlichkeit, die sich im Buddhismus von Anbeginn an findet, ist vom tibetischen Buddhismus ins Monströse gesteigert worden. Dies dokumentiert sich nicht nur in der Theorie, daß Frauen grundsätzlich nicht erleuchtungsfähig sind. Frauen haben im tibetischen Buddhismus nichts zu melden, sie sind Dienerinnen und sie haben zu gehorchen.
Dies sollte vor allem den aufgeklärten Teil der Weltbevölkerung auf den Plan rufen, denn im Unterschied etwa zum islamischen Fundamentalismus oder zum tibetanischen Buddhismus ist es für diese aufgeklärte Weltbevölkerung eine Selbstverständlichkeit, daß eine Frau den gleichen Wert ausweist wie etwa ein Mann.

Nachdem klargemacht wurde, daß der derzeitige Dalai Lama in keiner Weise für die vom Westen propagandistisch hochgelobten Menschenrechte steht, sollte deutlich gemacht, warum der Westen in diesem Dalai Lama in dieser konsequent verlogenen Manier eine Gallionsfigur sieht, und das, obwohl Tibet schon seit 700 Jahren offiziell zu China gehört und der Dalai Lama folglich keinerlei Ansprüche hat auf seine Inthronisierung und dem damit verbundenen eklatanten Rückschritt der tibetanischen Bevölkerung ins finsterste Mittelalter. Rainer Rupp bemerkt dazu

Zitat:
Zitat von Rainer Rupp
[...]nach dem Sieg der kommunistischen Revolution in China 1949 hatten die Westmächte, allen voran die USA, in Asien ein zweites "Reich des Bösen" [das erste war die Sowjetunion - Kiffing] heranwachsen gesehen. Deshalb taten sie allen, um das neue China zu schwächen, wozu auch die politische und militärische Unterstützung [neben der von Taiwan - Kiffing] der gewaltbereiten Separatisten in Tibet gehörte
Es wird angesichts der zusammengetragenenen Fakten Zeit, ein Fazit zu ziehen:
Angela Merkel bzw. der deutschen Regierung geht es nicht darum, ein Zeichen für die Menschenrechte zu setzen. Menschenrechte werden stattdessen in verlogener und für Kenner durchsichtigen Manier als Machtinstrument eingesetzt. China hat dieses Spiel durchschaut und macht deshalb nicht mit. Während Gerhard Schröder noch mit seiner zumindest direkten Verweigerungshaltung im Irakkrieg den Unbill der USA auf sich zog und stattdessen auf gute Beziehungen mit Rußland setzte, bemüht sich Angela Merkel offensichtlich darum, diesen Schröderschen Kurswechsel, der durchaus einzigartig in der Geschichte der bundesrepublikanischen Bundeskanzler gewesen ist, mit Verve wieder rückgängig zu machen. Es soll wieder nachhaltig die globale US-Politik unterstützt werden, was mit der Internalisierung der opulenten Feindbilder der USA einhergeht, die sich wieder zueigen gemacht werden. Deutschland will wieder im Windschatten der USA auf der Welt mitfahren. Dies alles hat was mit globaler Machtpolitik zu tun, aber alles andere als mit Menschenrechten. Die Operationalisierung der Menschenrechte auch von deutscher Seite aus sollte durchschaut werden. Ob diese kritiklose Parteinahme der imperialistischen US-Politik für die deutsche Außenpolitik klug ist, sollte zurecht bezweifelt werden. Denn die USA behandeln ihre Verbündete niemals als Verbündete, sondern eher als Vasallen. Stets sind die USA die Macht, die das Gros der Beute für sich selbst einstreicht. Ein Bruch mit dieser imperialistischen Logik tut Not. Aber dazu ist die Zeit noch nicht reif, sondern muß erst energetisch vorbereitet werden.
 
Alt 02.10.2007, 14:12   #2
narssner
Völkermord ist und bleibt Völkermord

Unterstützung für indigene Völker und ethnische Minderheiten sollte eigentlich nicht länger todgeredet werden.

In Tibet leben inzwischen 7 Millionen Menschen chinesischer Herkunft (zwangsangesiedelt) und 6 Millionen Tibeter.

Viele Tibeter leben bzw. hausen außerhalb Tibets.

Die Wälder werden abgeholzt. Die Berghänge werden früher oder später rutschen. Dies nur als wenige einige Beispiele.

Unter anderem hat eben der jetzige Dalai Lama auch Vorschläge zu Demokratisierung gemacht. Das sollte man vielleicht auch einmal lesen. Und nicht nur die Auslassung von PDS und anden Linken (bzw. Leute, die sich für links halten).

einen freundlichen Gruß
narssner
 
Alt 02.10.2007, 15:00   #3
Kiffing
Wer ist der Dalai Lama?

Der Dalai Lama kann sich sehr gut verkaufen. Der weiß, wie er sich international zu geben hat, damit ihm diese breite Unterstützung zuteil wird. Aber meine Kritik ist ja die, daß der Dalai Lama ganz andere Interessen verfolgt als die, die er offiziell propagiert. Seine Weltanschauung und seine Verbindungen zu dubiosen Organisationen habe ich nachgewiesen. Ein Demokrat ist er ganz bestimmt nicht, sondern das Gegenteil. In diesem Kontext ist es auch nicht verwunderlich, daß der Dalai Lama außer seinem Dauergrinsen niemals etwas aussagekräftiges hervorzubringen hat, wenn er mit kritischen Fragen konfrontiert wird, was ja bislang nicht nur einmal geschehen ist. Warum ist er nie in der Lage, auf diese Fragen die passenden Antworten zu geben?

Die chinesische Politik in Tibet ist natürlich ein sehr heikles Thema. Zuvorderst muß ich erwähnen, daß China die Hoheit über Tibet hat, weil Tibet seit mehr als 700 Jahren integraler Bestandteil Chinas ist.

Zitat:
Zitat von Rainer Rupp
Daran, daß die Zentralregierung Chinas seit mehr als 700 Jahren ununterbrochen auch die Souveränität über die Provinz Tibet gehabt hat und Tibet zu keinem Zeitpunkt ein unabhängiger Staat war, besteht kein Zweifel Millionen von historischen tibetischen und chinesischen Dokumenten in Peking, Nanking und Lhasa belegen das. Keine Regierung der Welt hat je Tibet als unabhängigen Staat anerkannt. Auch in einer Anweisung des britischen Außenministers Lord Lansdowne aus dem Jahre 1904 heißt es, daß Tibet »eine Provinz des chinesischen Reiches ist«.

Und in einer Rede im Jahre 1954 sagte der indische Premierminister Jawaharlal Nehru: »Soweit ich weiß, hat seit Jahrhunderten kein fremdes Land Chinas Souveränität über Tibet je in Frage gestellt.«
24.09.2007: Gott-König im Exil (Tageszeitung junge Welt)

Schon alleine deshalb kann man nicht von "Besatzung" sprechen. Die Tatsache, warum der Westen, allen voran die USA, seit der kommunistischen Revolution von 1949 in unzulässiger und völkerrechtswidriger Art und Weise auf einmal daherging, die tibetische Reaktion mit Waffen u. ä. auszustatten und deren Unabhängigkeitskampf zu unterstützen, hat machtpolitische, aber keinerlei staatsrechtlicher Gründe. Die USA sahen in Asien neben der Sowjetunion einen neuen kommunistischen Koloß anwachsen und bekämpften diesen daher mit allen Mitteln (wie es ihre Art ist mit ihnen unliebsamen Regimes).

Zitat:
Zitat von Rainer Rupp
Genau das aber tun die Westmächte mit ihrer anhaltenden Unterstützung der tibetanischen »Exilregierung« und deren Anführer, des Dalai Lama. Denn nach dem Sieg der kommunistischen Revolution in China 1949 hatten die Westmächte, allen voran die USA, in Asien ein zweites »Reich des Bösen« heranwachsen gesehen. Deshalb taten sie alles, um das neue China zu schwächen, wozu auch die politische und militärische Unterstützung der gewaltbereiten Separatisten in Tibet gehörte.
24.09.2007: Gott-König im Exil (Tageszeitung junge Welt)

Ich möchte es nicht in Abrede stellen, daß die chinesischen Kommunisten unter Mao Tse Tung in ihrem notwendigen Kampf gegen den brutalen theokratischen und absolutistischen Feudalismus in Tibet das notwendige Fingerspitzengefühl vermissen ließen und das tibetische Volk durch Verhaftung und Folterung ihrer Würdenträger und die Zerstörung ihrer Kulturgüter schwer brüskierten und damit natürlich unnötig Widerstand evozierten. Aber das ändert nichts daran, daß dieser Kampf gegen diese völlig rückständige Barbarei an sich notwendig war. Nur so konnte das tibetische Volk endlich eine Lebensperspektive gewinnen. In vorrevolutionären Tibet fehlte es ja an allem, was ein Mensch zu seiner Selbstentfaltung braucht. Die Fehler, Verbrechen und Irrtümer Mao Tse Tungs sind heute in China korrigiert worden. Die alten tibetischen Kulturgüter werden von China wieder aufgebaut, das tibetische Volk kann frei seine Religion ausüben und das tibetische Volk genießt eine weitreichende Autonomie.
 
Alt 04.10.2007, 14:42   #4
narssner
nicht blindlings der PDS alles glauben

Bei Veranstaltungen bzw. Treffen von Vertretern ethnischer Minderheiten haben sowohl der Dailai Lama als auch andere Tibeter durchaus deutliche Worte gesprochen.

Nur, die angeblichen Linken haben das noch nicht einmal gelesen. Oder sie sind gegenüber jedem Beleg schlicht immun, wie zum praktischen Beispiel Jutta Dithfurt. Für die sogar traditionelle Indianer Faschisten und Rassisten sind.

Und die Esoteriker nehmen das zweimal nicht zur Kenntnis. Die sind nur da, wenn sie mit Tibetern ihre "alles wird immer besser" Veranstaltungen abziehen können.

Für die Zerstörung und Vergiftung irgend eines Landes gibt es keine irgendwelche Rechtfertigung. So haben zum Biespiel die USA mit ihren Uranhülsengranaten und Bomben den Kosowo im Grunde unbewohnbar gemacht.

Jede Ernte dort müßte eigentlich vernichtet werden.

Das Tibet immer ein "integraler Bestandteil" von China gewesen sein soll, halte ich für eine von vielen Suggestivbehauptungen. So ähnlich, wie die Rechte der Indianer in den USA "eine innere Angelegenheit der USA" ist. Ist eine Standardausrede, um wieder einmal nichts tun zu müssen.

einen freundlichen Gruß
narssner
 
Alt 04.10.2007, 21:39   #5
AgentOrange
Wer ist der Dalai Lama?

Seit wann hat China über die Gästeliste der Bundesrepublik zu bestimmen ??
 
Alt 14.10.2007, 10:47   #6
Raoul
Wer ist der Dalai Lama?

Vor allem darf man den Kampf um ein "freies Tibet" (also um nationale Eigenständigkeit) nicht so einfach mit dem Kampf um Menschenrechte gleichsetzen. Dazu müsste man erst einmal wissen, wie dieses freie Tibet denn aussehen soll (Stichworte: Demokratie, Schutz der ethnischen Minderheiten) und mit welchen Mitteln die Nationalisten denn zu kämpfen gedenken. In der Regel ist es ja eher umgekehrt, ist nämlich der Nationalismus das Motiv für die Verletzung elementarster Menschenrechte. Daher sind mir die tibetischen Unabhängigkeitsbestrebungen ziemlich suspekt. Was China braucht ist Demokratisierung und nicht Balkanisierung.
Im übrigen stört mich an der ganzen Tibet-Schwärmerei, dass alles so unglaublich seicht ist. Und der Dalai-Lama ist auch nur eine Pop-Ikone. Der Che Guevara der nicht ganz so Linken.
 
Alt 27.03.2008, 19:39   #7
LeicheVonGestern
Wer ist der Dalai Lama?

Ich stelle hier Folgendes fest:

Das chinesische Regime verfolgt seit Mao eine menschenverachtende kommunistische Politik mit all ihren typischen Pervertierungen und fügt sich ein in die Geschichte der Massenmörderstaaten.

Der Dalai Lama ist ein friedfertiger Mensch.

Wo steht geschrieben, daß Tibet ein Teil Chinas ist?

Kommunistische Regime neigen dazu, andere Nationen und Völker anzugreifen, zu besetzen und deren Politik aufzuzwingen.

Die "JUNGE WELT" ist eine kommunistische Zeitung.

Über den Autor Rainer Rupp ist zu sagen, daß er für die DDR spionierte und im Westen wegen Spionagetätigkeiten verhaftet wurde.
Siehe auch : Rainer Rupp – Wikipedia

[...]gelöscht. Persönliche Angriffe sind hier unerwünscht
Kiffing
 
Alt 29.03.2008, 14:43   #8
French Magician
Wer ist der Dalai Lama?

Wenn es um Tibet und China geht, so kann man ehrlich gesagt keiner der beiden Seiten volle Sympathie zusprechen. Colin Goldner scheint mit kommunistischen Kreisen nichts zu tun zu haben, insofern scheint mir seine Kritik glaubwürdig. Nur lässt sich damit noch lange kein chinesisches Eroberungsgebaren rechtfertigen. Denn wenn es um Menschenrechte geht, hat China noch eine Menge Nachholbedarf.
 
Alt 29.03.2008, 15:28   #9
Kiffing
Wer ist der Dalai Lama?

@LeicheVonGestern:

Schön die Position der etablierten Medien und Politiker zusammengefaßt, wenn auch weniger moderat. Aber vom Inhalt her ist das das Gleiche. Dann wollen wir doch einmal sehen, was sich derzeit so wirklich in Tibet zuträgt. Vielleicht bringen einige Augenzeugenberichte, die von der alles andere als verdächtigen Washington Post am 27. März zusammengetragen wurden, Klarheit:

Zitat:
Zitat von Washington Post
Der kanadische Rucksacktourist John Kenwood berichtet, wie er am Nachmittag des 14. März "jung und dumm, aber voller Adrenalin" mit einem Mob von 200 oder mehr Leuten laut "Freiheit für Tibet" brüllend im Zentrum von Lhasa die Bereitschaftspolizei eine enge Straße entlang gejagt hat. "Es war ein erhabendes Gefühl, Teil der heulenden Meute zu sein, die die Polizei in die Flucht geschlagen hatte. Einige Polizisten ließen sogar ihre Schutzschilde fallen, um schneller aus der Reichweite der in ihre Richtung geworfenen Steinbrocken zu kommen. Dann hielt der Haufen der Tibeter an, sie lachten und schlugen sich gegenseitig anerkennend auf den Rücken. Die überschäumende Stimmung hielt aber nicht lange an. Die Menge teilte sich in kleinere Gruppen auf. Sie sammelten Steinbrocken, zogen ihre Messer aius der Scheide und suchten sich das nächste Ziel aus.
"Es sah so aus, als ob sie mit jedem, der vorbei kam, Streit suchten", erzählte der 17 Jahre alte Kenwood. "Es ging nicht mehr um die Freiheit Tibets". Was er dann sah, war ein gewalttätiger Amoklauf wie ihn Lhasa seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt hatte. Hunderte von meist jungen Tibetern formierten sich zu herumziehenden Gangs, die chinesische Passanten angriffen, Geschäfte zerstörten und im Laufe von zwei Tagen 19 Menschen töteten und über 600 verletzten. "Während der Randale setzten Plünderer ein Bekleidungsgeschäft in Flammen, wodurch fünf junge Mädchen, die dort bedienten und sich in den ersten Stock gerettet hatten, Opfer der Flammen wurden. Während das Zentrum von Lhasa im Chaos versank, hielten sich die meisten Polizisten auf Distanz.
Schweizer Touristen, die sich am 14. März auf einem kleinen Platz von Lhasa befanden, berichteten: Die Menge auf dem Platz wuchs schnell auf über 100 Personen an, einschließlich fünf bis sechs Leuten in Mönchskutten. Die Menge begann, Steinbrocken auf ein Fastfood-Restaurant in der Nähe zu werfen, um es anschließend zu stürmen und die Inneneinrichtung samt Küchenvorräten auf die Straße zu werfen. Feuerwehrleute kamen, um die Flammen zu löschen, aber sie liefen weg, als der Mob ihren Feuerwehrwagen übernahm." Die beiden Schweizer Touristen entschieden sich, die Szene zu verlassen, kamen aber in eine Straße, in der die Bereitschaftspolizei dem Mob entgegengetreten war. Sie sahen etliche Menschen, die durch Steinbrocken verletzt waren.
Claudia Balsiger, ein weiterer Schweizer Tourist, erzählte, daß er Zeuge wurde, wie ein älterer Chinese von seinem Fahrrad gezerrt und auf den Boden geschmissen wurde, wo ein Aufrührer mit einem großen Stein seinen Kopf zertrümmerte. "Einige ältere Tibeter versuchten, ihn aufzuhalten, aber die anderen heulten wie Wölfe. Auf diese Weise unterstützten sie die Aufrührer", sagte der 25 Jahre alte Balsiger und fügte hinzu: "Jeder, der irgendwie chinesisch aussah, wurde angegriffen und zusammengeschlagen."
Wegen Tibet ist zu sagen, daß Tibet seit jeher ein Bestandteils des Reichs der Mitte ist. Als China wegen der ständigen imperialistischen Eroberungskriegen schwächelte, erklärte Tibet einseitig seine Unabhängigkeit, was von China nach der kommunistischen Revolution aber rückgängig gemacht wurde. Seitdem wird der tibetische Widerstand von den USA stark unterstützt.
 
Alt 29.03.2008, 16:21   #10
French Magician
Wer ist der Dalai Lama?

Zitat:
Zitat von Washington Post
Der kanadische Rucksacktourist John Kenwood berichtet, wie er am Nachmittag des 14. März "jung und dumm, aber voller Adrenalin" mit einem Mob von 200 oder mehr Leuten laut "Freiheit für Tibet" brüllend im Zentrum von Lhasa die Bereitschaftspolizei eine enge Straße entlang gejagt hat. "Es war ein erhabendes Gefühl, Teil der heulenden Meute zu sein, die die Polizei in die Flucht geschlagen hatte. Einige Polizisten ließen sogar ihre Schutzschilde fallen, um schneller aus der Reichweite der in ihre Richtung geworfenen Steinbrocken zu kommen. Dann hielt der Haufen der Tibeter an, sie lachten und schlugen sich gegenseitig anerkennend auf den Rücken. Die überschäumende Stimmung hielt aber nicht lange an. Die Menge teilte sich in kleinere Gruppen auf. Sie sammelten Steinbrocken, zogen ihre Messer aius der Scheide und suchten sich das nächste Ziel aus.
"Es sah so aus, als ob sie mit jedem, der vorbei kam, Streit suchten", erzählte der 17 Jahre alte Kenwood. "Es ging nicht mehr um die Freiheit Tibets". Was er dann sah, war ein gewalttätiger Amoklauf wie ihn Lhasa seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt hatte. Hunderte von meist jungen Tibetern formierten sich zu herumziehenden Gangs, die chinesische Passanten angriffen, Geschäfte zerstörten und im Laufe von zwei Tagen 19 Menschen töteten und über 600 verletzten. "Während der Randale setzten Plünderer ein Bekleidungsgeschäft in Flammen, wodurch fünf junge Mädchen, die dort bedienten und sich in den ersten Stock gerettet hatten, Opfer der Flammen wurden. Während das Zentrum von Lhasa im Chaos versank, hielten sich die meisten Polizisten auf Distanz.
Schweizer Touristen, die sich am 14. März auf einem kleinen Platz von Lhasa befanden, berichteten: Die Menge auf dem Platz wuchs schnell auf über 100 Personen an, einschließlich fünf bis sechs Leuten in Mönchskutten. Die Menge begann, Steinbrocken auf ein Fastfood-Restaurant in der Nähe zu werfen, um es anschließend zu stürmen und die Inneneinrichtung samt Küchenvorräten auf die Straße zu werfen. Feuerwehrleute kamen, um die Flammen zu löschen, aber sie liefen weg, als der Mob ihren Feuerwehrwagen übernahm." Die beiden Schweizer Touristen entschieden sich, die Szene zu verlassen, kamen aber in eine Straße, in der die Bereitschaftspolizei dem Mob entgegengetreten war. Sie sahen etliche Menschen, die durch Steinbrocken verletzt waren.
Claudia Balsiger, ein weiterer Schweizer Tourist, erzählte, daß er Zeuge wurde, wie ein älterer Chinese von seinem Fahrrad gezerrt und auf den Boden geschmissen wurde, wo ein Aufrührer mit einem großen Stein seinen Kopf zertrümmerte. "Einige ältere Tibeter versuchten, ihn aufzuhalten, aber die anderen heulten wie Wölfe. Auf diese Weise unterstützten sie die Aufrührer", sagte der 25 Jahre alte Balsiger und fügte hinzu: "Jeder, der irgendwie chinesisch aussah, wurde angegriffen und zusammengeschlagen."
Ist nicht das erste Mal, das ein Aufstand aus dem Ruder läuft und pervertiert. Man erinnere sich an die Unruhen in Los Angeles 1992. Die Parallelen sind groß.

Bist du schon mal auf die Idee gekommen, daß die Chinesen Tibet tatsächlich unterdrücken? Das würde die Aggressionen nämlich erklären, wenn auch nicht rechtfertigen.
 
Alt 29.03.2008, 17:19   #11
Kiffing
Wer ist der Dalai Lama?

Ich würde da immer trennen zwischen einem berechtigten Volksaufstand und ungerechten Pogromen. Hier scheint mir das letztere der Fall zu sein. Es deckt sich auch mit den Bestrebungen der Lama-Clique, ein ethnisch homogenes Tibet zu schaffen.
Offenbar soll die Olympiade in Peking dieses Jahres ausgenutzt werden, um China unter Druck zu setzen. Die Aufstände wurden gezielt in diesen Zeiten organisiert.
 
Alt 29.03.2008, 20:22   #12
French Magician
Wer ist der Dalai Lama?

Zitat:
Zitat von Kiffing Beitrag anzeigen
Offenbar soll die Olympiade in Peking dieses Jahres ausgenutzt werden, um China unter Druck zu setzen. Die Aufstände wurden gezielt in diesen Zeiten organisiert.
Das an sich bedeutet ja noch nicht, daß die Aufstände ungerechtfertigt sind, bloß weil sie zu einem für China ungünstigen Zeitpunkt stattfinden.

Was mich mal interessieren würde: Wie war es eigentlich gesellschaftspolitisch um Tibet bestellt, bevor es sich von China isoliert hat?

Vielleicht kann das hier (als erster Einstieg in die Materie) weiterhelfen:
Tibet – Wikipedia
 
Alt 14.05.2008, 20:29   #13
Fritz7
Wer ist der Dalai Lama?

Zitat:
Zitat von Kiffing Beitrag anzeigen
Ich würde da immer trennen zwischen einem berechtigten Volksaufstand und ungerechten Pogromen. Hier scheint mir das letztere der Fall zu sein. Es deckt sich auch mit den Bestrebungen der Lama-Clique, ein ethnisch homogenes Tibet zu schaffen.
Offenbar soll die Olympiade in Peking dieses Jahres ausgenutzt werden, um China unter Druck zu setzen. Die Aufstände wurden gezielt in diesen Zeiten organisiert.
Diese Proteste sind (meiner Meinung nach) absolut gerechtfertigt, weil:

-Sicher, Sport ist eigentlich eine unpolitische Angelegenheit, aber hätte man ein Land wie China, in dem vieleicht 1% der Bevölkerung überhaupt etwas von den Protesten weiss, weil die Medien einer strengen Zensur unterliegen, ein Land das grundlos andere Länder besetzt, überhaupt zum Gastgebeland ernennen dürfen. Da kann ich schon verstehen wieso viele Leute etwas dagegen haben, dass die olympischen Spiele dort stattfinden. Mal abgesehen von den Sportlern, die es vieleicht nicht gerade als Vergnügen empfinden in einem solchen Land zu verweilen.
-Diese Proteste sind einfach notwendig. Man darf nicht zusehen, wie irgendwelche imperialistischen Regierungen anfangen, andere Länder zu okkupieren. Da die Bevölkerung Chinas aber wegen der oben erwähnten nicht-Pressefreiheit einfach nichts von den Problemen weiss, es in China selbst also nicht zu Protesten kommen kann, und der durchschnittliche europäische (oder auch amerikanische, australische,...) Bürger kein anderes Druckmittel hat als die olympischen Spiele, muss man wohl moralische Prinzipien wie "Sport ist unpolitisch" , die eigentlich ja durchaus gerechtfertigt sind, beiseite lassen und die Spiele eben zu solchen Zwecken missbrauchen.

Zu der Diskussion über den Dalai Lama:
Da Frage ich mich schon was das soll. Der Dalai Lama hat die Welt höchstpersönlich dazu aufgerufen, bei den Protesten auf Gewalt zu verzichten. Wie kann man ihm da die gewaltsamen Aufstände anhängen. Nein, ich beahupte der Dalai Lama ist in dieser Sache einer der Menschen denen absolut recht zu geben ist.
 
Alt 14.05.2008, 21:01   #14
French Magician
Wer ist der Dalai Lama?

Der Dalai Lama ist in meinen Augen kein Heiliger, die Regierung in China allerdings verurteilenswert.

Ach ja, folgendes ist interessant:

Zitat:
Zitat von Nicola Raschke 05.04.2008
Mit Interesse las ich die Unterredung zwischen Hein und Ssusanita und möchte diese nicht unkommentiert lassen.

Zum Transport von Botschaften durch die Olympischen Spiele:

Im Allgemeinen möchte ich meine Zweifel am bloßen Entertainment der VR mittels der Olympischen Spiele anbringen. Es geht vielmehr um die Festigung der eigenen politischen, sozialen, gesellschaftlichen Macht der Partei als Folge dieser "unterhaltsamen" und ihrer Hoffnung nach erfolgreichen Selbstdarstellung. Es ist erschreckend welch Dimensionen die Spiele hier im Lande, trotz der scheinbar unpolitischen Parolen der wichtigen Olympischen Spiele (zu deren vollkommener Unterstützung jeder Chinese aufgerufen wird), erreichen. So wird es zwar als unpolitisch angepriesen, aber der Verdacht der Stärkung von Machterhalt- und Machterweiterungsinteressen durch die KP, liegt sehr nah, wenn man sich die Medienlandschaft ansieht und wenn man weiß, wie wichtig das Fernsehen für die Menschen hier ist. Die Medien sind schon seit Monaten voll von propagandistischen, eigenlob-verseuchten, unkritischen, selbstverliebten Schlagzeilen, im TV bezieht sich nahezu jeder zweite Werbespot bzw. Beitrag auf das im August stattfindende Ereignis und immer sind die Impressionen so unendlich romantisiert, dass man sich fragt, wie diese große Kluft zwischen medialer Inszenierung und Wirklichkeit von den Chinesen getragen werden kann. Die Antwort auf diese Frage bringt mich zum zweiten Punkt:

Zur kollektiven Volksverdummung:

Die mediale Situation im Land ist - wie allseits bekannt - mehr als einseitig, sie ist absichtlich verfälscht und zum Zwecke der Vermeidung unliebsamer Kritik zensiert, ja propagandisiert. Über meine Arbeit an einer chinesischen Universität - also die Zusammenarbeit mit der chinesischen "Bildungselite", hängt sich eine Schleier der Enttäuschung bezüglich der Kompetenzen chinesischer Studenten. Und man ist geneigt, die Unfähigkeit des reflexiven, kritischen Umgehens mit eigenen und ausländischen Medien, mit Texten und Bildern, als wichtige Kompetenz des globalen, kommunikationsmedialen Zeitalters, auf die Bildungspolitik der KPCh sowie die historisch gewachsene Bildungslandschaft zu beziehen. In einer Gesellschaft in der Hierarchiedenken, Konfliktscheuheit und Argumentationsarmut sowie Meinungsgleichheit größere Bedeutung haben, als die kritische Auseinandersetzung mit politischen, gesellschaftlichen und ökonomischen Problemen, fällt die auf Übernehmen und Nachahmen aufbauende Bildungslandschaft auf fruchtbaren Boden. Die Instruktion meiner Arbeitgeber, politische, religiöse und andere "brisante" Probleme im Unterricht nicht zu thematisieren, tut ihr übriges.

Bei einer derartigen Mischung aus Nationalstolz (welchem an sich nichts Verwerfliches immanent ist), zentralistischer Regierungsführung (Diktatur) sowie unreflektierter Bildungslandschaft (ohne Wertschätzung kommunikativer, dialogischer, argumentativer, kritischer Kompetenzen) im Zusammenspiel mit einem medialen Großereignis sind an der reinen Entertainmentshow der Olympischen Spiele, wie ich finde, berechtigte Zweifel anzumelden.

Zur Fähigkeit westlicher Medien die Darstellung der hiesigen Situation möglichst facettenreich zu gestalten und nicht der schwarz-weiß-Malerei als politisches Statement zu verfallen, bleibt bisher leider nur anzumerken, dass es den wenigsten Artikeln und Beiträgen zum Thema gelingt, die Komplexität des Zusammenspiels aus Gesellschaft, Kultur und Politik (und tatsächlich sind die Verflechtungen in China sehr dicht) sensibel und realitätsnah zu entfalten.
Zitat:
Zitat von Nicola Raschke 08.04.2008
Vielleicht einige interessante Einblicke in die chinesische Medienlandschaft, um das Thema (das hoffentlich noch nicht - wie unten beschrieben - "augelutscht" ist) wieder zu fokussieren:

Gestern Abend im Chinesischen Staatsfernsehen CCTV 9:

Im stolzen Beitrag zur Darstellung des Fackellaufes in London fanden auch die Proteste Erwähnung, die es notwendig machten, dass eine Schar von britischen und chinesischen Sicherheitskräften um den jeweiligen Sportler - nein, vielmehr um die Flamme - als Pufferzone und Schutzschild agierten. Die Interviews mit sehr enttäuschten Londonern, die sich für die Olympischen Spiele als friedliche und unpolitische Veranstaltung aussprachen, rückten schließlich das Bild wieder gerade, welches die chinesischen Medien den Chinesen von der Welt und ihrer "wie freuen uns mit China auf die olympischen Spiele" -Haltung vermittelt wissen wollen. Schließlich wurde den Sicherheitskräften ausgiebig gedankt, die es möglich machten, den gesetzwidrigen Demonstranten den Gar auszublasen.

Im Anschluss folgte ein Beitrag über die Lügen der Dalai Lama Clique zu Angaben über die Todesopfer. Für ca. 20 Personen (die namentlich genannt wurden) konnte durch die tibetische Regierung nachgewiesen werden, dass sie nicht in den Kämpfen umgekommen sind. Dabei wurde jede angebliche Falschangabe präzise aufgelistet um böswillige Motive der Dalai Lama Clique zu untermauern.

Im Anschluss an die Nachrichtensendung folgte eine Dialog-Sendung zum Thema "Olympic Spirit" und Reaktionen in "Westeuropa", die als nicht ernstzunehmen und absolut fern dem olympischen Gedanken dargestellt wurden. (Aber es gab ja Polizisten, die sich um die Durchsetzung des Rechts kümmerten.) Außerdem wurde das Spektakel Mount Everest angesprochen, welches an Symbolgehalt nicht zu toppen wäre. Die Flamme auf dem höchsten Berg der Welt, das zeigt den olympischen Gedanken und die Leistungsorientierung im Sport und wird als große Feierlichkeit, als großes Event verkauft. Aus dem Dialog wurde somit eher ein Kanon von Lobhudeleien auf die Spiele und die Freundschaft aller Nationen. Unterbrochen werden die Sendungen zuhauf von Werbespots die mit traumhaft ergreifender Musik noch viel ergreifendere Impressionen glücklicher oder sportlich erfolgreicher, kämpfender Menschen zeigen.

Die Darstellungen sind oberflächlich und blicken nie auf Ursachen, beinhalten keine Analysen, es wird Menschen, die sich kritisch ggü. den Olympischen Spielen äußern, unterstellt den Rest der Menschen auf der gaaaaanzen Welt nicht zu würdigen (indem ihre Ansichten pro Olympia übergangen werden), denn sie zerstören die Chance auf ein harmonisches Großereignis.

Wenn ich mir vorstelle, dass man keine anderen Informationsquellen beziehen kann und tagtäglich diesen Schmus konsumieren muss, komme ich zu dem Urteil, dass die Einschränkung von Medien- und Meinungsfreiheit (Verbot) als wichtigstes Mittel des Staates genutzt wird, um dem Risiko von Machtverlust entgegenzuwirken. Damit spreche ich mich nochmals nicht gegen die Olympischen Spiele aus - gerade nicht - sondern: Den Menschen muss die Chance gegeben werden, herauszufinden, was die Welt tatsächlich über China denkt, und zwar in all den Facetten die sich - wie auch hier im Forum - beobachten lassen.
Es wäre doch vorstellbar, dass die Nachwirkungen dieser Begegnungen der Chinesen mit der Welt und ihrer Vielfalt, nicht folgenlos bleiben und zumindest ein größerer Teil als bisher die Augen ein Stück weit öffnet für das, was hier im Land geschieht!
 
Alt 15.05.2008, 13:53   #15
Kiffing
Wer ist der Dalai Lama?

@Fritz7: Zunächst einmal hat China in seiner ganzen Geschichte so gut wie nie anderen Ländern aus imperialistischen Motiven den Krieg erklärt. Behandele Deine Nachbarn als Freunde, ist die Devise chinesischer Außenpolitik. Imperialistisch sind die USA, nicht aber China. Oder kannst Du mir ein Beispiel nennen, wo China in den letzten Dekaden einen Waffengang durchgeführt hatte. Mir fällt da nur die "Strafaktion" gegen Vietnam 1979 ein, der kurz nach den Verirrungen der Mao Tse Tung-Epoche gestartet wurde. Von China geht keine Gefahr für die Welt aus.

Außerdem gehört Tibet schon seit sieben Jahrhunderten zu China. Da von "Besatzung" zu sprechen, erscheint mir etwas gewagt. Tibet ist reguläres Territorium von China, was auch offiziell von keinem Staat der Erde in Frage gestellt wird.

Überdies sehe ich nicht, wie die Tibeter großartig unterdrückt werden. In meinem Eingangsbeitrag habe ich ja bereits geschildert, wie infernalisch die Lebensbedingungen unter dem heute vielgerühmten tibetanischen Buddhismus waren. Seither hat sich viel getan in Tibet. So ist das Bruttosozialprodukt in Tibet in den letzten sieben Jahren um jährlich 12 % gestiegen. In den letzten fünf Jahren wurde Tibet mit 94 Milliarden Renminbi subventioniert, die Infratstruktur wurde mit einem Aufwand von 60 Milliarden Renminbi ausgebaut. Und was die demokratischen Rechte angeht: 80 Prozent der Abgeordneten des tibetischen Volkskongresses sind Tibeter oder Mitglieder anderer (nicht chinesischer) Nationalitäten.

Während es im früheren tibetischen Klerikalfeudalismus keinerlei medizinische Versorgung gab, war diese seit 1959 in Tibet selbstverständlich. Die Erfolge sprechen für sich. So sank die Kindersterblichkeitsrate von 43 Prozent auf 3,1 Prozent, während die Lebenserwartung der Tibeter von 35 auf 67 Jahre stieg. Außerdem wurde das Analphabetentum, von dem früher nahezu 98 Prozent aller Menschen betroffen waren, bei den jungen Menschen, die heute alle zur Schule gehen, vollständig ausgerottet. Du siehst also, die Chinesen tun sehr viel gutes für die Tibeter. Von einem kulturellen Völkermord, von dem der Dalai Lama schwafelt, kann also keine Rede sein.

Die Proteste, wie beim olympischen Fackellauf, werden von den Exiltibetern und westlichen Organsiationen, die ein Interesse daran haben, China zu schwächen, organisiert. In Tibet selbst gestaltet sich der Protest als nationalistischer und fremdenfeindlicher Pogrom, dem bislang 18 Chinesen zum Opfer gefallen sind, die von einem entfesselten Mob gelyncht worden sind. Siehe dazu den oben stehenden Bericht der Washington Post. Von diesen Protesten also irgendetwas positives für Tibet zu erwarten, halte ich daher für grundfalsch.
 
Alt 15.05.2008, 14:41   #16
Gast1523
Wer ist der Dalai Lama?

Zitat:
Zitat von LeicheVonGestern Beitrag anzeigen
Ich stelle hier Folgendes fest:



Kommunistische Regime neigen dazu, andere Nationen und Völker anzugreifen, zu besetzen und deren Politik aufzuzwingen.

Das hätte ich gerne von Dir bewiesen!

Wolfgang
 
Alt 15.05.2008, 17:29   #17
Fritz7
Wer ist der Dalai Lama?

Zitat:
Zitat von Kiffing Beitrag anzeigen
@Fritz7: Zunächst einmal hat China in seiner ganzen Geschichte so gut wie nie anderen Ländern aus imperialistischen Motiven den Krieg erklärt. Behandele Deine Nachbarn als Freunde, ist die Devise chinesischer Außenpolitik. Imperialistisch sind die USA, nicht aber China. Oder kannst Du mir ein Beispiel nennen, wo China in den letzten Dekaden einen Waffengang durchgeführt hatte. Mir fällt da nur die "Strafaktion" gegen Vietnam 1979 ein, der kurz nach den Verirrungen der Mao Tse Tung-Epoche gestartet wurde. Von China geht keine Gefahr für die Welt aus.

Außerdem gehört Tibet schon seit sieben Jahrhunderten zu China. Da von "Besatzung" zu sprechen, erscheint mir etwas gewagt. Tibet ist reguläres Territorium von China, was auch offiziell von keinem Staat der Erde in Frage gestellt wird.

Überdies sehe ich nicht, wie die Tibeter großartig unterdrückt werden. In meinem Eingangsbeitrag habe ich ja bereits geschildert, wie infernalisch die Lebensbedingungen unter dem heute vielgerühmten tibetanischen Buddhismus waren. Seither hat sich viel getan in Tibet. So ist das Bruttosozialprodukt in Tibet in den letzten sieben Jahren um jährlich 12 % gestiegen. In den letzten fünf Jahren wurde Tibet mit 94 Milliarden Renminbi subventioniert, die Infratstruktur wurde mit einem Aufwand von 60 Milliarden Renminbi ausgebaut. Und was die demokratischen Rechte angeht: 80 Prozent der Abgeordneten des tibetischen Volkskongresses sind Tibeter oder Mitglieder anderer (nicht chinesischer) Nationalitäten.

Während es im früheren tibetischen Klerikalfeudalismus keinerlei medizinische Versorgung gab, war diese seit 1959 in Tibet selbstverständlich. Die Erfolge sprechen für sich. So sank die Kindersterblichkeitsrate von 43 Prozent auf 3,1 Prozent, während die Lebenserwartung der Tibeter von 35 auf 67 Jahre stieg. Außerdem wurde das Analphabetentum, von dem früher nahezu 98 Prozent aller Menschen betroffen waren, bei den jungen Menschen, die heute alle zur Schule gehen, vollständig ausgerottet. Du siehst also, die Chinesen tun sehr viel gutes für die Tibeter. Von einem kulturellen Völkermord, von dem der Dalai Lama schwafelt, kann also keine Rede sein.

Die Proteste, wie beim olympischen Fackellauf, werden von den Exiltibetern und westlichen Organsiationen, die ein Interesse daran haben, China zu schwächen, organisiert. In Tibet selbst gestaltet sich der Protest als nationalistischer und fremdenfeindlicher Pogrom, dem bislang 18 Chinesen zum Opfer gefallen sind, die von einem entfesselten Mob gelyncht worden sind. Siehe dazu den oben stehenden Bericht der Washington Post. Von diesen Protesten also irgendetwas positives für Tibet zu erwarten, halte ich daher für grundfalsch.
Tibet gehört NICHT zu China - es ist von China besetzt. Die Tibeter haben kaum mehr Eigenbestimmung - an allen wichtigen Ämtern sitzen Chinesen.
Und zu den 18 toten Chinesen: Jetzt rate mal wie viele Tote es damals beim Angriff auf Tibet gegeben hat. Wer seine Nachbarn als Freunde behandelt überfällt sie nicht!

Und selbst wenn die Chinesen viel Gutes täten: Was würdest du sagen, wenn jetzt deine Heimat von einem Regime besetzt wird, das jegliche Demokratie oder Pressefreiheit unterdrückt und die Selbstbestimmung des Landes untergräbt, auch wenn die ärztliche Versorgung und das Schulwesen sich verbessern.
 
Alt 15.05.2008, 17:56   #18
Kiffing
Wer ist der Dalai Lama?

Zitat:
Zitat von Fritz7
Tibet gehört NICHT zu China - es ist von China besetzt. Die Tibeter haben kaum mehr Eigenbestimmung - an allen wichtigen Ämtern sitzen Chinesen.
Und wieso sitzen im Volkskongreß der Provinz Tibet um die 80 Prozent Nichtchinesen?

Zitat:
Zitat von Fritz7
Und zu den 18 toten Chinesen: Jetzt rate mal wie viele Tote es damals beim Angriff auf Tibet gegeben hat. Wer seine Nachbarn als Freunde behandelt überfällt sie nicht!
Tibet gehört aber schon seit sieben Jahrhunderten zu China. Es ist legitimer Bestandteil der Volksrepublik.

Zitat:
Zitat von Fritz7
Und selbst wenn die Chinesen viel Gutes täten: Was würdest du sagen, wenn jetzt deine Heimat von einem Regime besetzt wird, das jegliche Demokratie oder Pressefreiheit unterdrückt und die Selbstbestimmung des Landes untergräbt, auch wenn die ärztliche Versorgung und das Schulwesen sich verbessern.
Tibet gehört aber zu China genauso wie das Baskenland zu Spanien gehört.
 
Alt 15.05.2008, 19:33   #19
Fritz7
Wer ist der Dalai Lama?

Tibet gehört NICHT seit 7 Jhd zu China sondern erst seit es während dem kalten Krieg überfallen wurde und das ist NICHT wie das Baskenland das nämlich wirklich schon ewig zu Spanien gehört
 
Alt 15.05.2008, 19:42   #20
Kiffing
Wer ist der Dalai Lama?

Zitat:
Zitat von Fritz7 Beitrag anzeigen
Tibet gehört NICHT seit 7 Jhd zu China sondern erst seit es während dem kalten Krieg überfallen wurde und das ist NICHT wie das Baskenland das nämlich wirklich schon ewig zu Spanien gehört
Dann lies diese Quelle mal. Die ist wirklich sehr lesenswert. Ich habe den Artikel jedenfalls mit brennendem Interesse verschlungen: 15.04.2008: Tibet ist ein Vorwand (Tageszeitung junge Welt)

Diese Quelle beweist, daß Tibet seit sieben Jahrhunderten zu China gehört: http://www.kominform.at/article.php?...80314142241985
 

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