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Unterstützung für ein starkes Bauernzentrum

Diskutiere Unterstützung für ein starkes Bauernzentrum im Mittelspiel / Angriff, Verteidigung und Strategie Bereich; Es kommt oft vor, daß man durch vorsichtige Aktionen des Gegners wie z. B. direkte Fianchettos zwei Bauern im Zentrum positionieren kann. Dies geschieht etwa ...





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Alt 07.12.2008, 15:23   #1
Kiffing
Unterstützung für ein starkes Bauernzentrum

Es kommt oft vor, daß man durch vorsichtige Aktionen des Gegners wie z. B. direkte Fianchettos zwei Bauern im Zentrum positionieren kann. Dies geschieht etwa nach 1. e4 g6 2. d4. Wenn man in dieser Lage ist, empfiehlt es sich, nicht sofort die beiden Springer nach f3 und c3 zu entwickeln, sondern erst c4 oder f4 zu spielen. Der Grund ist, daß die beiden Bauern im Zentrum sonst ohne Bauernunterstützung da stehen und daß zu wenig Angriffspunkte markiert werden. Man hat so nicht die Möglichkeit, einen Ansatzpunkt für eigenes Angriffsspiel - etwa auch über die c-Linie oder die f-Linie - zu finden. Wenn man dagegen zusätzlich zu d4 und e4 c4 oder f4 spielt, hat man Ansatzpunkte für Spiel am Damenflügel oder am Königsflügel. Diese interessante Lehre hat mir Geck0tierchen beim Tornado-Open in Wuppertal 2007 vermittelt.
 
Alt 23.03.2009, 17:28   #2
Vai
Unterstützung für ein starkes Bauernzentrum

Aber die Bauern werden dadurch nach meiner Erfahrung angreifbarer. Und häufig erhält man - wieder nach meiner Erfahrung - einen Isolanie, der im späteren Spiel gerne mal hängt.
 
Alt 23.03.2009, 18:21   #3
Gast5812
Unterstützung für ein starkes Bauernzentrum

Zitat:
Zitat von Vai
Und häufig erhält man - wieder nach meiner Erfahrung - einen Isolanie, der im späteren Spiel gerne mal hängt.
wIESO ERHÄLT MAN EINEN ISOLIERTEN bAUERN; WENN MAN § bAUERN IM zENTRUM STEHEN HATß

edit:
Nein... da war die Umschalttaste im Spiel. Also nochmal:
Wieso erhält man einen isolierten Bauern, wenn man 3 - 4 Bauern im Zentrum hat? Und wieso werden die Bauern angreifbarer? Imho ist das Gegenteil der Fall, die Bauern sind weniger angreifbar, da sie Unterstützung vom c- bzw. f-Bauern bekommen...
 
Alt 23.03.2009, 19:39   #4
Gast1523
Unterstützung für ein starkes Bauernzentrum

Zitat:
Zitat von yury Beitrag anzeigen
Wieso erhält man einen isolierten Bauern, wenn man 3 - 4 Bauern im Zentrum hat? Und wieso werden die Bauern angreifbarer? Imho ist das Gegenteil der Fall, die Bauern sind weniger angreifbar, da sie Unterstützung vom c- bzw. f-Bauern bekommen...

Bauern im Zentrum können durchaus angreifbar werden und damit ein Unterpfand für Gegenspiel sein. In der Grünfeld-Verteidigung z.B. lädt Schwarz den Weißen geradezu ein , 3 Bauern in Zentrum zu postieren , um diese dann durch aktives Figurenspiel erfolgreich angreifen zu können.
1,d4 Sf6 2.c4 g6 3. Sc3 d5 (Einladung zur Zentrumsbildung) 4.cxd5 Sxd5
5.e4 Sxc3 6. bxc3 Lg7 mit der weiteren Folge wie c5-Sc6 .

Ein starkes Bauernzentrum bedarf also nicht nur der Positionierung von 3-4 Bauern , sondern auch deren Sicherung durch Figuren. Wenn das nicht der Fall ist , können solch löchrigen Gebilde u.U. schnell ausgehebelt und zerschlagen werden und letztlich auch zum Verlust der Partie führen.

mfg Wolfgang
 
Alt 23.03.2009, 19:43   #5
DerSiedler
Unterstützung für ein starkes Bauernzentrum

In meinen Augen ist der Vierbauernangriff in der Aljechin-Verteidigung der beste Beweis, wieso es nicht ratsam ist ein schwer zu stützendes, aber trotzdem breites Bauernzentrum aufzubauen.
 
Alt 23.03.2009, 19:43   #6
Vai
Unterstützung für ein starkes Bauernzentrum

Vielleicht kennst du die Aljechinverteidigung, die doch das Ziel hat, die Bauern des Gegners zum Vormarsch zu bringen, nachdem man sie dann eventuell besser angreifen kann. So wie ich das immer verstanden habe, ist das deshalb der Fall, weil schwarz seine Figuren einfach besser auf diese Bauern fokussieren kann.

Und dass mit dem Isolanie passiert ganz sicher nicht zwangsläufig. Ich habe nur schon häufiger Stellungen gesehen, in denen nach einigem Abtausch gerne mal ein Isolanie von weiß stehen bleibt, nachdem Bauern auf c4, d4 und e4 standen.

edit: Ich sah gerade, dass etwa zur selben Zeit, als ich diesen Beitrag schrieb, zwei weitere verfasst wurden und möchte nochmal verdeutlichen, dass dieser speziell an yuri gerichtet ist.^^
 
Alt 23.03.2009, 20:04   #7
G.W. Pabst
Unterstützung für ein starkes Bauernzentrum

Zitat:
Zitat von Kiffing Beitrag anzeigen
Es kommt oft vor, daß man durch vorsichtige Aktionen des Gegners wie z. B. direkte Fianchettos zwei Bauern im Zentrum positionieren kann. Dies geschieht etwa nach 1. e4 g6 2. d4. Wenn man in dieser Lage ist, empfiehlt es sich, nicht sofort die beiden Springer nach f3 und c3 zu entwickeln, sondern erst c4 oder f4 zu spielen. Der Grund ist, daß die beiden Bauern im Zentrum sonst ohne Bauernunterstützung da stehen und daß zu wenig Angriffspunkte markiert werden. Man hat so nicht die Möglichkeit, einen Ansatzpunkt für eigenes Angriffsspiel - etwa auch über die c-Linie oder die f-Linie - zu finden. Wenn man dagegen zusätzlich zu d4 und e4 c4 oder f4 spielt, hat man Ansatzpunkte für Spiel am Damenflügel oder am Königsflügel. Diese interessante Lehre hat mir Geck0tierchen beim Tornado-Open in Wuppertal 2007 vermittelt.
Das sind ganz verschiedene Eröffnungen. c4 ergibt Königsindisch oder Moderne Verteidigung, mit Sc3 bist du aber im Pirc-Gefilde. Ich als d4-Spieler würde kaum Sc3 spielen, bevor ich c4 gespielt habe. Da müsstest du mich mit der Pistole zu zwingen. Wenn man Sc3 spielt mit dem Bauern auf c2, ist z.B. die Läuferentwicklung auf c4 logisch; wenn man bereits c4 gespielt hat, parkt man den Läufer gewöhnlich auf e2, um rochieren zu können. Das sind zwei Paar Schuhe.
 
Alt 23.03.2009, 21:26   #8
WilhelmHH
Unterstützung für ein starkes Bauernzentrum

Zitat:
Zitat von Kiffing Beitrag anzeigen
Wenn man in dieser Lage ist, empfiehlt es sich, nicht sofort die beiden Springer nach f3 und c3 zu entwickeln, sondern erst c4 oder f4 zu spielen. Der Grund ist, daß die beiden Bauern im Zentrum sonst ohne Bauernunterstützung da stehen und daß zu wenig Angriffspunkte markiert werden. Man hat so nicht die Möglichkeit, einen Ansatzpunkt für eigenes Angriffsspiel - etwa auch über die c-Linie oder die f-Linie - zu finden. Wenn man dagegen zusätzlich zu d4 und e4 c4 oder f4 spielt, hat man Ansatzpunkte für Spiel am Damenflügel oder am Königsflügel.
Für eventuellen Bauernhebel und Durchbrüche und Mitwirkung der Türme.

c4 oder f4 schafft erst dauerhaften Raumvorteil.

Bei 1.d4 Sf6 2.c4 g6 3. Sc3 d5 4.cxd5 Sxd5 5.e4 Sxc3 6. bxc3 Lg7 hat Schwarz die d-Linie!

Ebenso bei der Aljechinverteidigung.
 
Alt 23.03.2009, 22:33   #9
elvis
Unterstützung für ein starkes Bauernzentrum

Königsindisch Vierbauernangriff ist eigentlich ein klassischer Fall für die von Kiffing beschriebene Struktur.
1.d4 d6 2.c4 Sf6 3.Sc3 g6 4.e4 Lg7 5.f4
Spielt aber kaum jemand mit Weiß. Ich traue mich das auch nur gegen Schwächere.
 
Alt 23.03.2009, 23:09   #10
DerSiedler
Unterstützung für ein starkes Bauernzentrum

KI - 4 Pawn Attack ist auch ein sehr schönes Beispiel, welches die Gefahren aufzeigt, die ein zu groß angelegtes Bauernzentrum mit sich bringt.
Weiß ist im Prinzip nie darauf aus das Zentrum vollständig zu stützen/zu behaupten, sondern will so schnell wie möglich e5 unter günstigen Umständen durchdrücken, was jedoch nicht immer gelingt.
Am Ende bleibt vom stolzen Zentrum manchmal nur ein Kümmerling auf d5 zurück, der dann zum Vorgehen gezwungen wird, und auf d6 irgendwann fällt.

Was mir an einem e4-d4 Zentrum im Pirc eher gefällt als e4-d4-c4 in KI ist die Tatsache, dass Weiß sich zum Beispiel mit dem c-Bauern nicht festlegen muss, sich relativ schnell entwickelt, und flexibel ist (Was allerdings bei KI auch der Fall ist).
Aber im Königsinder ist es eben ratsam das Zentrum baldmöglichst zu schließen, um Vorteil zu erlangen, und da verliert das Zentrum als Kampfplatz auch erheblich an Bedeutung.
 
Alt 26.03.2009, 00:20   #11
WilhelmHH
Unterstützung für ein starkes Bauernzentrum

Zitat:
Zitat von WilhelmHH Beitrag anzeigen
c4 oder f4 schafft erst dauerhaften Raumvorteil.
Nur jeweils eines von beiden:
c4 für den Damenflügel oder f4 für den Königsflügel

Außerdem
Martz-System gegen Königsindisch - völlig unterschätzt?
 
 

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