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| | #1 |
| Bird Eröffnung Hi zusammen, ich habe mich entschlossen mein Weiss-Repertoire um 1.f4 zu vergrössern, da ich sonst nur 1.e4 spiele. Gegen 1...f5 spiele ich 2.e4 (Schweizer-Gambit) und gegen das Froms-Gambit 1...e5 spiele ich 2.e4 und leite ins KG ein. Da ich offene Stellungen liebe, habe ich noch kein Rezept gegen 1...d5. Darauf kommt bei mir immer früher oder später d4 und dann bin ich in einer geschlossenen "Stonewall"-ähnlichen Position, die mir überhaupt nicht liegt. Kennt ihr vielleicht ein intressantes Gambit oder einen aggressiven Zug nach 1.f4 d5? | |
| | #2 |
| Bird Eröffnung Offenes Spiel kann man nicht auf Biegen und Brechen erzwingen (naja, eigene Zugeständnisse mal ausgeschlossen). Du kannst gerade bei einem Zug wie 1.f4, der ja Quasi die "geschlossene" Holländische-Verteidigung mit Mehrtempo ist, nicht davon ausgehen nur offene Stellungen zu erreichen. Sowohl ein holländischer Aufbau mit 1...d5, als auch ein Sizilianischer Aufbau mit 1... oder späterem ...c5 ohne d5 führen wohl zu eher geschlossenen Stellungen. Und diese beiden Aufbauten kommen gegen 1.f4 nun einmal am öftesten vor! Daher: Lerne, wenn du 1.f4 wirklich spielen willst, einen normalen Aufbau, der zu der Stellung passt. Ich würde dir einen klassischen Aufbau e3+d3 empfehlen, da die Stellungen dynamischer sind als im Stonewall. Auch ein Leningrader im Anzug (also mit d3+g3) ist denkbar, wenn du gerne mit fianchetto spielst. Aber offenes Spiel kann man bei beiden Varianten nicht erzwingen! | |
| | #3 |
| Bird Eröffnung Mir ist schon klar, dass ich offene Spiele nicht erzwingen kann Aber ich glaube fest daran, dass es in dieser Eröffnung einen, wenn auch fragwürdigen, Zug gibt der einen Spiel-geschlossen-mach-Versuch des Gegners verhindert. Den Aufbau mit d3, e3 werde och mal genauer unter die Lupe nehmen. | |
| | #4 |
| Bird Eröffnung Du könntest ja versuchen, an deinem e4-Repertoire zu arbeiten, anstelle einen neuen Zug (dessen Stellungstypen du sowieso nicht haben willst) zu spielen... denn ich kann nicht glauben, dass du sämtliche Eröffnungsfragen nach 1.e4 für dich beantwortet hast. | |
| | #5 |
| Bird Eröffnung Für besonders attraktiv halte ich Bird für Weiß gar nicht. Nach 1.- c6 kriegst du ne Art Caro-Kann auf's Brett. | |
| | #6 |
| Bird Eröffnung @olle Wenn man offene Stellungen mit Weiß anstrebt,spielt man 1.e4! Die Repertoirerweiterung(oder ist es doch eine Umstellung?) mit 1.f4 macht dann keinen Sinn.Was ist also der Grund für 1.f4? Es wäre vielleicht hilfreicher für dich, uns dein 1.e4 Repertoire in seinen Grundzügen vorzustellen. Da kann man dir dann vielleicht helfen,wie man in den einzelnen Eröffnungen nach 1.e4 am ehesten offene Stellungen bekommt. gruss alfil | |
| | #7 | |
| Bird Eröffnung Zitat:
Ich will dich damit weder persönlich angreifen, noch 1.f4 als "Superzug" anpreisen, aber etwas Objektivität sollte wohl sein. Zu 1.f4: Bird wird von starken Schachspielern ziemlich verachtet, was aber vielleicht eher auf Unwissen, denn auf genaue Kenntnis und Erfahrung zurückfällt. Holländisch gilt als einigermaßen akzeptable erwiederung auf 1.d4, Bird soll aber schlecht sein! Gut, Malanjuk (Holländisch-Leningrad-Experte) hat mal auf die Frage, warum er nicht 1.f4 spielt geantwortet: "This extra move will only hurt me!" Hmm was meint er damit? a) Das Extratempo bringt ihn in Zugzwang? Das kann auf 2600er Niveau sein, aber darunter eher selten. b) Ich denke als Schwarzer sind stärkere Spieler mit Remis zufrieden, mit Weiß eher nicht. Und wenn Schwarz sich gut im Bird auskennt, dann kommt Weiß wohl nur mit stark selbstmordgefährdetem Spiel über ein Remis heraus. Aber welcher Schwarzspieler kennt sich wirklich 100%ig im Bird aus? Okay, und was spricht dagegen Bird als gelegentliche Überraschungswaffe im bereich 1600-2300 ELO einzusetzen? V.a. dann, wenn man Holländisch auch im Repertoire hat und keine Lust auf ein 30Zügige Theorieschlacht im Najdorf-Sizi hat? Immerhin beinhaltet 1.f4 nicht wirklich viel Theorie. Zu 1.f4 c6 Naja, vorerst ist das nicht schlecht für Schwarz. Er spielt mal seinen Stiefel runter, aber was dann? Weiß muss ihm ja nicht den Gefallen machen gleich e4 nachzuschieben. Was machst du, wenn Weiß sich schematisch aufbaut? Mit 1...c6 bist du chon recht festgefahren, denn der für Weiß unangenehmste Aufbau c5+d5 kostet schon ein Tempo. Und mit der c6+d5 Struktur muss Schwarz erst mal aktiv werden. So leicht ist das nicht genau sein Caro-Kann-Konterspiel zu bekommen. | ||
| | #8 | |
| Bird Eröffnung Zitat:
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| | #9 |
| Bird Eröffnung erle | |
| | #10 |
| Bird Eröffnung | |
| | #11 |
| Bird Eröffnung erle | |
| | #12 |
| Bird Eröffnung | |
| | #13 |
| Bird Eröffnung erle | |
| | #14 | |
| Bird Eröffnung Zitat:
Ich wüsste auch nicht so recht, was 1.f4 konkret leisten soll, außer dass man mit dem Gedanken spielt einen Königsangriff - etwa mit g4, f5 - in Szene zu setzen. Da würde ich eher KIA (Königsindisch im Anzug) spielen; das ist gefährlicher für Schwarz m.E. | ||
| | #15 |
| Bird Eröffnung Letztlich ist das doch alles Geschmackssache! Ich habe mit Bird gute Erfahrungen gesammelt! Ich spiele mit Weiß ausschliesslich 1. f4 und habe es nie bereut! Es kommt mir dabei nicht auf den Überraschungseffekt an, sondern vielmehr auf die wirklich interessanten Positionen, die daraus entstehen können. Eine Diskussion ob Bird grundsätzlich spielbar ist halte ich für vollkommen überflüssig, da nicht zuletzt Bent Larsen mit Siegen über Spasski und Petrosjan dies nachgewiesen hat! Gut, ich denke oberhalb von DWZ/Elo 2000 sollte man Bird nicht mehr ausschliesslich spielen und das Repertoire erweitern. Aber darunter ist das mit Sicherheit ausreichend! Für mich (persönlich) geht es nicht darum eine theoretische Variante so gut zu kennen, so daß ich mit minimalen Vorteilen aus der Eröffnung herauskomme! Vielmehr kommt es darauf an einen entsprechenden Plan im Mittelspiel zu haben. Und wenn ich nach der Eröffnung eine dynamisch ausgeglichene Stellung auf dem Brett habe, so ist das in Ordnung! Gegen das Fianchetto des Königsläufers von Schwarz gibt es mehrere Möglichkeiten. Wählt Schwarz eine Zugfolge wie: 1. f4 d5 2. Sf3 Sf6 3. e3 g6 so kann man durchaus mit 4. b4 eine Überraschung bieten! Ansonsten kann man auch einen klassischen Holländer mit vertauschten Farben spielen (e3,d3,Le2). Hier gibt es noch unendlich viele Ressourcen, da diese Stellungen theoretisch noch längst nicht erforscht sind! Oder Hort/Antoshin: c3,d3,Dc2 mit dem Plan schnell e4 zu spielen! | |
| | #16 |
| Bird Eröffnung Danke ihr habt mir sehr geholfen Ich habe bein e4-Repetoire insofern erweitert, dass ich nun im Franzosen und Caro-Kan die Abtauschvariante spiele und im sizilianer den GP-Angriff. Bird werde ich wohl weiterhin nur in Blitzpartien spielen. | |
| | #17 |
| Bird Eröffnung Im Caro-Kann würde ich an deiner Stelle variieren: 3.e5 gegen schwächere Gegner (etwa 3.- Lf5 4.Sc3 e6 5.g4) und gegen stärkere Gegner Panow oder die (gar nicht so schlechte) Posi-Variante 3.ed cd 4.Ld3. Interessant könnte für dich außerdem die ziemlich alte (aber nicht ungefährliche) Variante des Zweispringerspiels im Caro-Kann sein (vorzugsweise von Keres gespielt). Weiß spielt hier zunächst nicht d4 sondern 1.e4 c6 2.Sf3 d5 3.Sc3, wonach sich Stellungsbilder ergeben können, die eigentlich nicht typisch Caro-Kann sind. Der Vorteil für Weiß ist, dass selbst passionierte Caro-Spieler diese Varianten nicht kennen, da sie kaum auf's Brett kommen. | |
| | #18 |
| Bird Eröffnung 1.f4 ist als Eröffnung schon ok, aber nicht für jemanden der offene Stellungen liebt! Warum es auf Großmeisterebene nicht sehr beliebt ist? Ganz einfach - Holländisch ist dort aus schwarzer Sicht auch nicht sehr beliebt, also warum sollte es auf diesem Level jemand als Weißer spielen wollen? | |
| | #19 | |
| Bird Eröffnung Zitat:
inwieweit spielt eigentlich das Mehrtempo für Weiß beim farbvertauschten Holländer,also 1.f4 d5 2.Sf3 g6! eine Rolle? gruss alfil | ||
| | #20 | |
| Bird Eröffnung Zitat:
Ich kann ja mal mutmaßen: 1.f4 d5 2.Sf3 g6 3.e3 Lg7 4.Le2 Sf6 5.0-0 0-0 6.d3 c5. Zum Vergleich: 1.d4 f5 2.Sf3 Sf6 3.g3 e6 3.Lg2 Le7 4.0-0 0-0 5.c4 d6 6.Sc3 (6.b3) Es handelt sich hierbei um die Iljin-Genevski-Variante im Holländischen, in der ersten Version "im Anzug" Weiß muß hier einen Zug früher die Karten aufdecken, nämlich ob er seinen Damenläufer fianchettieren will oder direkt aktiv im Zentrum den Vorstoss des e-Bauern unterstützt. Schwarz kann in der analogen Variante der Bird-Eröffnung abwarten und seine Strategie an der weißen Aktion ausrichten. Zum Beispiel daran, ob Weiß 7.De1 (analog zu 6...De8) oder 7.a4 (analog zu 6...a5) spielt, beides plausible Züge in der Iljin-Genevski-Variante. Dieses Reaktionsvermögen hat durchaus seine Vorteile. So kann Schwarz z.B. auf 7.De1 mit 7...b6 und 8...Lb7 reagieren und danach seinen Sb8 nach d7 stellen, so daß dem Lb7 die Diagonale nicht verstellt ist und e3-e4 damit zuverlässig (wenn auch nicht auf ewig) verhindert. | ||
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