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Diskutiere Welche Spielstile unterscheidet man? im Schachgeflüster Bereich; Ich durfte sowohl hier im Forum, als auch in der Wikipedia von "aggressiven" bzw. "positionellen" Stilen lesen.... Diesbezüglich hätte ich mal eine höchst seriöse Frage ...
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| | #1 |
| Ich durfte sowohl hier im Forum, als auch in der Wikipedia von "aggressiven" bzw. "positionellen" Stilen lesen.... Diesbezüglich hätte ich mal eine höchst seriöse Frage Welche Stile existieren denn? Wo liegen die Unterschiede? --- Danke schonmal für Antworten. | |
| | #2 |
| Stil? Ich habe keinen Stil. (Karpov) | |
| | #3 |
| AW: Welche Spielstile unterscheidet man? Sind auch eher Klischees, Shirov gilt gemeinhin als der "Angriffs-Spieler" schlechthin, ein Körnchen Wahrheit ist sicher dran, aber es gibt dutzende Partien von ihm, wo er sich seine Punkte auch langwierig im Endspiel erarbeitet. Wenn du gut werden willst, sind persönliche Vorlieben und Abneigungen eher ein Hindernis. Merke: Schach ist kein Wunschkonzert. | |
| | #4 |
| AW: Welche Spielstile unterscheidet man? Es gibt eigentlich nur Angriffsspieler und Quetscher. Als Quetscher könnte man den ehemaligen Weltklassespieler Ulf Andersson bezeichnen, der schon mit 1.Sf3 andeutet, dass ihm an einer scharfen Partie nichts liegt. Er versucht das Wild im Endspiel zu erlegen. Von der Kategorie gibt es auch auf bescheideneren Leveln eine Menge Spieler. Angriffsspieler sind solche, die einen Gewinn in einer unübersichtlichen Situation erhoffen, weil sie glauben, dort überlegen zu sein. Ihr Eröffnungsrepertoire ist auf Konfrontation ausgelegt (Gambits, asymmetrische Stellungen). Klassisches Repertoire für Angriffsspieler ist z.B. Königsindisch. | |
| | #5 |
| AW: Welche Spielstile unterscheidet man? Danke für die Antworten. | |
| | #6 |
| AW: Welche Spielstile unterscheidet man? Als "Meister" (wer ist dann schon?!) muss man wohl beide Stile beherrschen. Der eine neigt dazu, der andere dazu. | |
| | #7 |
| AW: Welche Spielstile unterscheidet man? Wenn bei einem Spieler öfter Angriffsstellungen auf's Brett kommen, bzw. fast schon gezwungen werden, dann spricht man von einem Angriffsspieler. Dann gibt es den Kneter/Quetscher/"Positionsspieler", der den Gegner durch ruhiges, ausdauerndes Manövrierspiel, mal im Mittelspiel, mal im Endspiel niederringen will. Ich würde noch gerne den Defensivspieler/Konterspieler erwähnen. Der spielt gerne Eröffnungen wie den Igel, Sheveningen, Grünfeld, usw., in denen er nicht direkt angreift oder manövriert, sondern sich abwartend aufbaut, dem Gegner gerne auch die Initiative überlässt und vorerst verteidigt, um dann im richtigen Zeitpunkt zu kontern oder einfach das in der Verteidigungsphase gewonnene Material verwertet. Als Angriffspieler würde ich Tal anführen, als Positionsspieler Karpov (auch wenn er sich keinen "Spielstil" zuschreibt) und als Konterspieler vielleicht Petrosjan. | |
| | #8 |
| Man muss halt vorsichtig sein: manch einer fühlt sich als Angriffsspieler, spielt daher jedes Gambit, zettelt im Chaos an - dabei würde mancher anders besser fahren und quält sich. Ansonsten sind die Meister in allen Zeiten sehr universell, z.B. Beton-Petrosjan spielte geile Kombis und Tal war positionell auf der Höhe. | |
| | #9 |
| AW: Welche Spielstile unterscheidet man? Es gibt ein Zitat von Magnus Carlsen "Vorlieben zu haben, bedeutet Schwächen zu haben", das mit sehr gut gefällt. Leute, die ihre Stärke im Angriff haben, versuchen Stellungen dahin zu bringen, dass ein Angriff möglich ist. Das ist aber nicht in jeder Stellung der beste Weg. Natürlich gibt es die Spielstile dennoch, allerdings sollte man sie sich nicht zum Vorbild nehmen, auch wenn bei mir bei Lieblingsspieler Shirov steht – solche Spieler liefern natürlich mehr Show. Aber wenn man einmal nur den Erfolg zum Kriterium nimmt, ist der beste Spieler ein vollkommen schwächenloser Spieler ein – der im Umkehrschluss auch keine besondere Stärke hat. | |
| | #10 |
| AW: Welche Spielstile unterscheidet man? Angriffsspieler, Quetscher, Defensivspieler... Ich merke es mir. Das ist zwar ein etwas knapper Beitrag, aber: Vielen dank für die Antworten. | |
| | #11 |
| AW: Welche Spielstile unterscheidet man? Nun ja, unter uns Amateuren gibt es noch gewisse weitere (Ab-)Arten: - Patzer (erreichen gar gute Stellungen, verpatzen die aber regelmäßig) - Angsthasenschachvertreter ("ich tu dir nix, tu mir bitte auch nix") - die Übertreiber ("ich stand so was auf Gewinn, dann aber...") - die Untertreiber ("mehr als Remis hatte ich nicht drin") - oder gar eine Mischung aus all dem Zeug O. | |
| | #12 | |
| AW: Welche Spielstile unterscheidet man? Zitat:
die ersten bereiten sich fast krankhaft auf jeden Gegner vor, kennen auch die letzten NEuerungen uä und der 2. macht irgendetwas und hofft das es klappt. solche Leute gibt's bis auf gutem Amateurlevel (2200). | ||
| | #13 |
| Ich spiele chaotisch, meist ungeplant und auf Sieg hoffend. | |
| | #14 | |
| AW: Welche Spielstile unterscheidet man? Zitat:
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| | #15 |
| AW: Welche Spielstile unterscheidet man? Stilfragen werden stark überschätzt - es gibt nur gute und schlechte Schachspieler. | |
| | #16 | |
| AW: Welche Spielstile unterscheidet man? Zitat:
Ich hab mal zu ihm gesagt, dass er ja eher der positionelle Spielertyp sei und nicht so der Typ des Taktikers, da war er doch etwas überrascht bis beleidigt. Da merkte ich, dass er sich für einen guten Taktiker offenbar hält. Taktisch ist er aber nicht besser als ich, trotzdem spielt er Zeug, das ich nicht freiwillig aufs Brett bringen würde. Aber wenn er es so mag und sich damit identifiziert, dann ist das doch in Ordnung. Ich selber sehe mich als positionellen Angriffsspieler, der sich häufig zurückhält und auf den Fehler des Gegners hofft, dann aber auch ebenso oft nach vorne stürmt und überzogene Mattangriffe versucht, es dann aber im Endspiel gemütlich und ruhig angehen lässt, von gelegentlichen Opferschlägen abgesehen... Kurz: Man hält mich für den vorsichtigen Positionsspielertypen und wundert sich dann regelmäßig, dass ich auch anders kann, wenn ich will. Also hab ich entweder meinen Stil noch nicht gefunden oder ich bin gerade dabei, ihn aufzugeben. Die Zukunft wird es zeigen... | ||
| | #17 |
| AW: Welche Spielstile unterscheidet man? Hab grad im Rowson Zebra-Buch das Kapitel "Nach welchem Mythos spielen Sie?" gesehen, erstes Unterkapitel "Mythos und Stil". - Da steht alles drin! *lach* Btw: Früher hatten alle Namen: Tal war der Magier, Karpov die Python... usw. | |
| | #18 |
| AW: Welche Spielstile unterscheidet man? Etwas philosophisch-provokativ in den Raum gestellt: Eigentlich dürfte es doch gar keine unterschiedlichen Stile geben. Die Stellung diktiert den richtigen Zug. Von der Eröffnung (und Blitzpartien) mal abgesehen. Klar, man kann ruhiger oder aggressiver spielen. Gleichzeitig läßt man bei der nachträglichen Analyse den PC aber nach dem besten (und nicht ruhigsten oder aggressivsten) Zug suchen. Kurz gesagt: Stil und Logik. Ist das im Schach nicht ein Widerspruch? | |
| | #19 |
| AW: Welche Spielstile unterscheidet man? Nicht nur in der Ausgangsposition, auch in vielen anderen Stellungen gibt es nicht den einen richtigen Zug, sondern zwei oder mehr Möglichkeiten. Menschen sind nun einmal verschieden, selbst Enginges haben unterschiedliche "Stile". Das macht Schach so faszinierend, dass es häufig nicht nur eine einzige Lösung gibt, sondern gleichwertige Alternativen. Unter praktischen Gesichtspunkten kann es sogar passieren, dass ein objektiv ?!-Zug sich als die psychologisch beste Chance erweist (Schwächen des Gegners, Zeitnot, Veränderung des Kampfes usw.). Ich baue ja auch mein Eröffnungsrepertoire nach meinen stilistischen Präferenzen auf: welchen Mittelspieltyp strebe ich prinzipiell an, und weiche ich davon ab je nach Stärke des Gegners? | |
| | #20 |
| AW: Welche Spielstile unterscheidet man? Der Gentleman verliert mit Stil, der Sportler gewinnt mit guten Zügen. | |
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