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| | #41 | |
| AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer Zitat:
Nun kurz meine Gedanken. Der falsche Ansatz: Der Gegner stellt eine Drohung auf und wir wechseln sofort in einen gedanklichen Defensiv-Modus und verteidigen uns gegen die Drohung. Das hat zur Folge, dass wir schnell nach der Pfeife des Gegners tanzen und der seine Pläne durchsetzen kann. Der sichere Weg zum Verlust. Der bessere Ansatz: Wir überlegen uns zuerst, ob die Drohung des Gegners gefährlich ist und ob wir sie nicht einfach ignorieren können, um unsere eigenen Pläne zu realisieren. Nur wenn die gegnerische Drohung gefährlich ist, suchen wir nach einer Verteidigung. Der verbesserte bessere Ansatz: 1. Was droht eigentlich ganz genau? (konkrete Zugfolgen) 2. Was würde passieren, wenn der Gegner seine Drohung tatsächlich ausführen würde? Wie ist die Stellung danach einzuschätzen? Kann ich die mehrzügige Drohung vielleicht ganz zum Schluss mit einem einzigen Verteidigungszug abwehren? 3. Kann ich unter Berücksichtigung von 1. und 2. die Drohung einfach ignorieren? 4. Wenn ich die Drohung nicht ignorieren kann, kann ich dann irgendeine Gegendrohung aufstellen? 5. Nur wenn es keine Gegendrohung gibt, suche ich nach einer möglichst ökonomischen Verteidigung. Besonders den 4. Punkt halte ich für sehr wichtig. Er zielt darauf ab, dem Gegner die Initiative zu entreißen und trotz gefährlicher Drohungen die eigenen Pläne durchzusetzen. Wenn ich Zeit habe, suche ich noch ein paar Beispiel heraus. Ach so: Bisher habe ich im Prinzip nach dem besseren Ansatz gehandelt. In Zukunft werde ich den Punkt mit den Gegendrohungen sehr viel ernster nehmen. | ||
| | #42 |
| AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer Ja, wir haben in etwa diesselbe "theoretische Ausbildung", die meisten Bücher habe ich ganz durchgelesen (ohne daß mich das jetzt speziell besser gemacht hätte - es hatte eher was von "Augen öffnen"). Bei Zebrafan hatte ich mir schon so was gedacht Aber ich vermisse Watsons bahnbrechende Werke.Einen Punkt noch zu den Kandidatenzügen: Ja, es gibt sowas und es ist gut. Nur die Art, wie Kotow das propagiert macht kein Mensch, niemand. Aus guten Grund: Zusammengefasst sagt Kotow: a) Liste mit Kandidatenzügen aufstellen b) jeden einmal durchrechnen c) den besten ziehen Mir ist schon oft folgendes Szenario passiert: ich habe eine eher vorteilhafte Stellung und habe eine Erwartung, daß ich einen guten Zug finde. Es gibt offensichtlich zwei Kandidatenzüge A+B - sonst nichts, beide bringens nicht so richtig. Nach 15 Minuten rumrätseln an den beiden taucht nach ein paar Halbzügen eine Möglichkeit, die mit A+B nicht ganz geht, aber fast gewinnt. Plötzlich fällt es mit wie Schuppen von den Augen: es gibt einen Kandidatenzug C, der diese Möglichkeit zum Gehen bringt und klar gewinnt. Eine halbe Stunde später trinke ich zufrieden mein Bier - Kotow hätte verloren. (in Nunns Buch wird das anhand einer Studie behandelt - ich habe es schon live erlebt) | |
| | #43 |
| AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer | |
| | #44 |
| AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer Schaut Euch mal folgende Stellung an: Schwarz hat gerade mit f7-f6 den weißen Springer angegriffen. Der natürliche Zug wäre so etwas wie 1. Sf3 - ein reiner Verteidigungszug gegen die schwarze Drohung. Ignorieren können wir diese Drohung natürlich nicht, weil uns das materiell entscheidend in Nachteil bringen würde. Aber wie sieht es mit Gegendrohungen aus? In dieser Stellung gibt es insgesamt vier Möglichkeiten zu solchen Gegenangriffen. Wer findet sie alle? | |
| | #45 | |
| AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer Zitat:
Überflüssig zu erwähnen, dass man im Flow keine Kandidatenzüge aufstellt, da ein rationaler Eingriff den Flow beenden würde. Natürlich gibt es zu 90 % Stellungen, in denen keine Kombinationen möglich sind. Vielleicht ist dort das Kandidatenzug-Konzept zumindest nicht unsinnig. In einer Benoni-Stellung z.B. könnte ich mehrere Kandidatenzüge aufstellen, etwa a6, Sbd7, Te8. Die Entscheidung, welcher Zug gespielt werden sollte, kann nicht im Flow entstehen, sondern kann nur rational entschieden werden. Etwa könnte man a6 verwerfen, um sich die Option auf Sa6 zu erhalten. Aber selbst in solchen Stellungen gehe ich nicht nach dem Kotov-Rezept vor. Das ist mir zu steril. | ||
| | #46 | |
| AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer Zitat:
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| | #47 |
| AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer Ich hatte auch schon öfters "flow" verspürt - eine Serie von only moves mit kaum Zeitverbrauch. Ich würde das unter normalen Umständen (ohne Leistungsdruck) nie wieder hinkriegen, mit oder ohne Kotow. Aber wie kommt darein? Ich kann das nicht planen - manchmal passierts einfach... | |
| | #48 |
| AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer 1.d3 und 1.b3 können denke ich die gleiche Aufgabe erfüllen. 1. e4 Sb4 Ta5 sieht ziemlich bald nicht mehr schön aus, dem Turm fehlen die Felder. Zur Diskussion über die ganzen auf der letzten Seite von Morgain genannten Bücher würde mich interessieren, ob ihr das Gefühlt hab, die hätten wirklich was gebracht/verändert und wenn ja, in welcher Hinsicht. Ich habe mir nach einigen Empfehlungen hier mal Nunns Schachgeheimnisse ausgeliehen (ist ja soweit ich weiß das angesprochene auf Deutsch) und war zwar nicht richtig enttäuscht, aber das Gefühl, etwas wirklich neues gelesen zu haben hatte ich auch nicht. Von den anderen habe ich auch keins gelesen... Also: Habe ich einfach zu oberflächlich gearbeitet, oder woran könnte das liegen? Zur Grundfrage hoffe ich noch länger nichts aus eigener Erfahrung sagen zu können | |
| | #49 |
| AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer | |
| | #50 | |
| AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer Zitat:
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| | #51 |
| AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer Oh, ich dachte "Flow" und "Lauf" wären synonym. Höchstleistung als normalste Sache der Welt, ohne Zeit und ohne Nachdenken. In manchen Schachbüchern wird doch Czikszentmihail (sorry, hab den Namen aus der Erinnerung geschrieben) zitiert, der das Phänomen beschreibt. | |
| | #52 |
| AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer Stimmt auch so. | |
| | #53 | |
| AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer Zitat:
Es passierte mir auch schon, dass ich an einem Wochenende drei Partien gewann. Aber das war kein Flow, sondern ich war einfach in guter Form - und die Gegner spielten die falschen Eröffnungen. | ||
| | #54 |
| AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer Ich hatte mal dieses Endspiel LL-S von mir gezeigt. Das hatte ich gewonnen, in dem ich fast ohne Zeitverbrauch andauernd eine Reihe von only moves gefunden hatte. Wenn ich mir das heut anschaue, finde ich die einzelnen Züge nicht mehr in Stunden - ich weiß nicht, wie ich das damals hinbekommen habe. Für mich war das Flow! | |
| | #55 | |
| AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer Zitat:
Ich nehme aber zur Kenntnis, dass viele Spieler einen merkwürdigen Begriff vom Flow haben. Ich hatte auch unlängst ein Gespräch mit einem Vereinskameraden, der meinte, er hätte das Turnier über einen Flow gehabt. Ich wollte ihm erst sagen, dass er einen falschen Begriff vom Flow hat, ließ es dann aber sein. Vielleicht weil ich ihn mag und keine Konfrontation wollte, vielleicht war ich auch einfach zu müde. So wichtig ist es dann vermutlich auch nicht. | ||
| | #56 | |
| AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer Zitat:
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| | #57 |
| AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer | |
| | #58 | |
| AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer Zitat:
Ich sag dazu einfach (und auf Deutsch) einen guten Lauf haben. Also wenn man einfach ohne große Mühe die guten Züge findet. Da gehört dann eine gute Tagesform und etwas Glück dazu, dass man nämlich ausgerechnet da hinschaut, wo es gute Züge gibt. Die Tage hab ich regelmäßig, wo ich deutlich über meiner normalen Leistung spiele. Leider zu selten und sie lassen sich nicht nach Wunsch abrufen. | ||
| | #59 | |
| AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer Zitat:
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| | #60 | |
| AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer Zitat:
Ok, dann kenne ich das wirklich nicht, mir fliegen die genialen Züge leider nicht so einfach wie aus dem Nichts zu, ich muss schon bewusst dafür arbeiten. Aber weigern tu ich mich nicht, an sowas zu glauben, denn z.B. hat Magnus Carlsen mal gesagt, dass starke Spieler gar nicht über Züge nachdenken müssten, die guten Züge fallen ihnen einfach zu. Ich glaubs ihm gerne, schließlich ist er das Genie. Wenn ich in einen "Flow" gehe, freuen sich jedenfalls nur meine Gegner, soviel steht fest... | ||
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