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Ist Schach gefährlich für die Jugend!

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Ist Schach gefährlich für die Jugend!


 

Alt 13.04.2008, 12:17   #1
Ist Schach gefährlich für die Jugend!

Es werden des Öfteren die vielen positiven Eigenschaften des Schachspiels für Kinder dargestellt denen ich hier entschieden widersprechen möchte.
Im Gegenteil, ich meine, das Schach in erster Linie eine intelligente Beschäftigung für ältere Herren ist die Ihr Leben im Wesentlichen bereits hinter sich haben und zum Zwecke der geistigen Regsamkeit diesem Sport frönen.
Für Kinder und junge Menschen ist das Potenzial der Abhängigkeit wahrscheinlich bedingt durch heftige Adrenalinausstöße derart hoch, dass ich aus meiner Sicht dringend davon abraten würde. Außerdem fördert Schach nicht die Entwicklung sozialer Fähigkeiten und kann leicht zu unbegründeten Überlegenheitsgefühlen gegenüber anderen Menschen führen weil mit dem schachlichen Können leider viel zu oft auf geistige Überlegenheit geschlossen wird. Das glaube ich ist absolut nicht der Fall. Es ist meiner Erfahrung nach so, dass im Gehirn gewisse Stellungen optisch erfasst werden und je nach Spielstärke beinahe automatisch reagiert wird. Es ist also eine gewisse Konditionierung des Gehirns vorhanden die einem im sonstigen Leben absolut nichts nützt. Die Elo Zahlen sagen auch nur bedingt etwas aus da ein mit Angriffsspieler immer ein höheres Risiko trägt als ein reiner Verteidiger der in den meisten Spielen eher zufällig darauf baut, dass der Gegner entweder bei einer längeren Kombination doch noch irgendwas übersehen hat oder das eher Zufällig ein minimaler Vorteil für das Endspiel überbleibt.
Ein junger (und auch so manch anderer) Mensch neigt auf jeden Fall dazu seine gehirnmäßige Konditionierung mit seiner Intelligenz zu verwechseln.
Natürlich im gewissen Rahmen ist Schach auch für Kinder nicht schlecht. Von Paul Morphy weiß ich das er als Kind nur am Wochenende ein paar Partien spielen durfte was seiner schachlichen Entwicklung wohl kaum geschadet haben dürfte.
Eure Meinungen dazu würden mich sehr interessieren.
 
Alt 13.04.2008, 12:31   #2
Milian
Ist Schach gefährlich für die Jugend!

Ich denke, alles was Du schreibst, kannst Du genauso auch über Volleyball, Computerspiele oder auch z. Bsp. naturwissenschaftliche Begabung schreiben. Schach ist ein Zeitvertreib wie jeder andere. Und wie ein Kind mit Erfolgen und Misserfolgen umgeht, ist in erster Linie eine Frage des Selbstbewusstseins und der Bescheidenheit mit denen seine Eltern es ausgestattet haben.
 
Alt 13.04.2008, 12:34   #3
Ist Schach gefährlich für die Jugend!

ich persönlich kenne mehrere leute die sitzen geblieben sind oder sonstige probleme in der schule/im studium haben, wegen schach...
 
Alt 13.04.2008, 12:41   #4
Ist Schach gefährlich für die Jugend!

Hallo Alpenkönig,

Zitat:
Zitat von Alpenkönig Beitrag anzeigen
Es werden des Öfteren die vielen positiven Eigenschaften des Schachspiels für Kinder dargestellt denen ich hier entschieden widersprechen möchte.
Im Gegenteil, ich meine, das Schach in erster Linie eine intelligente Beschäftigung für ältere Herren ist die Ihr Leben im Wesentlichen bereits hinter sich haben und zum Zwecke der geistigen Regsamkeit diesem Sport frönen.
Wieso nur ausschliesslich für ältere Herren?

Zitat:
Zitat von Alpenkönig Beitrag anzeigen
Für Kinder und junge Menschen ist das Potenzial der Abhängigkeit wahrscheinlich bedingt durch heftige Adrenalinausstöße derart hoch, dass ich aus meiner Sicht dringend davon abraten würde.
Wenn es nach dem Argument gehen würde, dann müsste man Kinder und Jugendliche von allem abraten, was ihnen Spass und Freude bereitet und eine gewisse Herausforderung darstellt, weil es zu Abhängigkeiten führen kann. Aus meiner Sicht liegt das Problem der Abhängigkeit nicht in der ausgeübten Sache, sondern immer noch an der Person selbst.

Zitat:
Zitat von Alpenkönig Beitrag anzeigen
Außerdem fördert Schach nicht die Entwicklung sozialer Fähigkeiten und kann leicht zu unbegründeten Überlegenheitsgefühlen gegenüber anderen Menschen führen weil mit dem schachlichen Können leider viel zu oft auf geistige Überlegenheit geschlossen wird.
Das schöne am Schach ist ja (bis auf ganz wenige Ausnahmen), dass man immer einen Gegner findet, der noch stärker als man selber ist. Der geistige Höhenflug reicht also immer nur solange, bis man die nächste Niederlage kassiert hat. Schach bringt einen ziemlich schnell auf den Boden der Tatsachen. Überheblichkeit wird im Schach ziemlich schnell und brutal bestraft.

Zitat:
Zitat von Alpenkönig Beitrag anzeigen
Ein junger (und auch so manch anderer) Mensch neigt auf jeden Fall dazu seine gehirnmäßige Konditionierung mit seiner Intelligenz zu verwechseln.
Man sollte schachliche Fähigkeiten nicht 1:1 auf die Intelligenz übertragen, da stimme ich Dir zu. Man kann auch mit einem "normalen Menschenverstand" ein sehr guter Schachspieler werden.

Zitat:
Zitat von Alpenkönig Beitrag anzeigen
Eure Meinungen dazu würden mich sehr interessieren.
Ja, hoffe das Dich unsere Meinungen wirklich interessieren und nicht schon ein felsenfestes Urteil im Kopf hast.

Gruss
Sören
 
Alt 13.04.2008, 12:45   #5
Stratege
Ist Schach gefährlich für die Jugend!

Computer-Spiele, Internet, Schach, Fernsehen, usw. sind alles Dinge, die von richtigen Problemen ablenken können. Aber anstatt soetwas zu verbieten ist es doch viel wichtiger, dass die Eltern / Lehrer / sonstigen Erzieher den Kindern beibringen, vernünftig mit den Dingen umzugehen, anstatt die Erziehung schon sehr früh den "Teletubbies" oder der Playstation zu überlassen.
 
Alt 13.04.2008, 13:09   #6
Ist Schach gefährlich für die Jugend!

Zitat:
Zitat von Stratege Beitrag anzeigen
Computer-Spiele, Internet, Schach, Fernsehen, usw. sind alles Dinge, die von richtigen Problemen ablenken können. Aber anstatt soetwas zu verbieten ist es doch viel wichtiger, dass die Eltern / Lehrer / sonstigen Erzieher den Kindern beibringen, vernünftig mit den Dingen umzugehen, anstatt die Erziehung schon sehr früh den "Teletubbies" oder der Playstation zu überlassen.
Volle Zustimmung!

meint
Sören
 
Alt 13.04.2008, 15:11   #7
Ist Schach gefährlich für die Jugend!

Es ist doch so, daß alle schönen Dinge, die Spaß machen, zu Abhängigkeiten führen können. Wie schon gesagt wurde, kommt es hier auf das rechte Maß an. Alle schönen Dinge wegen ihrer Suchtgefahr aber gleich zu verbieten käme der Politik: das Kind mit dem Bade ausschütten gleich.

Übrigens würde ich Schach dem Spielen von Counterstrike oder anderen Ballerspielen immer vorziehen. Denn die Beschäftigung mit Schach führt im Gegensatz zur Beschäftigung mit Counterstrike zu einem gewaltigen Bündel an positiven Effekten vor allem für den Geist. Schach ist also ein produktives Spiel, weil die Beschäftigung damit einen auch persönlich weiterbringt.
 
Alt 13.04.2008, 16:58   #8
Ist Schach gefährlich für die Jugend!

Die Frage kann man,so wie sie gestellt wurde,sicherlich nicht mit "Ja" beantworten.

Gefahren sehe ich eigentlich nur bei sehr ehrgeizigen Kindern und Jugendlichen,die ihr Selbstwertgefühl ausschließlich abhängig machen vom Erfolg im Schach.

Diese Kinder und Jugendlichen widmen fast ihre ganze (Frei-) zeit dem Schach und isolieren sich mehr und mehr.Bei länger anhaltenden Mißerfolgen im Schach kommt es dann zu "psychischen Komplikationen".

Eltern und Erziehungsberechtigte sollten hier darauf achten,dass im Leben ihrer Sprösslinge auch noch andere Dinge stattfinden,dann ist Schach nicht nur völlig ungefährlich,sondern für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen förderlich.

mfG
alfil
 
Alt 14.04.2008, 16:02   #9
Ist Schach gefährlich für die Jugend!

Vorerst einmal Danke für die konstruktiven Beitrage.
Zitat:
Es ist doch so, daß alle schönen Dinge, die Spaß machen, zu Abhängigkeiten führen können. Wie schon gesagt wurde, kommt es hier auf das rechte Maß an. Alle schönen Dinge wegen ihrer Suchtgefahr aber gleich zu verbieten käme der Politik: das Kind mit dem Bade ausschütten gleich.
Tut mir leid, aber da sind wir einfach verschiedener Meinung. Wenn ein Kind zum Beispiel gerne bastelt so ist die Suchtgefahr eher gering. Aber bei Computerspielen hast Du sicher recht.
Zitat:
Schach ist also ein produktives Spiel, weil die Beschäftigung damit einen auch persönlich weiterbringt.
Das ist eben die Frage. Ich meine es ist ein Spiel bei dem hauptsächlich das Gehirn für Schach konditioniert wird, ähnlich einem Läufer der seine Muskeln für eine bestimmte Laufdistanz konditioniert und das bringt einen persönlich nicht viel weiter. Ist wohl nicht zu vergleichen wenn man zum Beispiel in eine Theatergruppe geht oder so.
Zitat:
Wieso nur ausschliesslich für ältere Herren?
ausschließlich hab ich nicht behauptet. Es bietet sich nur an weil der Zeitaufwand schon enorm ist.
Zitat:
Das schöne am Schach ist ja (bis auf ganz wenige Ausnahmen), dass man immer einen Gegner findet, der noch stärker als man selber ist. Der geistige Höhenflug reicht also immer nur solange, bis man die nächste Niederlage kassiert hat. Schach bringt einen ziemlich schnell auf den Boden der Tatsachen. Überheblichkeit wird im Schach ziemlich schnell und brutal bestraft.
Da stimme ich voll zu. Im Schachverein wird der Filius bald an seine Grenzen stoßen aber beim normalen Freudeskreis kann ein etwas schachlich geschulter Geist natürlich voll auftrumpfen und sich daher bedingt durch den Nimbus von Schach sich leicht überlegen fühlen. Aber nochmal, Dein Argument ist nicht von der Hand zu weisen.
Zitat:
Ich denke, alles was Du schreibst, kannst Du genauso auch über Volleyball,
sorry kann ich nicht nachvollziehen. Würde mich aber intessieren wie ein Volleyballsüchtiger mit rot triefenden Augen um 4 Uhr früh nach 12 Stunden dauervollieren seinen Ball herumschupft und nicht aufhören kann.
mfG
Franz
 
Alt 14.04.2008, 17:54   #10
Ist Schach gefährlich für die Jugend!

Zitat:
Zitat von Alpenkönig Beitrag anzeigen
Tut mir leid, aber da sind wir einfach verschiedener Meinung. Wenn ein Kind zum Beispiel gerne bastelt so ist die Suchtgefahr eher gering. Aber bei Computerspielen hast Du sicher recht.
Dann nehmen wir eben lesen. Da gibt es auch Leser, die einen ganzen Wälzer in einem Durchgang verschlingen, weil sie die Geschichte so fesselt.

Zitat:
Zitat von Alpenkönig
Das ist eben die Frage. Ich meine es ist ein Spiel bei dem hauptsächlich das Gehirn für Schach konditioniert wird, ähnlich einem Läufer der seine Muskeln für eine bestimmte Laufdistanz konditioniert und das bringt einen persönlich nicht viel weiter. Ist wohl nicht zu vergleichen wenn man zum Beispiel in eine Theatergruppe geht oder so.
Das Gehirn wird konditioniert und damit weiterentwickelt. Um in Deinem Vergleich mit dem Läufer zu bleiben: So wie der Läufer durch das Laufen etwas für seine Gesundheit tut, tut ein Schachspieler durch das Schach spielen etwas für seinen Geist.

Ich halte nach wie vor Schach nicht für jugendgefährdend. Sicher gibt es Extremspieler, die nur noch Schach im Kopf haben. Aber dies sollte man eben punktuell angehen. Es bringt nichts, deswegen gleich eine ganze Sportart zu verdammen, die so viel gutes für das allgemeine Wohlbefinden tut.
 
Alt 14.04.2008, 18:45   #11
Ist Schach gefährlich für die Jugend!

Ich , als momentan Jugendlicher habe erlebt, dass wenn ich zu viel in den Schachbüchern gelernt habe, ich mich mit den anderen schwieriger verständigen konnte, nach dem ich wieder Distanz zu den Schachbüchern und - turnieren genommen habe, geht es mir rein seelisch besser und ich kann wieder besser kommunizieren. Dennoch die anderen Sportarten machen nicht so abhänging wie Schach , der Meinung bin ich!!!!
 
Alt 14.04.2008, 18:58   #12
Ist Schach gefährlich für die Jugend!

Ich bin -wie Kuranyi16- auch der Meinung, dass der im Schachspiel innewohnende Suchtfaktor überdurchschnittlich hoch ist.

(So wäre meiner Meinung nach der Suchtfaktor beim "Murmeln gegen 'ne Wand werfen" eher gering...)


---
Schach ist eine Art Wahnsinn, es sei denn man hat höchste Selbstbeherrschung. Es ist besser, es nicht zu erlernen. Ich habe nie meinen Kindern erlaubt, es zu erlernen, denn ich habe zu viel seiner schlechten Resultate gesehen.

J.H. Blackburne

 
Alt 14.04.2008, 19:07   #13
Ist Schach gefährlich für die Jugend!

Hallo Alpenkönig,

Zitat:
Zitat von Alpenkönig Beitrag anzeigen
Im Schachverein wird der Filius bald an seine Grenzen stoßen aber beim normalen Freudeskreis kann ein etwas schachlich geschulter Geist natürlich voll auftrumpfen und sich daher bedingt durch den Nimbus von Schach sich leicht überlegen fühlen.
Ja, es gibt einen Typus von Schachspieler, der nur sehr ungerne gegen stärkere Spieler antritt und lieber die leichten Siege einkassieren möchte. Das findet man auch in anderen Sportarten, beispielsweise den super-trippelnden Strassenfussballer, der lieber mit den Jungs auf der Strasse spielt, wo er den großen King machen kann, statt sich in einem Verein bei Gleichstarken durchsetzen zu müssen. Mir wäre das echt langweilig, immer zu gewinnen, deshalb baue ich gerne Patzer in meine Partien ein . Im Ernst, verlieren muss man lernen.

Zitat:
Zitat von Alpenkönig Beitrag anzeigen
Aber nochmal, Dein Argument ist nicht von der Hand zu weisen.
Danke.

Gruss
Sören
 
Alt 14.04.2008, 19:36   #14
Ist Schach gefährlich für die Jugend!

Zitat:
Zitat von Latvian Gambit Beitrag anzeigen

(So wäre meiner Meinung nach der Suchtfaktor beim "Murmeln gegen 'ne Wand werfen" eher gering...)
Weil das mit weniger Spaß verbunden sein dürfte. Es gibt eben die Korrelation zwischen Sucht und Spaß. Deswegen meine eingangs provokative Frage, ob man alles, was Spaß macht, verbieten solle. Dieser Meinung sind übrigens lupenreine Calvinisten.

Zitat:
Zitat von kuranyi16 Beitrag anzeigen
Ich , als momentan Jugendlicher habe erlebt, dass wenn ich zu viel in den Schachbüchern gelernt habe, ich mich mit den anderen schwieriger verständigen konnte, nach dem ich wieder Distanz zu den Schachbüchern und - turnieren genommen habe, geht es mir rein seelisch besser und ich kann wieder besser kommunizieren. Dennoch die anderen Sportarten machen nicht so abhänging wie Schach , der Meinung bin ich!!!!
Das ist überall so bei wissenschaftlicher Auseinandersetzung. Und Schach ist ja auch eine Form der Wissenschaft. Hier sollte man also lernen, zwischen dem Tiefen und dem eher Flachen hin und herzupendeln. Das
 
Alt 14.04.2008, 20:47   #15
Red face Ist Schach gefährlich für die Jugend!

Kurz noch ein paar Klarstellungen.
Hallo Kiffing!
Zitat:
deswegen gleich eine ganze Sportart zu verdammen
nein nein, ich will Schach auf keinen Fall pauschal verdammen ich habe vielleich ein wenig provokant argumentiert um die Dikussion etwas anzuheizen aber es ist ein tolles Spiel für alt und jung mit vielen possitiven Effekten. Man sollte sich jedoch selbst als Spieler kontrollieren um ein Ausarten zu vermeiden und da Kinder das noch nicht können benötigen sie dringend Führung in dieser Sache. Aber ich rede nicht von verbieten sondern von kontrolliert fördern.
Zitat:
Dann nehmen wir eben lesen. Da gibt es auch Leser, die einen ganzen Wälzer in einem Durchgang verschlingen, weil sie die Geschichte so fesselt.
Na ja, das meinte ich nicht mit unkontrollierter Spielsucht. Ein spannendes Buch zu lesen und nicht aufhören zu können ist wohl keine Sucht und hält niemanden davon ab ein erfülltes Leben zu führen.
Gruß, Franz
 
Alt 14.04.2008, 20:58   #16
Ist Schach gefährlich für die Jugend!

Hallo Latvian Gambit!
Zitat:
Schach ist eine Art Wahnsinn, es sei denn man hat höchste Selbstbeherrschung. Es ist besser, es nicht zu erlernen. Ich habe nie meinen Kindern erlaubt, es zu erlernen, denn ich habe zu viel seiner schlechten Resultate gesehen.

J.H. Blackburne
Danke für das Zitat vom "schwazen Tod" ,wenn ich es auch nicht so extrem sehe.
Gruß, Franz
 
Alt 14.04.2008, 21:03   #17
Ist Schach gefährlich für die Jugend!

Hallo Sören!
Zitat:
deshalb baue ich gerne Patzer in meine Partien ein
Da hab ich es einfach leichter als Du. Ich brauch keine Patzer einbauen, bei mir kommen sie von selbst.
Gruß, Franz
 
Alt 14.04.2008, 21:05   #18
Ist Schach gefährlich für die Jugend!

Zitat:
Zitat von Alpenkönig Beitrag anzeigen
Man sollte sich jedoch selbst als Spieler kontrollieren um ein Ausarten zu vermeiden und da Kinder das noch nicht können benötigen sie dringend Führung in dieser Sache
Kindern feste Grenzen im Schachbereich zu setzen, führt nur dazu, daß Kinder die Auseinandersetzung mit Schach umso spannender finden. Das ist der Reiz des Verbotenen. Wenn sie jedoch in ihrer Freizeit das tun können, was sie wollen, also eben, wie der Begriff schon sagt, frei sind in ihrer Zeit, wird sich meistens eine etwaige übertriebene Leidenschaft an Schach von selbst auf ganz natürlichem Wege herauswachsen und in vernünftige Bahnen gelenkt werden. Und wenn nicht, nun denn, so ist es m. E. auch ok. Ich möchte niemandem befehlen, mit welchen Leidenschaften er sich beschäftigt. Seine Leidenschaften muß jeder selbst finden. Ich sehe das ganz locker.

Zitat:
Zitat von Alpenkönig
Ein spannendes Buch zu lesen und nicht aufhören zu können ist wohl keine Sucht und hält niemanden davon ab ein erfülltes Leben zu führen.
Nicht, wenn man sich von den Büchern nicht mehr losreißen kann.
 
Alt 14.04.2008, 23:13   #19
Ist Schach gefährlich für die Jugend!

Zitat:
Zitat von Alpenkönig Beitrag anzeigen
Ein spannendes Buch zu lesen und nicht aufhören zu können ist wohl keine Sucht und hält niemanden davon ab ein erfülltes Leben zu führen.
Ohh, warum kann man das nicht als Sucht bezeichnen? Ich kenne Leute, die müssen quasi ganze Schinken in einer Nacht lesen und vergessen alles um sich herum. Das Suchtmittel "Buch" kann man in jedem gutsortierten Geschäft erhalten und manche opfern schon viel freie Zeit dafür. Man darf bei der Einteilung was eine Sucht ist und was nicht, nicht so sehr nach subjektiven Empfinden gehen. Ein Bayer mag es normal finden, am Mittagstisch ein Bier zu trinken und für andere sind fünf Tassen Kaffee auf Arbeit eher ein moderater Verbrauch . Liegt wohl alles im Auge des Betrachters.

Gruss
Sören
 
Alt 15.04.2008, 04:55   #20
Ist Schach gefährlich für die Jugend!

Zitat:
Zitat von Alpenkönig Beitrag anzeigen
Es werden des Öfteren die vielen positiven Eigenschaften des Schachspiels für Kinder dargestellt denen ich hier entschieden widersprechen möchte.
Im Gegenteil, ich meine, das Schach in erster Linie eine intelligente Beschäftigung für ältere Herren ist die Ihr Leben im Wesentlichen bereits hinter sich haben und zum Zwecke der geistigen Regsamkeit diesem Sport frönen.
Für Kinder und junge Menschen ist das Potenzial der Abhängigkeit wahrscheinlich bedingt durch heftige Adrenalinausstöße derart hoch, dass ich aus meiner Sicht dringend davon abraten würde. Außerdem fördert Schach nicht die Entwicklung sozialer Fähigkeiten und kann leicht zu unbegründeten Überlegenheitsgefühlen gegenüber anderen Menschen führen weil mit dem schachlichen Können leider viel zu oft auf geistige Überlegenheit geschlossen wird. Das glaube ich ist absolut nicht der Fall. Es ist meiner Erfahrung nach so, dass im Gehirn gewisse Stellungen optisch erfasst werden und je nach Spielstärke beinahe automatisch reagiert wird. Es ist also eine gewisse Konditionierung des Gehirns vorhanden die einem im sonstigen Leben absolut nichts nützt. Die Elo Zahlen sagen auch nur bedingt etwas aus da ein mit Angriffsspieler immer ein höheres Risiko trägt als ein reiner Verteidiger der in den meisten Spielen eher zufällig darauf baut, dass der Gegner entweder bei einer längeren Kombination doch noch irgendwas übersehen hat oder das eher Zufällig ein minimaler Vorteil für das Endspiel überbleibt.
Ein junger (und auch so manch anderer) Mensch neigt auf jeden Fall dazu seine gehirnmäßige Konditionierung mit seiner Intelligenz zu verwechseln.
Natürlich im gewissen Rahmen ist Schach auch für Kinder nicht schlecht. Von Paul Morphy weiß ich das er als Kind nur am Wochenende ein paar Partien spielen durfte was seiner schachlichen Entwicklung wohl kaum geschadet haben dürfte.
Eure Meinungen dazu würden mich sehr interessieren.
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