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Die persönliche DWZ-Schallmauer

Diskutiere Die persönliche DWZ-Schallmauer im Schachtraining Bereich; Die von mir angesprochene Verführung ist natürlich Sb4+ gewesen. Wenn ich erstmal sehe, dass Lxe6+ nach einem Springerangriff auf die Dame nicht gewinnt, ist Sxf2 ...





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Alt 28.06.2012, 23:40   #101
Danalto
AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer

Die von mir angesprochene Verführung ist natürlich Sb4+ gewesen. Wenn ich erstmal sehe, dass Lxe6+ nach einem Springerangriff auf die Dame nicht gewinnt, ist Sxf2 natürlich viel logischer als Sc5, auf Sc5 wäre ich sicher nicht verfallen. Aber wie schon gesagt: ein gutes Beispiel, man denkt schnell, dass dieser Abzug sehr stark ist, und freut sich, mit Sb4+ in ein hübsches Remis einzulenken. Dabei vergisst man seine Gewinnmöglichkeiten.
 
Alt 04.07.2012, 20:07   #102
Morgain Le Fey
AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer

Nein, ich habe meine persönliche DWZ-Schallmauer noch nicht durchbrochen.

Ich möchte nur schnell einen Literatur-Tipp loswerden. Wer wie ich ernsthaft am Komplex Kandidatenzüge/Variantenberechnung/Entscheidungsfindung arbeiten möchte, sollte sich mal

Grandmaster Preparation - Calculation

von Jacob Aagaard anschauen. Dort kann man sich auch ein paar Beispielseiten herunterladen.

Ich arbeite seit ein paar Wochen sehr intensiv mit diesem Buch. Es ist im Wesentlichen eine Sammlung von sehr anspruchsvollen Trainingsaufgaben, die sich mit dem oben genannten Themenkomplex beschäftigen. Und nebenbei wird auch noch jede Menge theoretisches Wissen vermittelt.

Das Buch ist Auftakt zu einer ganzen Serie, die hochwertiges Trainingsmaterial für die verschiedensten Themenkomplexe bereitstellen will.
 
Alt 04.07.2012, 20:20   #103
bogidorus
AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer

Zitat:
Zitat von Morgain Le Fey Beitrag anzeigen
Ich möchte nur schnell einen Literatur-Tipp loswerden. Wer wie ich ernsthaft am Komplex Kandidatenzüge/Variantenberechnung/Entscheidungsfindung arbeiten möchte, sollte sich mal
...
von Jacob Aagaard anschauen. Dort kann man sich auch ein paar Beispielseiten herunterladen.
Dass du ein Aagaard-Jünger bist, überrascht mich nun nicht so sehr . Aber sag mal du Bücherkener. Kennst oder hast du das Buch Geheimnisse der Schachintuition von Alexander Beljawski und Adrian Michaltschischin? Wenn ja, was hälst du davon? Wenn nein, warum hast du es nicht . Ich hab es mal auf einem Autorücksitz rumliegen sehen, der Bucheigentümer hat geradezu überschwenglich davon geschwärmt. Hab kurz mal reingeschaut, aber mit zwei Partien hinter mir (doppelrundiges Open) war ich nicht in der Lage, mir da ein echtes Bild davon zu machen.
 
Alt 04.07.2012, 20:36   #104
Morgain Le Fey
AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer

Zitat:
Zitat von bogidorus Beitrag anzeigen
Kennst oder hast du das Buch Geheimnisse der Schachintuition von Alexander Beljawski und Adrian Michaltschischin? Wenn ja, was hälst du davon? Wenn nein, warum hast du es nicht .
In dem Buch habe ich auch irgendwann mal geblättert. Da ich selbst aber viel zu intuitiv spiele, hielt ich es nicht für sinnvoll, noch weiter in diese Richtung zu arbeiten. Ja ich weiß, man sollte auch an seinen Stärken arbeiten. Aber wer sagt denn, dass Intuition wirklich meine Stärke ist. Bei mir ist es wohl eher eine Schwäche.

Ich kann mich aber noch daran erinnern, dass sich etwa die Hälfte des Buches mit intuitiven Material-Opfern ala Tal beschäftigt. Außerdem geht es um solche Sachen wie Risiko und Psychologie im Zusammenhang mit Intuition. Ein paar Testaufgaben waren wohl auch noch dabei. An eine Kapitel-Überschrift kann ich mich auch noch erinnern: Which Rook?
 
Alt 04.07.2012, 20:47   #105
patzer78
AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer

Lohnt sich das Grandmaster Preperationbuch zu Variantenberechnung noch, wenn man Aagards "Verbessern sie ihre Variantenberechnung im Schach" hat? Oder ist es das gleiche? Oder der gleiche Text mit neuen Aufgaben?!
Und wenn nicht, was soll da an neuen tollen Erkenntnissen drin sein?
 
Alt 04.07.2012, 20:56   #106
Morgain Le Fey
AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer

Zitat:
Zitat von patzer78 Beitrag anzeigen
Lohnt sich das Grandmaster Preperationbuch zu Variantenberechnung noch, wenn man Aagards "Verbessern sie ihre Variantenberechnung im Schach" hat? Oder ist es das gleiche? Oder der gleiche Text mit neuen Aufgaben?!
Und wenn nicht, was soll da an neuen tollen Erkenntnissen drin sein?
Die beiden Bücher ergänzen sich. Das neue Buch ist wie schon gesagt in erster Linie ein Arbeitsbuch. Und von neuen tollen Erkenntnissen habe ich nichts geschrieben, sondern nur von jeder Menge theoretischem Wissen.
 
Alt 04.07.2012, 21:00   #107
bogidorus
AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer

Zitat:
Zitat von Morgain Le Fey Beitrag anzeigen
Und von neuen tollen Erkenntnissen habe ich nichts geschrieben, sondern nur von jeder Menge theoretischem Wissen.
Dann bring bitte mal ein kleines Wissenshäppchen unterfüttert mit einem Diagramm
 
Alt 04.07.2012, 21:02   #108
bogidorus
AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer

Zitat:
Zitat von Morgain Le Fey Beitrag anzeigen
In dem Buch habe ich auch irgendwann mal geblättert. Da ich selbst aber viel zu intuitiv spiele, hielt ich es nicht für sinnvoll, noch weiter in diese Richtung zu arbeiten.
Kann man überhaupt zu intuitiv spielen? Oder spielst du zu impulsiv?
 
Alt 04.07.2012, 21:13   #109
Morgain Le Fey
AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer

Zitat:
Zitat von bogidorus Beitrag anzeigen
Dann bring bitte mal ein kleines Wissenshäppchen unterfüttert mit einem Diagramm
Bin immer noch im Kapitel Kandidatenzüge - bei Aufgabe 36 von 60. Aagaard veranschlagt pro Aufgabe maximal 30 Minuten. In dieser Zeit soll man Ideen/Kandidaten finden, die Kandidatenzüge berechnen und bewerten, den besten Zug auswählen und alle wichtigen Varianten aufschreiben. Das Ganze natürlich ohne Brett bzw. ohne die Figuren zu bewegen.

Ich mache das hin und wieder auch blind, d.h. ich präge mir die Stellung ein, schnappe mir meinen Hund und versuche in den nächsten ein bis zwei Stunden draußen an der frischen Luft alles auszuarbeiten.

Die letzte Aufgabe im Taktik-Thread ist aus dem Buch.
 
Alt 04.07.2012, 21:17   #110
Morgain Le Fey
AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer

Zitat:
Zitat von bogidorus Beitrag anzeigen
Kann man überhaupt zu intuitiv spielen? Oder spielst du zu impulsiv?
Nein, ich spiele nicht impulsiv. Ich überlege mir meine Züge schon sehr genau. Leider vergesse ich viel zu oft, nach Alternativen zu suchen und spiele eben meist den Zug, der mir als Erstes in den Sinn kam. Nur wenn der aus irgendwelchen Gründen nicht gehen sollte, suche ich nach Alternativen. Manchmal berechne ich auch die Varianten nicht tief oder gründlich genug im vollen Vertrauen auf die Richtigkeit meiner Idee...
 
Alt 04.07.2012, 21:44   #111
McMiller
AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer

Eines wollte ich mal die ganze Zeit schon in den diese Denkprozeß-Diskussion einbringen:

Manchmal wird man Zügen vom Gegner überrascht, die man ÜBERHAUPT nicht gesehen hat. Ich habe in einem Buch von der CEM-Technik gelesen, die man ab und zu anwenden kann/soll/muss.

Bsp.: Man will einen stillen Zug spielen der die Partie mehr oder weniger gewinnt. In dieser Situation kann man CEM-anwenden ("Check Every Move"). Das Prinzip ist, einfach zu schauen, ob man alle legalen Züge gesehen hat (einfach ohne rechnen). Das geht viel schneller, als man denkt. In 1 Minute sind alle legalen Züge überblickt - und somit kommt man schnell auf Züge, die man NULL gesehen hat. Wenn man erschrickt oder diese interessant aussehen kann man sie anrechnen.

Der Unterschied zu brute force ist, daß man nicht alles rechnet sondern in manchen Situationen nur alle legale Züge ansieht. Und es funktioniert in der Praxis wirklich nicht so schlecht. Meistens ist es so, daß man die wichtigen Züge schon gerechnet hat und die anderen die Stellung nicht verändern.
 
Alt 04.07.2012, 21:51   #112
Morgain Le Fey
AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer

Zitat:
Zitat von McMiller Beitrag anzeigen
Bsp.: Man will einen stillen Zug spielen der die Partie mehr oder weniger gewinnt. In dieser Situation kann man CEM-anwenden ("Check Every Move"). Das Prinzip ist, einfach zu schauen, ob man alle legalen Züge gesehen hat (einfach ohne rechnen). Das geht viel schneller, als man denkt. In 1 Minute sind alle legalen Züge überblickt - und somit kommt man schnell auf Züge, die man NULL gesehen hat. Wenn man erschrickt oder diese interessant aussehen kann man sie anrechnen.
Das ist ein sehr guter und interessanter Tipp. Ich wende diese Methode manchmal für eigene Züge an, wenn ich bei einer Taktik-Aufgabe nichts finden kann. Auf die Züge des Gegners bezogen, kann das sicher vor so mancher Überraschung schützen.
 
Alt 04.07.2012, 21:53   #113
McMiller
AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer

Ja, die Idee ist, daß man wirklich alle Züge einfach nur sieht, nicht ausrechnet. Wenn ein interessanter dabei ist, fängt man automatisch zu rechnen an. Check it out!
 
Alt 04.07.2012, 21:57   #114
bogidorus
AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer

Zitat:
Zitat von Morgain Le Fey Beitrag anzeigen
Ich wende diese Methode manchmal für eigene Züge an, wenn ich bei einer Taktik-Aufgabe nichts finden kann.
Ich auch. Das funktioniert bei mir - im Idealfall - dann so:

Zitat:
Das soll gewonnen sein? So eine blöde Stellung. Also: Kann ich mit dem König was Gescheites machen? Mit der Dame? .... Mit dem - eigentlich völlig uninteressanten - a-Bauern? Aaahhhh
 
Alt 05.07.2012, 13:20   #115
Nadastar
AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer

Zitat:
Zitat von McMiller Beitrag anzeigen
Bsp.: Man will einen stillen Zug spielen der die Partie mehr oder weniger gewinnt. In dieser Situation kann man CEM-anwenden ("Check Every Move"). Das Prinzip ist, einfach zu schauen, ob man alle legalen Züge gesehen hat (einfach ohne rechnen). Das geht viel schneller, als man denkt.
Schön, dass mir mein Passwort gerade wieder eingefallen ist, da kann ich wieder hier mitschreiben...

CEM-Technik höre ich das erste mal, aber einen Elementar-Check (oder wie man es auch nennen will) ist ja kein Geheimnis, das liest man ja häufig, dass man das machen soll. Ich mache es, wenn ich es nicht vergesse, in der Regel auch. Das ist gut gegen einzügige Drohungen, also gegen grobe Überseher. Ob man dadurch jetzt alternative Pläne findet, kann ich nicht sagen, weil ich dabei selten anfange bei sowieso vielleicht intuitiv komisch ausschauenden Zügen auch noch Opfer zu berechnen oder so, dauert dann einfach zu lange.

Bei Taktik-Aufgaben habe ich eine andere Strategie, da berechne ich grundsätzlich zuerst Damenopfer und dann alle Opfereinschläge abwärts. Bei einer echten Partie gehe ich natürlich nicht so vor, aber bei Taktik-Aufgaben ist es natürlich naheliegend. Deshalb finde ich auch, dass Taktiktraining nur bedingt was fürs echte praktische Spiel bringt...aber das wäre wohl wieder ein anderes Thema...
 
Alt 05.07.2012, 13:23   #116
patzer78
AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer

Das bedeutet nicht das Taktiktraining nix bringt, sondern dass du falsch ans Training heran gehst...
 
Alt 05.07.2012, 13:29   #117
Morgain Le Fey
AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer

Zitat:
Zitat von Nadastar Beitrag anzeigen
Bei Taktik-Aufgaben habe ich eine andere Strategie, da berechne ich grundsätzlich zuerst Damenopfer und dann alle Opfereinschläge abwärts. Bei einer echten Partie gehe ich natürlich nicht so vor, aber bei Taktik-Aufgaben ist es natürlich naheliegend. Deshalb finde ich auch, dass Taktiktraining nur bedingt was fürs echte praktische Spiel bringt...aber das wäre wohl wieder ein anderes Thema...
Absolut richtig. Es kommt sehr auf die richtige Auswahl der Taktik-Aufgaben an, wenn es für das praktische Spiel irgendeinen Nutzeffekt haben soll, der über das bloße Rechentraining hinaus geht. Deshalb habe ich ja z.B. das neue Aagaard-Buch empfohlen, weil es da eben nicht nur um effektvolle Damenopfer o.ä. geht.
 
Alt 05.07.2012, 13:38   #118
Nadastar
AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer

Zitat:
Zitat von patzer78 Beitrag anzeigen
Das bedeutet nicht das Taktiktraining nix bringt, sondern dass du falsch ans Training heran gehst...
Kann schon sein und so lange mir keine sagt, wie man es besser macht, wird es wohl auch nicht anders werden.

Beispiel: Wenn ich bei chess.com Taktik-Trainer anfgange, eine Stellungsanalyse zu machen und Kandidatenzüge zu sammeln und zu vergleichen, werde ich wohl in kürzester Zeit bei 1000 Elo Takik landen. Wenn ich da mal die Dame intuitiv in die Königsstellung klatsche, hab ich mehr Erfolg...kann ja am Taktik-Trainer liegen, aber die Unterschiede sind da jetzt soooo riesig nicht, meiner Erfahrung nach...
 
Alt 05.07.2012, 13:41   #119
Nadastar
AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer

Zitat:
Zitat von Morgain Le Fey Beitrag anzeigen
Absolut richtig. Es kommt sehr auf die richtige Auswahl der Taktik-Aufgaben an, wenn es für das praktische Spiel irgendeinen Nutzeffekt haben soll, der über das bloße Rechentraining hinaus geht. Deshalb habe ich ja z.B. das neue Aagaard-Buch empfohlen, weil es da eben nicht nur um effektvolle Damenopfer o.ä. geht.
Ich würde das Buch ja vielleicht auch kaufen, aber mein Problem ist, dass ich neulich erst einen Haufen Bücher weggegeben habe, damit ich überhaupt wieder Luft habe, um mit wenigen wirklich was zu schaffen.

Wenn sich die Titel und Versprechungen der Schachbücher nur nicht immer so toll und bauernfängerisch ausgefuchst anhören würden, sondern so trocken, wie der Inhalt meistens auch ist, dann wäre ich um ein dickes Problemchen ärmer...
 
Alt 05.07.2012, 13:43   #120
Morgain Le Fey
AW: Die persönliche DWZ-Schallmauer

Zitat:
Zitat von Nadastar Beitrag anzeigen
Beispiel: Wenn ich bei chess.com Taktik-Trainer anfgange, eine Stellungsanalyse zu machen und Kandidatenzüge zu sammeln und zu vergleichen, werde ich wohl in kürzester Zeit bei 1000 Elo Takik landen. Wenn ich da mal die Dame intuitiv in die Königsstellung klatsche, hab ich mehr Erfolg...kann ja am Taktik-Trainer liegen, aber die Unterschiede sind da jetzt soooo riesig nicht, meiner Erfahrung nach...
Taktik-Training unter Zeitdruck halte ich auch nicht für besonders sinnvoll. Natürlich hat man in einer praktischen Partie nicht unbegrenzt Zeit, aber ich nutze Taktik-Training vor allem für die systematische Stellungsanalyse im Kopf. Wenn man das richtig beherrscht, vergrößert man seine Erfolgsaussichten in einer praktischen Partie gewaltig. Und so ganz nebenbei verinnerlicht man beim Taktik-Training auch noch diverse taktische Motive. Auch das kann sicher nicht schaden.
 
 

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