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Die persönliche DWZ-Schallmauer

Diskutiere Die persönliche DWZ-Schallmauer im Schachtraining Bereich; Zitat: Zitat von Gelegenheitspatzer Flow ich bin völlig fokussiert und bekomme von Geschehen abseits des Brettes kaum etwas mit. Das kann ich nur bestätigen. Flow ...





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Alt 27.06.2012, 18:17   #81
Chessimo
AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer

Zitat:
Zitat von Gelegenheitspatzer Beitrag anzeigen
Flow ich bin völlig fokussiert und bekomme von Geschehen abseits des Brettes kaum etwas mit.
Das kann ich nur bestätigen. Flow ist bei mir ein Kreativitäts-Boost ähnlich einem Trancezustand. Ich bin aber im Gegensatz zu dir dabei völlig ruhig und bekomme gar nichts mit. Wobei der Flowzustand bei mir regelmäßiger beim Zeichnen vorkommt. Der Flow ist nicht zu verwechseln mit einem Lauf. Auf jeden Fall passiert etwas im Hirn. Es könnte sein, dass bestimmte Hirnareale dabei unterdrückt werden und andere Bereiche die für kreatives Denken zuständig sind die Oberhand bekommen. Da ist im Augenblick ja ein Experiment am Start, wo man Hirnareale kurzzeitig lahmlegt. Die Versuchspersonen können bestimmte Dinge auf einmal viel besser. Man will geniales Denken gewissermaßen künstlich erzeugen.
 
Alt 27.06.2012, 18:53   #82
Der Therapeut
AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer

Zitat:
Zitat von McMiller Beitrag anzeigen
Hau rein :-)
Mach ich!

Solst ja schließlich stolz auf mich sein!
 
Alt 27.06.2012, 20:26   #83
Morgain Le Fey
AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer

Hier noch ein Beispiel zur Reaktion auf gegnerische Drohungen. Weiß hat gerade Da4 gezogen und droht nun mit Lxc6 nebst Dxa7 oder Dxc6. Wie soll Schwarz reagieren?

 
Alt 27.06.2012, 20:37   #84
Gast8507
AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer

Zitat:
Zitat von chessychess Beitrag anzeigen
Analogie: Wenn ich das erste mal eine 10kg Hantel in die Hand nehme um Muskeln aufzubauen, wird das eine ganze Weile gut klappen. Irgendwann werden die 10kg nicht mehr ausreichen, um weiteren Muskelzuwachs zu provozieren. Also muss ich eine noch schwerere Hantel nehmen.
Bis man irgendwann erkennt, dass Radfahren einem viel besser liegt.

Zitat:
Zitat von Morgain Le Fey Beitrag anzeigen
Ich habe so ziemlich alles gelesen, was es zum Thema Zugauswahl und Kalkulation gibt
Und? Woran hapert's? Warum bist du noch kein GM?
 
Alt 27.06.2012, 20:44   #85
bogidorus
AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer

Zitat:
Zitat von Morgain Le Fey Beitrag anzeigen
Hier noch ein Beispiel zur Reaktion auf gegnerische Drohungen. Weiß hat gerade Da4 gezogen und droht nun mit Lxc6 nebst Dxa7 oder Dxc6. Wie soll Schwarz reagieren?

naja, ob das so eine gute Idee ist, den schönen Lb5 wegen eines lumpigen Bauern gegen den Sc6 zu tauschen? Nach Ld3 rochiert Weiß nicht mehr so schnell. Im übrigen ist der Sc6 weder zu decken, noch kann er ziehen. Vielleicht einfach Lg7, damit, falls Weiß auf c6 frisst, auf Ld3 der Konter Se5 rausgenommen wird.

Alles sehr spontan, ohne großes Rechnen.
 
Alt 27.06.2012, 20:48   #86
Danalto
AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer

Zum Beispiel von Morgain: Ich würde 1. ... Lg7 spielen. 2. Lxc6 bxc6 3. Dxc6 0-0 und nun hat Schwarz für den Bauern doch ein ganz schönes Entwicklungsplus. Offene b-Linie, der b-Bauer etwas schwächlich, vielleicht die Option e5.
 
Alt 27.06.2012, 20:53   #87
Morgain Le Fey
AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer

Zitat:
Zitat von bogidorus Beitrag anzeigen
naja, ob das so eine gute Idee ist, den schönen Lb5 wegen eines lumpigen Bauern gegen den Sc6 zu tauschen? Nach Ld3 rochiert Weiß nicht mehr so schnell. Im übrigen ist der Sc6 weder zu decken, noch kann er ziehen. Vielleicht einfach Lg7, damit, falls Weiß auf c6 frisst, auf Ld3 der Konter Se5 rausgenommen wird.
Absolut richtig. Schwarz kann die Drohung einfach ignorieren und einen nützlichen Zug wie Lg7 spielen. Allerdings musst Du mir noch verraten, wie die Lage nach Lxc6 und Dxa7 einzuschätzen ist.
 
Alt 27.06.2012, 20:54   #88
Morgain Le Fey
AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer

Zitat:
Zitat von Danalto Beitrag anzeigen
Zum Beispiel von Morgain: Ich würde 1. ... Lg7 spielen. 2. Lxc6 bxc6 3. Dxc6 0-0 und nun hat Schwarz für den Bauern doch ein ganz schönes Entwicklungsplus. Offene b-Linie, der b-Bauer etwas schwächlich, vielleicht die Option e5.
Im Prinzip richtig. Allerdings hat Schwarz statt der Rochade den stärkeren Zug Ld3 zur Verfügung, der die weiße Rochade verhindert und Damenfang mit Lb5 droht.
 
Alt 27.06.2012, 20:56   #89
G.W. Pabst
AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer

Zitat:
Zitat von Gelegenheitspatzer Beitrag anzeigen
Flow im Schach kenne ich fast nur aus den entscheidenden Phasen sehr spannender Partien unter Zeitdruck.
Da ist dann der Puls bei 180+, die Hände zittern teilweise beim Ziehen, ich bin völlig fokussiert und bekomme von Geschehen abseits des Brettes kaum etwas mit.
Das Gegenteil ist eigentlich richtig. In Zeitnot kann man keinen Flow haben, da es zu hektisch zugeht. Zudem ist der Erfolgsdruck in dieser Partiephase sehr hoch.
C.: "Die Tätigkeit hat ihre Zielsetzung bei sich selbst (sie ist autotelisch)."
Das heißt, dass das Resultat der Partie eigentlich unerheblich ist. Ich denke, dass man es im Schach fast ausschließlich bei der Kombinationssuche (Variantenberechnung) findet. Die Kombinationen an sich sind schön, das Ergebnis, was daraus folgt, ist zweitrangig. So kommt es bei mir schonmal vor, dass ich interessante Dauerschachkombinationen finde, die ich gerne spielen würde, weil sie gut aussehen. Nur wacht man dann irgendwann auf und ruft sich ins Gedächtnis, dass man gegen einen Gegner spielt, den man schlagen sollte. So muss man dann nolens volens die Kombi sausen lassen und stattdessen in ein leicht vorteilhaftes Endspiel abwickeln und es bis zum Ende durchreiten.
 
Alt 27.06.2012, 21:12   #90
Morgain Le Fey
AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer

Zitat:
Zitat von zappolino Beitrag anzeigen
Und? Woran hapert's? Warum bist du noch kein GM?
Ist doch klar - habe wegen der vielen Bücher keine Zeit mehr zum SPIELEN.
 
Alt 27.06.2012, 21:18   #91
Danalto
AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer

Zitat:
Zitat von G.W. Pabst Beitrag anzeigen
Das Gegenteil ist eigentlich richtig. In Zeitnot kann man keinen Flow haben, da es zu hektisch zugeht. Zudem ist der Erfolgsdruck in dieser Partiephase sehr hoch.
C.: "Die Tätigkeit hat ihre Zielsetzung bei sich selbst (sie ist autotelisch)."
Das heißt, dass das Resultat der Partie eigentlich unerheblich ist. Ich denke, dass man es im Schach fast ausschließlich bei der Kombinationssuche (Variantenberechnung) findet. Die Kombinationen an sich sind schön, das Ergebnis, was daraus folgt, ist zweitrangig. So kommt es bei mir schonmal vor, dass ich interessante Dauerschachkombinationen finde, die ich gerne spielen würde, weil sie gut aussehen. Nur wacht man dann irgendwann auf und ruft sich ins Gedächtnis, dass man gegen einen Gegner spielt, den man schlagen sollte. So muss man dann nolens volens die Kombi sausen lassen und stattdessen in ein leicht vorteilhaftes Endspiel abwickeln und es bis zum Ende durchreiten.
Das ist in sich richtig, setzt aber vielleicht zu hohe Maßstäbe: So rein kommt dieser Zustand - wenn man ehrlich ist - sehr selten vor. Ein wenig Zeitdruckgefühl und Erfolgsorientierung (beides gilt für Turnierartien genauso wie für Blitzpartien) darf schon mitschwingen im Denkstrom des Flows beim Schach.
 
Alt 27.06.2012, 21:53   #92
G.W. Pabst
AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer

Zitat:
Zitat von Danalto Beitrag anzeigen
Das ist in sich richtig, setzt aber vielleicht zu hohe Maßstäbe: So rein kommt dieser Zustand - wenn man ehrlich ist - sehr selten vor. Ein wenig Zeitdruckgefühl und Erfolgsorientierung (beides gilt für Turnierartien genauso wie für Blitzpartien) darf schon mitschwingen im Denkstrom des Flows beim Schach.
Die Erfolgsorientierung ist ja schon allein dadurch gegeben, dass man für seine Farbe denkt und nicht für die des Gegners Die Zeitnotsituation würde ich als "Fokussierung" bezeichnen. Früher war ich das, was man einen "Zeitnotspezialisten" nennt. 15 Züge in 5 Minuten waren da schon normal. Heute kommt mir das ziemlich "krank" vor. Vielleicht bin ich auch zu alt und kriege das mental nicht mehr auf die Reihe.
Aber, die Flow-Diskussion scheint schwierig zu sein, da solche geistigen Prozesse kaum beschreibbar sind, schon gar nicht vermittelbar.
 
Alt 27.06.2012, 23:08   #93
Gelegenheitspatzer
AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer

Zitat:
Zitat von G.W. Pabst Beitrag anzeigen
Das Gegenteil ist eigentlich richtig. In Zeitnot kann man keinen Flow haben, da es zu hektisch zugeht. Zudem ist der Erfolgsdruck in dieser Partiephase sehr hoch.
Ohne Zeitdruck (das ist etwas anderes als Zeitnot) kann ich keinen Flow haben.
Ohne Zeitdruck gibt es jede Menge andere Gedanken, man kann nach jedem Zug aufstehen und abschalten oder kibitzen. So kann es keinen Flow geben.

Geht die Uhr jedoch im Turnierschach unter die für mich magische Grenze 30 Minuten Restzeit fange ich an, auch während des gegnerischen Zuges am Brett zu sitzen und wenn die Stellung spannend genug ist kommt es dann irgendwann auch vor, dass ich die letzte halbe Stunde bis zur Zeitkontrolle nur noch Brett und Schachuhr kenne. Da muss schon eine Glasflasche vom Tisch fallen um mich abzulenken.
 
Alt 27.06.2012, 23:46   #94
G.W. Pabst
AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer

Zitat:
Zitat von Gelegenheitspatzer Beitrag anzeigen
Ohne Zeitdruck (das ist etwas anderes als Zeitnot) kann ich keinen Flow haben.
Ohne Zeitdruck gibt es jede Menge andere Gedanken, man kann nach jedem Zug aufstehen und abschalten oder kibitzen. So kann es keinen Flow geben.

Geht die Uhr jedoch im Turnierschach unter die für mich magische Grenze 30 Minuten Restzeit fange ich an, auch während des gegnerischen Zuges am Brett zu sitzen und wenn die Stellung spannend genug ist kommt es dann irgendwann auch vor, dass ich die letzte halbe Stunde bis zur Zeitkontrolle nur noch Brett und Schachuhr kenne. Da muss schon eine Glasflasche vom Tisch fallen um mich abzulenken.
Dein letzter Absatz ist nachvollziehbar, aber kein Flow. Ich hab auch schon die letzte Stunde am Brett gesessen, weil die Stellung kompliziert war und ich es nicht riskieren konnte, Zeit durch den Toilettengang zu verlieren, Das ist extrem belastend und mit Sicherheit nicht gesundheitsfördernd. Ein Flow im Sinne einer angenehmen Erfahrung kann das gar nicht sein. Wie gesagt, diese Erfahrung ist schwer zu vermitteln.
 
Alt 28.06.2012, 06:29   #95
McMiller
Meinen Erfahrungen nach schliessen sich Flow und Blitz gegenseitig aus. Man kann zwar gut drauf sein, aber 5 Minuten von Eröffnung bis Endspiel sind zu wenig um da in so ein (m.E. seltenes) Phänomen wie Flow reinzukommen.
Man kann allerdings sich vorstellen, während einer langen Partie in eine ausserordentlich gute Phase zu verfallen und diese noch mitzunehmen in die Zeitnotphase und dort alles easy abzuwickeln, als sei es die normalste Sache der Welt. Ich meine mich zu erinnern, dass C. sagt, dass das auch nur im Leistungssport passiert - in einer freien Traingspartie passiert das nie.
 
Alt 28.06.2012, 14:56   #96
bogidorus
AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer

Zitat:
Zitat von Morgain Le Fey Beitrag anzeigen
Hier noch ein Beispiel zur Reaktion auf gegnerische Drohungen.
Wichtig ist natürlich auch, - den Rest schreib ich teilweise in weißer Schrift, weil es bei der Lösung des folgenden Diagramms helfen könnte.

Wichtig ist natürlich auch, die innere Ruhe zu bewahren. Am besten geht das im Flow . Die innere Ruhe schützt vor Panikreaktionen und hilft, eine ernste Drohung sachlich zu bewerten. Diese sachliche Bewertung hilft beim Finden angemessener Reaktionen. Banal gesagt ist zB ein Angriff auf den gegnerischen Turm meist nicht so günstig, wenn die eigene Dame hängt, wenn bloß ein Springer hängt, sieht das anders aus.

Zum Üben ein Beispiel:



Schwarz am Zug. Der letzte weiße Zug war Tb1, Weiß meint es ernst .
 
Alt 28.06.2012, 15:46   #97
Danalto
AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer

Das Problem an dieser Stellung ist in meinen Augen, dass eine hübsche, aber wenig effektive Verführung besteht (die hätte ich gespielt, glaub' ich). Auch dies ist etwas zum Lernen: Nicht die erstbeste Möglichkeit nehmen. Nur weil man froh ist, nicht zu verlieren, musss man das Gewinnen nicht vergessen
 
Alt 28.06.2012, 20:02   #98
Morgain Le Fey
AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer

Ein sehr gutes Beispiel.

Dem Abzugsschach auszuweichen wäre natürlich feige, kommt also nicht in Frage. Ignorieren kann man die Drohung aber auch nicht. Bleibt also noch ein Gegenangriff.

Da fallen mir zwei Kandidatenzüge ein 1... Sxf2 oder 1. Sc5. Berechnen würde ich zuerst Sxf2, weil es aktiver aussieht und auch noch einen Bauern gewinnt. Nach 2. Lxe6+ fxe6 3. Dxe6+ Dd7 steht Schwarz jedenfalls auf Gewinn. 1. Sxc5 würde genauso funktionieren, aber ich nehme auf jeden Fall den Bauern noch mit.
 
Alt 28.06.2012, 20:50   #99
bogidorus
AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer

Zitat:
Zitat von Morgain Le Fey Beitrag anzeigen
Ein sehr gutes Beispiel.
Interessant, wie sich die Gedankengänge unterscheiden. Ich hab erstmal 1.-Sb4+ geprüft, allerdings führt das nur zum Remis, wenn Weiß den Springer frißt, wenn nicht, hat Schwarz auch nichts Großartiges. Nach 1.-Sc5 steht Weiß sicher nicht berühmt, aber hält sich mit 2.Dc4 über Wasser. Nach 1.-Sxf2 (natürlich richtig ) kann Weiß auch 2.Dc4 spielen, aber nach Damentausch verliert er auf g4 einen zweiten Bauern, auf e3 hängt gleich der Nächste mit Schach.
 
Alt 28.06.2012, 21:37   #100
Morgain Le Fey
AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer

Zitat:
Zitat von bogidorus Beitrag anzeigen
Interessant, wie sich die Gedankengänge unterscheiden. Ich hab erstmal 1.-Sb4+ geprüft, allerdings führt das nur zum Remis, wenn Weiß den Springer frißt, wenn nicht, hat Schwarz auch nichts Großartiges
Jedes Schachgebot ist erst einmal automatisch Kandidat für die Kandidatenliste. Allerdings hast es 1... Sb4+ bei mir nach einem kurzen Check nicht auf die Liste geschafft. Vielleicht wäre ich später doch noch auf diesen Zug zurückgekommen - ein Kandidatenzug zweiter Ordnung sozusagen.
 
 

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