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| | #1 |
| Wilhelm Steinitz spielte in seiner Anfangszeit oft in einem Wiener Café um Geld. Er hatte da einen guten Kunden, dem er einen Springer vorgab, der aber trotzdem regelmäßig seine Partien verlor. Dies wurmte jenen natürlich mit der Zeit und so beschloss er, sich der Hilfe eines anderen, stärkeren Spielers zu bedienen, um Steinitz zur Strecke zu bringen. Der starke Spieler sollte sich als harmloser Kiebitz an ihrem Tisch niederlassen und ihm jedes Mal einen schwachen Fußtritt geben, wenn er im Begriff war, einen Fehler zu machen, und zwar so lange, bis er den richtigen Zug gefunden hatte. Bevor er zog, sollte er jedes Mal erst seine Finger über der zu ziehenden Figur kreisen lassen. Gesagt, getan! Der nichtsahnende Steinitz kam unverhofft in schwere Bedrängnis und stand auf verlorenem Posten. Im blieben allerdings die seltsamen kreisenden Handbewegungen nicht verborgen und ebenso wenig das regelmäßige, kurz darauf folgende Geräusch des Fußtrittes. Schließlich ergab sich eine Stellung, in der Steinitz’ Gegner mit einem Familienschach die Partie unweigerlich zu beenden drohte. Machte er diesen Zug jedoch nicht, so war er selbst verloren. Nach kurzem Nachdenken wollte er den Springer ziehen, als er jedoch einen schwachen Tritt verspürte. "Aha!" dachte er und begann von neuem den Zug zu überdenken, kam aber wieder zu demselben Ergebnis und wieder kreisten seine Finger über dem Springer. Diesmal erhielt er einen viel stärkeren Fußtritt, woraufhin er sich resigniert für einen Abwartezug entschied. Nach der Antwort von Steinitz konnte er aufgeben. "Warum haben Sie denn den Springer nicht gezogen?" rief sein Sekundant. "Sie haben mich doch zweimal getreten!" antwortete der Unglückliche, worauf Steinitz trocken bemerkte: "Das will ich nicht gehört haben!" Wilhelm Steinitz (* 17.05.1836 in Prag + 12.08.1900 in New York) war ein bedeutender Schachspieler aus Böhmen und der 1. offizielle Schachweltmeister. | |
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