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Bangiev Felderstrategie

Diskutiere Bangiev Felderstrategie im Schachtraining Bereich; Der seit 1992 in Deutschland lebende und in der UdSSR aufgewachsene IM Alexander Baniev meint, eine neue Felderstrategie entdeckt zu haben, mit der man das ...

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Bangiev Felderstrategie


 

Alt 08.01.2006, 13:12   Link/s auf einer externen Seite. Klicken um diese/n anzuzeigen. #1
Bangiev Felderstrategie

Der seit 1992 in Deutschland lebende und in der UdSSR aufgewachsene IM Alexander Baniev meint, eine neue Felderstrategie entdeckt zu haben, mit der man das schachspezifische Denken am besten anwenden könne. Es handelt sich bei seiner Felderstrategie also um eine Denkmethode, die von ihm als Felder-Zug-Denkmethode bezeichnet wird.

Aus http://www.schachbund.de/

"Die erste wissenschaftliche Spielmethode?
Mit der Bangiev-Methode gibt es - davon ist Bangiev überzeugt - erstmals in der Schachgeschichte eine wissenschaftliche Anleitung zum schachlichen Denken. Gesetzmäßigkeiten werden entdeckt und ausgearbeitet, die in jeder Spielphase gültig sind. Dabei werden Überlegungen immer von den Feldern ausgehen und erst dann die für die Eroberung der jeweiligen wichtigen Felder in Frage kommenden Züge untersuchen.
Dieser Weg, erst die Felder zu prüfen und dann erst die in Frage kommenden Züge – der während der ganzen Partie strikt beibehalten wird - ist der eigentliche Kern der Methode!"

Wer mehr über diese neue Theorie wissen möchte und sich vielleicht auch entsprechendes Lehrmaterial besorgen möchte, der schaue bitte in den o. g. Link.
 
Alt 08.01.2006, 13:56   #2
Bangiev Felderstrategie

Danke für den Hinweis, es klingt auf den ersten Blick ja erstmal sehr interessant. Ob es einer intensiveren Prüfung standhält, wird die Zeit zeigen .

Grüße
Ponziani
 
Alt 25.03.2006, 12:02   #3
Bangiev Felderstrategie

Die Bangiev-Methode ist eigentlich nur eine Abwandlung von Opfermann's Felderstrategie oder einer similaren Idee von Fernschachweltmeister Berliner. Ich finde dabei Berliners Buch das beste, aber auch das komplizierteste. Wie schon GM Seirawan einige Male von Nimzowitsch "Mein System" gelesen hat bevor er es kapiert hat, so habe ich Berliners Buch schon 2x durch gemacht aber noch immer nicht voll geschluckt.
 
Alt 25.03.2006, 12:17   #4
Bangiev Felderstrategie

Zitat:
Zitat von Kiffing
Mit der Bangiev-Methode gibt es - davon ist Bangiev überzeugt - erstmals in der Schachgeschichte eine wissenschaftliche Anleitung zum schachlichen Denken
Ich glaube nicht,dass so etwas geht.Zwar kann man Prinzipien aufstellen aber man kann nicht eine "Anleitung" für das Schach schreiben.
 
Alt 25.03.2006, 13:31   #5
Bangiev Felderstrategie

Ich kann an dieser Stelle offen sein und sagen, dass Bangiev's Felderstrategie einfach nur Schund ist. Am Anfang wirkt alles noch interessant, aber dann wirds abenteuerlich.

Robert
 
Alt 28.03.2006, 08:24   #6
Bangiev Felderstrategie

Ich stimme mit Dir überein, Robert. Bangievs Methode ist einfach in vielen Stellungen nicht anzuwenden. Außerdem ist es oft nur eine kompliziertere Evaluation für Stellungen inw elchen anderen Grundprinzipien sowieso gültig wären. Ich halte das Buch von Hans Berliner für besser, aber denke auch hier daß es nicht sehr überzeugend ist. Wenn es wirklich so einfach wäre sich Gewinne zu erspielen, dann frage ich mich warum es noch kein Computerprogramm gibt welches auf diese Methode aufbaut und uns zerlegt!
Alle diese Methoden von Opfermann, Bangiev, Berliner haben eins gemeinsam, nähmlich daß es sehr einfach wäre ein Computerprogramm zu schreiben was selbige Methode benutzt. Es wird anscheinend keines geschrieben was wohl Gründe hat. Die Programmiere überlegen sich sicher davor ob sie für so etwas Zeit investieren.

Schöne Grüße
Tschatarunga
 
Alt 28.03.2006, 12:07   #7
Bangiev Felderstrategie

Ich sehe es sehr ähnlich. "The System" von Hans Berliner hat mir sehr gefallen und irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass zumindest etwas an seiner These richtig ist.

Er macht es sich aber auch zu einfach und lässt viel zu viele wichtige Eröffnungen außen vor, z.B. Holländisch, was in seinen Augen wohl ohnehin nicht vollwertig ist und somit unbeachtet bleiben kann
Oder er lässt wichtige Zugfolgen weg, wie im Damengambit.

Die Bangiev Methode habe ich mir mal angeschaut und ich halte sie eher für schädlich. Wer mit Schach anfängt kann sich damit eventuell eine kleine Orientierung in der Eröffnung verschaffen, aber danach wird es mehr als skuril.

Ob Schach irgenwann einmal wie 4 gewinnt oder Dame komplett gelöst wird und danach feststeht, dass Weiß am Zug gewinnt sei mal dahingestellt (rein theoretisch sollte es möglich sein, da es nur eine begrenzte Anzahl von Stellungen mit den Figuren geben kann), zunächst müsste halt jemand ähnlich wie Berliner eine These erstellen und das hat außer ihm noch keiner getan.

Eventuell kann Berliners These von jemanden aufgegriffen und um wichtige Elemente verfeinert werden, wer weiß das schon.

Ich persönlich glaube an einen Anzugsvorteil, allerdings wird dieser Vorteil bei perfektem Spiel wohl nur zu theoretischen Remisstellungen führen, wie Turm gegen Springer oder ähnliches.
 
Alt 28.03.2006, 16:28   #8
Bangiev Felderstrategie

Also, das kann ich hier nicht so stehen lassen.
Ich verstehe nicht wieso man die Bangiev-Methode als "Schund" oder gar "schädlich" hinstellen kann. Es wird einem doch beigebracht wie man richtig denken soll.
Es ist natürlich schwer sich diese Denkweise anzueignen, oder sie gar auf jede Stellung anzuwenden, doch mit viel Übung klappt das schon.
Ich persönlich finde das IM Bangiev Recht hat wenn er meint, dass man sich nach dem Studium der Cd's in jeder Stellung zurecht findet. Man ist nicht mehr abhängig von den ganzen Trainings-CD's usw.
Selbst wenn die Bangiev-Methode nicht funktionieren würde, so beschäftigt man sich doch mit den Partien und Stellungen, was ja auch einiges bringt.

Ich löse alle Taktikstellungen nach der Methode und bekomme sehr viele heraus, was vorher nicht der Fall war. Man ist einfach nicht mehr abhängig von eingeprägten Schablonen und Mustern.

Ich spiele jetzt auch neue Eröffnungen ohne große Vorkenntnisse, gegen stärkere Gegner. Das war z.B. Damenindisch, wovon ich nur wußte das ein Springer auf f6 und ein Läufer auf b7 oder a6 sein sollte. Ich blieb 16 Züge in der Theorie und fand auch das Manöver Da8 mit der Batterie Lb7 - Da8. Die Partie endete Remis. Es ist klar das bei neuen Eröffnungen auch der Zeitverbrauch ansteigt.

Ich bekam im letzten Turnier einen Elo 2100er als Gegner und habe ein Remis erreicht, desweiteren noch einen 2000er mit dem gleichen Ergebnis. Was ich sagen will ist, dass plötzlich Dinge erreichbar sind von denen ich vorher nur geträumt habe. Leider bin ich noch etwas "Remis-lastig" und komme gegen etwas schwächere nicht immer über ein Remis hinaus.

Blitzpartien sollte man während des erlernens der Methode allerdings versuchen zu vermeiden, oder ihnen keine Bedeutung beimessen.

Also für mich ist die Bangiev-Methode eine echte Bereicherung! Kein großer Spieler hat es jemals geschafft Schach so einfach zu erklären.
Es wird sicher Spieler geben die damit nicht zurecht kommen, aber das ist wie mit neuen Lernmethoden im allgemeinen - wer nicht innerlich davon Überzeugt ist und sich nicht viel Zeit lässt damit, wird es schwer haben...
 
Alt 28.03.2006, 16:52   #9
Bangiev Felderstrategie

Klingt trotzdem irgendwie interessant, kan vlt jemand ein kleines Beipiel bringen, um zu veranschaulichen, was man sich unter einer "allgültigen Denkweise vorstellen" kann.

mfg
Mero
 
Alt 28.03.2006, 18:03   #10
Bangiev Felderstrategie

Wir machen ja die Methode von Bangiev nicht zur Sau (mal sehen ob dieses Wort zensiert wird, hehe) sondern wir sehen diese als ein wenig skuril an. Ich denke auch daß es vielleicht dem einen oder anderen Spieler ein Gefühl der Felderwertigkeiten vermitteln kann.
Ich gehöre zu den Spielern die das Schachbrett als den Spielgarten für die Figuren sehen, und daß das Figurenzusammenspiel der Haupteinfluß in einer Stellung ist. Jede Stellung hat ihr Eigenleben und kann halt nicht systematisch über einen Kamm geschehrt werden. Wir erinnern uns an den großen Meister Tarrasch der dies versuchte und in Ansätzen auch recht hatte, aber wie gesagt hat jede Stellung seine eigene Seele welche halt sehr speziell ist. Diese kann nicht in Allgemeinheiten erfaßt werden, denke ich.
Vielleicht ist auch von allem ein wenig wahres dabei und dies zusammen gibt den richtigen Mix. Bangiev+Shirov+Topalov+Berliner+Opfermann+Leko+Capablanca= idealer Mix?
 
Alt 28.03.2006, 23:59   #11
WilhelmHH
Bangiev Felderstrategie

Zitat:
Zitat von Tschatarunga
Methode von Opfermann,
Opfermann ist der schwächste in der Aufzählung. 1.e3 war für ihn der stärkste Zug. Seine Methode muß sehr statisch gewesen sein. 1.e3 verstellt den Lc1, erzwingt also b3. b3 nimmt dem Lf1 ein späteres Rückzugsfeld. 1.e4 ist zwar ungedeckt, nimmt dem Gegner 2 Felder aus seiner Hälfte,
 
Alt 29.03.2006, 10:21   #12
Bangiev Felderstrategie

Tja, der mysteriöse HC Opfermann.

Hans Carl Opfermann war soviel ich mich erinnere ein Spieler in einem Schachclub südlich von München. Ich glaube es war der Schachclub Prien oder Ebersberg oder Wolfratshausen welche alle südlich von München liegen, bin mir aber nicht sicher. Er hat soviel ich weiß irgendwo am Chiemsee gewohnt und ist dann nach Neuseeland zu seiner Tochter gezogen. Er hatte so um die Ingo 120 (damals gab es noch keine DWZ) was bei der Umrechnung (2800- 7.5 x Ingo) also ca. 1900 DWZ sind. Es wurde eigentlich in Schachkreisen nie bekannt wer er genau ist. Auch ist auf den Rückseiten seiner Bücher soviel ich weiß nie gedruckt gewesen um wen es sich handelt. Ich habe damals im ca. Jahr 1981 weil ich neugierig war die Ingolisten Deutschlands durchgesehen und diesen Namen gefunden nachdem ich ein Buch von ihm in die Hände bekam und wissen wollte wie stark dieser Autor spielt. Ich denke daß es sich dabei um den richtigen Hans Carl Opfermann handelt da der Name doch nicht sehr gewöhnlich ist. Ich erinnere mich auch noch daß er schon sehr alt war und so kurz nach der Jahrhundertwende geboren worden ist. Ich kann mich zwar irren, aber die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch daß es diese Person war. Ich erinnere mich noch daß ich mich gewundert habe wie ein Spieler mit dieser doch nicht so überragenden Wertungszahl ein Schachbuch schreiben kann.


Schöne Grüße
Tschatarunga

PS.: Ich habe mal ein wenig gestöbert und dabei hat sich bestätigt daß es sich um DEN Hans Carl Opfermann handelt. Anbei die Biographie. Interessant ist auch dieser Link:

Opfermann Bücherliste in Neuseeland (english page!)
Angehängte Dateien
Dateityp: txt HC Opfermann Biography.txt (3,6 KB, 179x aufgerufen)
 
Alt 31.03.2006, 19:07   #13
WilhelmHH
Bangiev Felderstrategie

Das ist ja witzig, von dem mal wieder zu hören. Post mortem wahrscheinlich.
Nehme an das du ebenso wie ich zu den geburtenstarken Jahrgängen gehörst.
 
Alt 31.03.2006, 21:03   #14
Bangiev Felderstrategie

Ich muss zugeben, das mir der Herr Opfermann überhaupt nichts
sagt. Hat er tatsächlich die Behauptung aufgestellt 1.e3 sei der
stärkste Zug?
 
Alt 31.03.2006, 21:12   #15
WilhelmHH
Bangiev Felderstrategie

Da hast du auch nicht verpaßt. Das fiel damals sogar schwächeren Spielern auf.
1.e3 war nur ein Aspekt dabei.
 
Alt 01.07.2006, 21:22   #16
Felderstrategie

Herr Bangiev stellt seine Methode auf seiner Homepage vor.
www.bangiev.de
Habe alle seine CD`s und besorge mir auch noch seine Eröffnungsrepertoirs , welche nach der B-Methode aufgebaut sind.
Muß schon zugeben, daß man am Anfang sehr verwirrt wird, beim durchgehen seiner CD´s , da es erstens nur so von Rechtschreibfehlern wimmelt und auch sonst sich einige Aussagen wiedersprechen.
Wenn man sich aber daraus den richtigen Reim macht, kommt man sicher schneller im Schach weiter , als mit den anderen Lehrmethoden.
Ich beherrsche die B-Methode noch nicht sehr gut, aber kann mit ihr schon manchmal, wenn ich den richtigen Plan habe, gegen 2000er gewinnen. Aber auch , wenn ich die B-Methode falsch anlege, gegen 1500 untergehen. Doch eines ist sicher, es werden keine langweiligen Partien.
Bei der B-Methode ist es wichtig, die Strategiefrage, Richtungsfrage und Farbfrage (schwarze oder weiße Initiative), zu beantworten.Was damit gemeint ist könnt Ihr ja bei Herrn Bangiev nachlesen.
Alles Gute
 
Alt 20.08.2006, 13:19   #17
Bangiev Felderstrategie

habe schon in einem anderen schachforum *damit hab ich mein outing hinter mir* einiges von meiner meinung zur b-methode geschrieben.
bin da auch schon mit aaron_n aneinander geraten

aber ich hab vielleicht noch was interessantes für euch:
es gibt in der CSS (Computerschach und Spiele) - Online einen Artikel zur Bangiev-Methode.
Normalerweise muss man ein abo der zeitschrift besitzen um dort artikel lesen zu können.
zu diesem artikel hat sich bangiev auch auf seiner homepage geäußert, meiner meinung aber nicht besonders effektiv.

ich bin mit dem autor des artikels in kontakt getreten und er war so freundlich den artikel allgemein freizuschalten. ich darf den link ausdrücklich weitergeben, was ich hiermit tue:
B-Methode Bericht bei CSS

und hier bangievs reaktion auf den bericht:
Bangiev-Reaktion

DKopp
 
Alt 20.08.2006, 19:57   #18
Felderstrategie für Morra-Gambit

von A. Bangiev

Ich hatte den Fehler gemacht obiges Buch zu kaufen.

Aus dem Bereich zum Abgelehnten Morra-Gambit mal ein Zitat.

"1.e4 c5 2.d4 cxd4 3.c3 d3 Schwarz verteidigt damit das Feld e5 und bedroht mittels d5 Initiative zu ergreifen"
 
Alt 20.08.2006, 20:32   #19
Bangiev Felderstrategie

Zitat:
Zitat von GeDa Beitrag anzeigen
"1.e4 c5 2.d4 cxd4 3.c3 d3 Schwarz verteidigt damit das Feld e5 und bedroht mittels d5 Initiative zu ergreifen"
Die Aussage ist natürlich viiieeel zu allgemein und wenn man ein richtig starker Schachspieler werden will, nützen einem auf Dauer solche "Prinzipien" nichts

Bevorzugen würde ich da eher die Prinzipien der Steinitzschen Schachschule, die zwar etwas alt aber dennoch recht aktuell sind


Grüße, Darkness
 
Alt 21.08.2006, 16:46   #20
Bangiev Felderstrategie

warum entwickelt eigentlich keiner eine schach-engine die mit der B-Felderstrategie spielt? das wäre doch interessant...

gruß Bobby
 
 

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