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Partien auswendig lernen?

Diskutiere Partien auswendig lernen? im Schachtraining Bereich; Hi, ich hab jetzt das Buch "Meister gegen Amateur" und denke vielleicht sollte ich die Partien auswendig lernen? Bringt das was? Bis jetzt hab ich ...





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Alt 13.03.2007, 21:14   #1
bengel
Partien auswendig lernen?

Hi,

ich hab jetzt das Buch "Meister gegen Amateur" und denke vielleicht sollte ich die Partien auswendig lernen?
Bringt das was?
Bis jetzt hab ich alle Partien die ich auswendig gelernt hab komplett wieder vergessen... klar, müsste man regelmässig wieder auffrischen...

Aber bringt es generell etwas, Partien auswenig zu lernen?
Und wenn ja, welche?

Vielen Dank, freundlichen Gruss,
Christof (seit 3 Monaten täglich ne Stunde Taktik am Trainieren...)
 
Alt 13.03.2007, 21:19   #2
Kiffing
Partien auswendig lernen?

Das Auswendiglernen von Partien würde ich nicht machen. Dafür ist der Output zu gering und sind die Nebenwirkungen zu hoch. Denn wenn Du Dich zu oft mit dem Auswendiglernen von ganzen Partien quälst, die Du eh nicht lange - wenn überhaupt - behalten wirst, verlierst Du sehr schnell die Lust am Schach. Deshalb würde ich Dir empfehlen, wenn Du niveauvolle Partien nachspielst, Dich lieber auf das Verstehen dieser Partien zu konzentrieren. Nur so kannst Du aus diesen Partien einen persönlichen Gewinn ziehen und stärker werden. Denn nur wer etwas versteht, kann etwas auch anwenden.
 
Alt 13.03.2007, 21:25   #3
bengel
Partien auswendig lernen?

Zitat:
Zitat von Kiffing Beitrag anzeigen
Denn nur wer etwas versteht, kann etwas auch anwenden.
Hi Kiffing,

deshalb dachte ich, wenn überhaupt, halt an das Auswendiglernen der Partien aus "Meister gegen Amateur" mitsamt der Erläuterungen... also praktisch das ganze Buch auswendig lernen, aber vielleicht hast du Recht, ist vielleicht uneffektiv.

Gruss,
Christof
 
Alt 13.03.2007, 21:33   #4
AgentOrange
Partien auswendig lernen?

Ich habe dieses Buch gerade fertig gelesen und es folgendermaßen gemacht:
1) 2 - 3 Seiten langsam lesen und verstehen.
2) Bei der nächsten "Sitzung" die bisherigen Züge nachziehen und sich den Sinn (!) in Erinnerung rufen.
3) Jede Partie zweimal hintereinander durchgehen.
 
Alt 13.03.2007, 21:41   #5
Danny1234
Partien auswendig lernen?

Hm....also wenn ihr die Meinung von einem knapp 1500er hören wollt:

ich halte nix von Auswendiglernerei (nicht nur beim Schach), wahrscheinlich aufgrund meiner endlosen Faulheit .

Es gibt da diese schöne Weißheit: Man lernt Schach durch Muster kennen...ein Normalspieler kennt mehere 1000 Muster, ein Großmeister viele mehr.... das unterscheidet mich vom GM

Deswegen rate ich dir lieber, die Partie am Brett (nicht am Computer, das verleitet zum Engine-Einschalten!) nachzuspielen, und versuchen die Gedanken der GM´s nachzuvollziehen, sofern möglich!

Ansonsten....Taktik,Taktik,Taktik....das hilft wohl am meisten

Grüße,
Danny
 
Alt 13.03.2007, 21:47   #6
tvp
Partien auswendig lernen?

Das sture Auswendiglernen bringt m.E. wenig bis gar nichts.

Du wirst aber feststellen, daß du nach intensiver Beschftigung mit einer Partie und ihrer Analyse oft imstande sein wirst, sie tatsächlich ganz oder teilweise aus dem Gedächtnis abzurufen.
Dies ist ein Zeichen dafür, daß du die zugrundeliegenden Ideen und Motive verstanden hast und dir eben nicht mehr Zug um Zug als leere Information einbimsen mußt. Zugfolgen von 10, 15, 20 Zügen erscheinen dann plötzlich ganz logisch und klar.
Voraussetzung ist aber meist eine gute Kommentierung, da sich einem die Pläne von Großmeisterpartien meist nicht so ohne weiteres von alleine erschließen.
 
Alt 13.03.2007, 22:00   #7
Gast197
Partien auswendig lernen?

Die hoffentlich wichtigsten Sachen besonders zum Thema Eröffnung konnte ich mir nach dem bisher einzigen, recht schnellen Durchgang mit dem Buch merken.

So kam ich bei einer Blitzpartie letzte Woche Freitag ins Schmunzeln, als mein (feiger ) Gegner mir 1. d4 d5 2. c4 e6 3. c5?! vorsetzte, ich zog sofort 3... b6 und auf 4. b4 direkt 4... a5 und der Gegner kam ins Grübeln. Diesen Partieanfang hatte ich gegen Schwächere schon öfter, an solchen oder ähnlichen Stellen zeigt sich, ob man das gelertne auch anwenden kann. Wenn man nur auswendig lernt vergisst man vielleicht einen ganz wichtigen Zug und die Partie geht verloren.

Von daher mein Tipp (analog zu den Vorgängern):
lesen -> verstehen -> gelerntes trainieren -> anwenden -> der Stoff wird nebenher automatisch gespeichert

PS: Ein Studienkollege hat für das Fach "Programmieren I" sehr viel auswendig gelernt und die Klausur mit einer 1 bestanden. In der ersten Übung des Fachs "Programmieren II" konnte er nicht mal ein einfaches Programm schreiben. - Alles auswendig gelernte war über den Sommer verschwunden!
 
Alt 13.03.2007, 22:13   #8
AgentOrange
Partien auswendig lernen?

Was man bei "Meister gegen Amateur" auch nicht vergessen darf:
Der Amateur macht zum Teil wirklich ziemlich fragwürdige Züge. Schon deshalb ist das Auswendiglernen dieser Partien nicht empfehlenswert.
 
Alt 13.03.2007, 22:38   #9
Gast708
Partien auswendig lernen?

Huhu,

das genannte Buch habe ich auch gelesen, allerdings dabei nur versucht, die Vorgehensweisen der Spieler zu verstehen - das sollte Anforderung genug sein.

Bisher ging bei mir jeglicher Versuch, Varianten auswendig zu lernen, völlig nach hinten los. Ich spielte in Partien in der Folge stellungsungemäße Züge und wollte bestimmte Varianten vom Gedächtnis auf das Brett zwingen - natürlich geht das gründlich in die Hose.

Meine Empfehlung daher: das Spiel von Anfang an auf eigenem Schachverständnis aufbauen, dabei sind komplexe Großmeistervarianten - weil für den Amateur meist nicht überblickbar - zu vermeiden. Einfache Grundideen reichen im Amateurbereich aus, um eine gute Eröffnung zu spielen. Dabei ist es wichtig, dass man längerfristige Strategien - sofern man welche hat - nötigenfalls immer den Gegebenheiten anpasst, also nicht stur einem bestimmten Plan folgt, sondern ggf. die Strategie modifiziert/adaptiert und vor allem auf taktische Wasserdichtigkeit hin überprüft.

Das hört sich sehr simpel an, ist für mich aber immer wieder ein Problem.

EDIT:

@Agentorange,

soweit ich mich erinnern kann (ist schon eine Weile her, seit ich das Buch las) spielen die Amateure sehr stark, an grobe Schnitzer kann ich mich nicht erinnern, allenfalls an strategische Ungenauigkeiten, die sich längerfristig bemerkbar machen. Ich denke die Amateure in diesem Buch liegen weit jenseits der 2000elo-Marke, am Ende haben wir es schließlich gar mit Meisteranwärtern zu tun.

Es grüßt,

gisi
 
Alt 13.03.2007, 23:10   #10
AgentOrange
Partien auswendig lernen?

@Gisibert:

Da habe ich einen anderen Eindruck. Allerdings meine ich auch nur das erste Buch.

p.s.: Ein Amateur mit mehr als 2000 Elo ??? Wie soll das denn gehen?
 
Alt 13.03.2007, 23:39   #11
Kiffing
Partien auswendig lernen?

Zitat:
Zitat von AgentOrange Beitrag anzeigen
p.s.: Ein Amateur mit mehr als 2000 Elo ??? Wie soll das denn gehen?
Ein Amateur ist von der Wortbedeutung her nach jemand, der etwas nebenberuflich macht. Das unterscheidet ihm vom Profi. Das heißt, ein Schachspieler kann durchaus sehr stark, aber dennoch Amateur sein. Denn vom Schach alleine können allenfalls Großmeister leben.
 
Alt 13.03.2007, 23:59   #12
AgentOrange
Partien auswendig lernen?

Da hast Du natürlich recht. Aber es geht ja hier um die Buchreihe von Euwe. Und Euwe meint mit "Amateur" Leute, die recht schwach spielen.
 
Alt 14.03.2007, 08:49   #13
Gast646
Partien auswendig lernen?

Ich habe das tatsächlich mal gemacht und die italienische Partie mit 3... h6? aus diesem Buch für die Vereinsmeisterschaft auswendig gelernt, weil ich wusste, dass mein Gegner diesen Zug gern spielt. Ich hatte dann wider Erwarten Philidor auf dem Brett und war entsprechend enttäuscht.

Daher bin ich der Meinung, dass es nichts bringt, Partien auswendig zu lernen.

Jedoch ist der Lernwert der Bücher "Meister - Amateur" und "Amateur wird Meister" enorm. Klingt jetzt sehr banal, aber ich habe daraus gelernt, dass jeder Zug, den man macht, einen Sinn haben muss.

Auch die Motive der Eröffnungen werden dort sehr schön dargelegt (Bsp.: Königsindisch - Weiß greift am Damenflügel an, Schwarz am Königsflügel, der weiße Angriff ist schneller, der schwarze gefährlicher).
 
Alt 14.03.2007, 08:55   #14
Gast197
Partien auswendig lernen?

Gisibert vertut sich wohl ein wenig:

"Meister gegen Amateur": Hier trifft der Meister auf sehr schwache bis bestenfalls mittelmäßige Spieler, die teils krasse Fehler machen. Von diesem Buch ist hier im Thread die Rede.

"Amateur wird Meister": Hier hat der Meister es mit stärkeren Spielern zu tun, die gar nicht mal so offensichtliche Fehler machen. Am Schluss des Buches heißen die Amateure dann Meisteranwärter und gewinnen auch gegen die Meister. Genau dieses Buch meint Gisibert.
 
Alt 14.03.2007, 11:24   #15
Gast708
Partien auswendig lernen?

Hallo Agentorange,

ich weiß ehrlichgesagt nicht, ob wir vom selben Buch sprechen. Meins heißt "Amateur wird Meister" vom Beyer Verlag. Darin spielen die Amateure sehr stark, verteidigen sich umsichtig und lediglich kleinere Ungenauigkeiten kann der Meister durch perfektes Spiel nutzen, um zu gewinnen. Später siegen dann sogar die Amateure.

Die Eloangabe war nur ungefähr, aber was spricht dagegen, dass ein Amateur 2000 Elo hat? Ich denke man kann durchaus sagen, dass Berufsschachspieler in der Regel seltenst unter 2500 Elo liegen. Aber ich möchte hier keine neue Diskussion (ab wann darf ein Amateur sich Meister schimpfen) entfachen - Ansichtssache.

EDIT: @Stratege, genau dieses Buch meine ich, danke für die Klarstellung.

Es grüßt,

gisi
 
Alt 14.03.2007, 20:59   #16
AgentOrange
Partien auswendig lernen?

Hallo Gisibert,

wir haben offenbar tatsächlich von verschiedenen Büchern gesprochen. Ich meinte "Meister gegen Amateur", das erste Buch von Euwe´s Trilogie.
Was den Amateurbegriff angeht: OK, ihr habt mich überzeugt.
 
 

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